Eichenprozessionsspinner in Lauf

Gefährliche Raupenhaare

Bei diesen Raupen handelt es sich um Eichenprozessionsspinner. Ihre Haare können heftige allergische Reaktionen bis zum allergischen Schock auslösen. Die Insekten kommen nur an Eichen vor. Betroffene Bäume soll man meiden. | Foto: Feuerwehr Lauf2018/05/Eichenprozessionsspinner-Foto-Feuerwehr-Lauf.jpg

LAUF — Vorsicht vor giftigen Raupen. Die Haare der Larven des Eichenprozessionsspinners können schwere allergische Reaktionen auslösen, warnen Experten. Am Montag wurde deshalb der Froschleitenweg nahe des Kunigundenbergs von der Laufer Feuerwehr gesperrt. Oft handelt es sich bei vermeintlichen Sichtungen der Raupen und ihrer Kokons aber nur um die für Menschen harmlose Gespinstmotte.

Ein Spaziergänger hatte sich am Montag bei der Laufer Polizei gemeldet. Zusammen mit der Feuerwehr begutachteten die Beamten die betroffenen Bäume im Froschleitenweg im kleinen Tal auf der Rückseite des Kunigundenbergs, Feuerwehr und Bauhof der Stadt sperrten daraufhin den Weg für Spaziergänger. Bürger sollen den Weg meiden. Denn die giftigen Raupenhaare können heftige Hautausschläge und sogar einen allergischen Schock auslösen. Auch Schwindel, Fieber, Müdigkeit und Bindehautentzündung können auftreten.

Ab dem dritten Larvenstadium wachsen den Raupen des Eichenprozessionsspinners sehr feine Brennhaare, die teilweise mit dem Wind transportiert werden und noch über Jahre schwere allergische Reaktionen verursachen können. Auch die Häutungsreste der Insekten stellen noch Jahre später eine Gefahr dar, wenn man damit in Berührung kommt.

Pausenhof ist gesperrt

Der Froschleitenweg ist nicht die einzige Stelle in der Kreisstadt, in der Eichenprozessionsspinner gefunden wurden: seit Freitag vergangener Woche ist der Pausenhof der Heuchlinger Grundschule wegen eines Befalls großzügig abgesperrt, so Dieter Wölfel vom Laufer Bauhof. Bis die Schule nach den Pfingstferien wieder losgeht, soll eine Fachfirma die Insekten entfernen. Auch in der Nähe des Laufer Gymnasiums gibt es einen Befall, sagt Hans-Peter Renner, Kreisfachberater für Gartenbau am Landratsamt Nürnberger Land. Weil es sich nicht um eine städtische Fläche handelt, ist dort der Landkreis zuständig, so Renner. Die giftigen Insekten seien „heuer wieder auf dem Vormarsch“, so der Fachmann vom Landratsamt. Auch in Hersbruck und Schwarzenbruck sind sie gesichtet worden. Renner glaubt, dass die Trockenheit den Tieren zugute kommt.

Viele Falschmeldungen

Renner und Wölfel berichten aber von vielen Falschmeldungen und Verwechslungen mit der Gespinstmotte, die ähnliche spinnwebenartige Kokons bildet. Wenn es sich definitiv um Eichenprozessionsspinner handele, die man im öffentlichen Raum sieht, solle man sich melden, so Renner.

Sieht gespenstisch aus, ist aber harmlos: Kokons der Gespinstmotte an einem Baum. | Foto: Feuerwehr Lauf2018/05/Gespinstmotte-Foto-Feuerwehr-Lauf-e1527176029663.jpg

Meist ist die Unterscheidung einfach: Die gefährlichen Raupen findet man wirklich nur an Eichen, so Wölfel. Typisch sei der Befall an Wald­rändern, so der Experte.

Im privaten Raum, etwa im eigenen Garten, ist jeder selbst für die Beseitigung der Insekten verantwortlich. Einen Zwang gibt es aber nicht. „Es besteht keine Meldepflicht und keine Bekämpfungspflicht“, betont Renner, auch wenn er sich das wegen der Gesundheitsgefahr wünschen würde. Fachfirmen entfernen die Tiere und die Kokons, die Kosten schätzt der Experte vom Landratsamt auf 150 bis 200 Euro.

N-Land Andreas Kirchmayer
Andreas Kirchmayer