Grüne Lunge für Altdorf

Sensationelle Wendung beim Graffiti-Areal

Das Gelände am Baudergraben zwischen Flurergasse und Friedhof wird geprägt durch die beiden mehrere hundert Jahre alten Linden im Zentrum, am unteren Bildrand die Gaststätten- und Kinogebäude, die weggerissen werden sollen. | Foto: Googlemaps2018/05/graffiti-satellit.png

ALTDORF – In Sachen Graffiti-Areal zeichnet sich eine sensationelle Wendung ab. Bürgermeister Erich Odörfer wird dem Stadtrat vorschlagen, das Grundstück zu kaufen. Wenn der ehemalige Biergarten im Besitz der Stadt ist, soll er als Park gestaltet und von Bebauung frei gehalten werden. Das Gaststätten-Gebäude soll abgerissen werden.

„Zukunft Stadtgrün“ heißt das Zauberwort für den Erhalt des Graffiti-Areals und ist gleichzeitig der Titel eines relativ neuen Förderprogramms, mit dem Maßnahmen zur Verbesserung einer grünen Infrastruktur in einer Kommune unterstützt werden.

Die Stadt Altdorf kann über dieses Programm „Fördermittel für die Herstellung multifunktionaler Grün- und Freiflächen, die von ökologischer, sozialer und städtebaulicher Bedeutung sind“, bekommen. Dabei fließen Zuschüsse für die Stadt sowohl beim Kauf des Grundstücks wie auch bei der Anlegung eines Parks.

60 Prozent Zuschuss

60 Prozent der förderfähigen Kosten würde die Stadt als Städtebauförderung bekommen, erfuhr Bürgermeister Odörfer bei Verhandlungen mit den zuständigen Stellen der Regierung in Ansbach.

Sollte es darüber einen Konsens im Stadtrat geben und die Stadt sich mit der Inselkammer-Gruppe über einen Kaufpreis einigen, dann wäre die Kuh vom Eis und Altdorf könnte den Auftrag des Bürgerentscheids von 2017 vollziehen.

Die Grünfläche am Baudergraben bliebe erhalten, die alten Linden blieben stehen und das Areal bliebe frei von jeglicher Bebauung. „Mit dieser Lösung“, so der Bürgermeister, „wäre allen gedient, die Stadt Altdorf bekäme eine schöne grüne Lunge mit Erholungswert ohne Bebauung.“

Breiter Konsens

Nach einer ganzen Reihe von Verhandlungen mit der Regierung in Ansbach ist Odörfer jetzt zuversichtlich, dass sich für das Graffiti-Areal nun endlich die Möglichkeit eines breiten Konsenses abzeichnet.

Neben dem Kauf des Grundstücks will er dem Stadtrat auch vorschlagen, ein renommiertes Büro mit der Planung eines Stadtparks zu beauftragen.

Nun hängt alles davon ab, ob die Stadt sich mit Nicole Inselkammer über den Preis für das Graffiti einig wird. Der Wert der Immobilie ist in einem Gutachten festgehalten. Deshalb Odörfers Vorschlag für den Stadtrat: „Der Kauf erfolgt nach dem Wert des amtlichen Verkehrswertgutachtens.“ Teilfinanziert werden soll er mit Mitteln aus der Städtebauförderung.

N-Land Alex Blinten
Alex Blinten