Nils Landgren in Dehnberg

Weltstar musiziert mit Schülern und Lehrern

Weltstar Nils Landgren holte sich für sein Konzert im Dehnberger Hof Theater die Lehrercombo der Laufer Sing- und Musikschule auf die Bühne, hier auf dem Bild Christoph Grassl und Peter Schwarzer (von rechts). | Foto: Stegmeier2019/12/nils-landgren-konzert-dht1.jpg

DEHNBERG — Ein Konzert, das auch im Dehnberger Hof Theater nicht alle Tage vorkommt: Ein Weltstar an der Jazz-Posaune, Nils Landgren, bringt zusammen mit einer gut gelaunten Laufer Lehrercombo und dem renommierten Schlagzeuger Wolfgang Haffner das Publikum zum Toben.

Mit „Mackie Messer“ und „Watermelon Man“ von Herbie Hancock sorgen zunächst aber sechs Nachwuchstalente der Städtischen Sing- und Musikschule für den fetzigen Auftakt. Landgren, der eigens für das Konzert aus Schweden angereist ist, hat am Nachmittag den gemeinsamen Auftritt vorbereitet. Mit ihrer Performance erreichen die jungen Künstler (Felix Stegmeier am Piano, Yasin Yüce am E-Bass, Nils Bohl am Schlagzeug, Hannes Stegmeier an der Gitarre, Adrian Klarner und Jan Issel am Saxofon, Otto Schönlein an der Trompete) die Herzen der Zuhörer.

Bürgermeister Benedikt Bisping, auf dessen Anregung der Kontakt mit der Laufer Sing- und Musikschule mit dem schwedischen Musiker zurückgeht, entlockt in einem Interview „Insiderinformationen“.

Nachdem so der Boden aufs Beste bereitet wurde, übernehmen die Profis die Bühne. Zu Landgren gesellen sich Christoph Grassl (Piano und Klarinette), Peter Schwarzer (Saxophon), Klaus Peter Drempetic (Bass), Rainer Weber (Schlagzeug) und Rue Protzer (Gitarre). Nach dem Einstieg mit „Cold Duck Time“ spielen die Musiker immer befreiter auf.

Nils Landgren spricht hervorragend Deutsch und morderiert abwechselnd mit Musikschulleiter Christoph Grassl. Er nimmt nicht nur mit seiner außergewöhnlichen Performance am Instrument, sondern auch mit feinem Humor das Publikum für sich ein. Und so jagt ein Highlight das andere, die Atmosphäre auf der Bühne überträgt sich aufs Publikum, der musikalische Funke springt über.

Jeder der Musiker nützt ausgiebig die Gelegenheiten, bei den Soli eigene Akzente zu setzen, das jazzerfahrene Publikum applaudiert ausgiebig; Landgrens Posaune klingt schmeichelnd, dann wieder schrill, dann samtig. Doch Weltstar hin oder her, der sympathische Schwede spielt sich nie in den Vordergrund. Dass er außerdem noch ein hervorragender Sänger ist, zeigt er bei „Let It Snow“.

Applaus für Wolfgang Haffner

Als er dann als besonderen Gast einen „Trommler aus Altdorf“ ankündigt, wird Schlagzeuger Wolfgang Haffner mit einem Riesenapplaus begrüßt. Der übernimmt die Sticks, während Rainer Weber an die Congas wechselt. Mit dem mitreißenden R&B-Standard „Masqerade“ entfalten die Musiker geballte Jazz-Energie, bevor Landgren und Haffner eine witzige Version von „Santa Clause Is Coming“ im Duett darbieten.

Beim letzten Titel – „Put It Where You Want It“ – springen die Zuhörer auf, klatschen mit und fordern anschließend eine Zugabe: Nach einem eindringlich-berührenden „Auld Lang Syne“ bedankt sich ein restlos begeistertes Publikum bei den Künstlern mit stehendem Applaus.

Die eingesammelten Spenden gehen direkt an ein Projekt in Kibera, einem Slum am Rand von Nairobi, das Landgren seit Jahren aktiv begleitet und unterstützt.

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