Stefan Pürner ist Balkan-Spezialist

Vom ehemaligen Hersbrucker Schüler zur Auszeichnung in Serbien

Dekan Dragan Vujisić und Stefan Pürner(rechts) bei der Verleihung der Dankesurkunde an den früheren Schüler des Paul-Pfinzing-Gymnasiums. | Foto: Privat2022/10/a497124126i0009_max1024x.jpeg

KRAGUJEVAC/HERSBRUCK – Die Serbische Universität dankt Stefan Pürner für seinen Einsatz im Bereich der „Weiterentwicklung der Lehre und Forschung“. Der Jurist war 1981 Abiturient am PPG.

Stefan Pürner, Paul-Pfinzing-Alumnus des Jahrgangs 1981 und Sohn des ehemaligen Stellvertretenden PPG-Direktors Ernst Pürner, wurde im Rahmen des akademischen Festaktes zum 50-jährigen Bestehen der Juristischen Fakultät der Universität Kragujevac in Serbien mit einer Dankesurkunde für seinen Beitrag „zum Ausbau und zur Weiterentwicklung der Lehre und der Forschung“ dieser Fakultät ausgezeichnet.

Bibliothek aufgebaut

Pürner ist als Bereichsleiter für Südosteuropa bei der im Auftrag der Bundesregierung tätigen Deutschen Stiftung für internationale rechtliche Zusammenarbeit (IRZ) in Bonn für die Zusammenarbeit mit Justizinstitutionen in Serbien, Bosnien und Herzegowina, Nordmazedonien sowie Montenegro zuständig. In dieser Eigenschaft konnte er unter anderem die Einrichtung einer „Bibliothek des deutschen Rechts“ in Kragujevac sicherstellen, wobei in erheblichem Umfang auch Sachspenden deutscher Juristen eingeworben werden konnten.

Blick in die Vergangenheit

Daneben hält er selbst regelmäßig, online und in Präsenz, Vorlesungen in serbischer Sprache am dortigen Zentrum für deutsches Recht, das unter Leitung von Professor Slavko Djordjević steht, mit dem Pürner auch wissenschaftliche Beiträge zum Thema Vergangenheitsbewältigung im juristischen Bereich publiziert und Veranstaltungen organisiert hat.

Darüber hinaus hat er in der Festschrift für Professor Vladimir Vodinelić, der unter Slobodan Milošević Serbien verlassen musste, in einem Beitrag an das Schicksal von Ljubiša Letić erinnert und die mit Gerd Vanselow begonnene diesbezügliche Erinnerungsarbeit zum KZ Hersbruck dargestellt.

Dass in Kragujevac so intensiv am deutschen Recht gearbeitet wird, ist besonders erstaunlich, weil die Stadt während des Zweiten Weltkriegs Schauplatz der größten Massenerschießung von Zivilisten (darunter auch Hunderten von Schulkindern) durch die Wehrmacht war. Die fachliche Arbeit dort stellt somit auch, wie Stefan Pürner bei der Veranstaltung betonte, einen Beitrag zur Versöhnung dar.

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