Bürgersaal und Schloss

Viele Fragen bei der Bürgerversammlung in Rückersdorf

Was mit dem Bürgersaal passiert, wenn das geplante Bürgerzentrum eröffnet ist, wollte ein Rückersdorfer auf der Versammlung wissen. | Foto: Cichon2018/11/Burgerversammlung-Ruckersdorf-Burgersaal-ci.jpg

RÜCKERSDORF — Parkplätze, Raser sowie die Zukunft des Bürgersaals und des Schlosses beschäftigten die Rückersdorfer bei ihrer Bürgerversammlung.

Der Bürgersaal war zwar nur knapp über die Hälfte gefüllt, dennoch hatten die anwesenden Rückers­dorfer viele Fragen an Bürgermeister Manfred Hofmann. Ein Anwohner in der Laufer Straße wies auf die angespannte Verkehrssituation in seiner Straße hin. Diese sei inzwischen zur Durchgangsstraße nach Lauf geworden, meinte der Mann.

Viele Autofahrer würden mit 40 oder 50 Stundenkilometern vorbeirauschen, obwohl dort nur 30 erlaubt sind, erklärte der Mann. Das sei besonders gefährlich, wenn Kinder dort spielen. „Ich wäre neulich selbst fast zwei Mal angefahren worden“, fügte er hinzu.

Ein Anwohner der Laufer Straße kritisierte, dass in seiner Straße viel zu schnell gefahren werde. | Foto: Cichon2018/11/Burgerversammlung-Ruckersdorf-Laufer-Strasse-Verkehrssituation-ci.jpg

Bürgermeister Manfred Hofmann meinte, dass die Gemeinde nicht viele Möglichkeiten habe, außer an die Autofahrer zu appellieren und durch die Polizei die Geschwindigkeit kontrollieren zu lassen. „Manchmal kann man die Mitbürger nur über den Geldbeutel erziehen“, ergänzte das Gemeindeoberhaupt.

Was wird aus dem Bürgersaal?

Was mit dem Bürgersaal passieren soll, wenn das neue Bürgerzentrum eröffnet ist, wollte ein anderer Rückersdorfer wissen. Ein Unternehmer hat der Gemeinde angeboten, das bestehende Gebäude zu kaufen, antwortete Hofmann. Der Interessent wolle Büros daraus machen.

Ein Anwohner der Pegnitzstraße wollte wissen, ob es eine Option sei, den Bürgersaal abzureißen, um Parkplätze darauf zu bauen. Denn das würde die Parksituation in der Pegnitzstraße verbessern. Aktuell sei das keine Option, so der Rathauschef. Der Mann hakte nach und fragte, ob die Parkplätze beim Bürgersaal für die Anwohner nutzbar blieben, wenn dieser tatsächlich zum Bürogebäude werde. Man müsse abwarten, was mit dem Haus passiert und dann prüfen, ob es möglich ist, erklärte der Bürgermeister.

Eine Rückersdorferin kritisierte, dass Hofmann in seinem Bericht zur Situation der Gemeinde das Schloss weggelassen habe. „Was soll damit passieren?“, fragte sie. Er habe in seinem eineinhalbstündigen Bericht nicht alles ansprechen können, sonst wäre seine Ansprache noch länger geworden, meinte der Bürgermeister. Die Gemeinde habe das Schloss über die Sparkasse zum Kauf angeboten. Es habe viele Interessenten gegeben, die meist wegen zu hoher Denkmalschutz­auflagen wieder abgesprungen seien. Einer habe sogar eine Whiskey-Destillerie mit Erlebnisgastronomie einrichten wollen.

Wohnungen auf Schlossareal?

Einen Interessenten gebe es derzeit noch, der dort Wohnungen schaffen möchte. Aber ein geplanter Termin mit der Denkmalschutzbehörde sei zuletzt geplatzt, erklärte Hofmann. Da der Vertrag mit der Sparkasse ausgelaufen sei, soll das Areal nun durch ein anderes Maklerbüro zum Verkauf angeboten werden.

Auch der geplante Neubau der Waldschule war Thema bei der Bürgerversammlung: Eine Rückersdorferin wollte wissen, wie der Stand der Planungen ist, da sie den Eindruck habe, dass seit dem Bürgerbegehren vor etwa einem Jahr nicht allzu viel passiert sei. Bürgermeister Hofmann meinte, es sei sehr viel geschehen, was vielleicht nicht sofort sichtbar sei.

So haben sich die Schulleitung und der Elternbeirat Gedanken gemacht, wie die Schule in Zukunft aussehen könnte. Eine Abordnung aus Rückersdorf, darunter der Bürgermeister und mehrere Gemeinderäte, habe sich das Lern- und Raumkonzept der „Lernlandschaft Röckingen“ angeschaut. Außerdem habe die Regierung von Mittelfranken erst kürzlich die Schülerzahlen hochgerechnet. Dadurch könne man nun abschätzen, wie sich die Schule entwickelt, so Hofmann. Das sei die Grundlage für weitere Planungen.

Außerdem wollte die Frau wissen, ob die geschätzten Kosten für den Neubau des Bürgerzentrums eingehalten werden können. Sie befürchte, dass diese durch immer höhere Kosten in der Baubranche weit höher liegen könnten. Hofmann erklärte, dass man erst nach Abschluss der Planung konkret sagen könne, was das Projekt kostet. Derzeit würden noch Wünsche der Vereine gesammelt, die noch in die Planung einfließen könnten.

In seinem Bericht war Bürgermeister Manfred Hofmann zuvor darauf eingegangen, dass seine Gemeinde gut dastehe. So rechne er unter anderem damit, dass die Grundsteuereinnahmen in diesem Jahr um mehrere hunderttausend Euro höher liegen könnten als ursprünglich im Haushaltsplan angesetzt.

Strompreise steigen

Dennoch müsse die Gemeinde ihren Strompreis zum ersten Januar 2019 um 1,5 Cent pro Kilowattstunde (netto) anheben. Einsparungen auf der einen Seite würden durch steigende Umlagebeiträge auf der anderen Seite wieder aufgefressen. Diese Mehrkosten könnten im kommenden Jahr nicht von den Gemeindewerken Rückersdorf kompensiert werden und müssten deshalb zum Teil auf die Kunden umgelegt werden, so der Bürgermeister.

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