Supermarkt-Erweiterung

Veldener Stadtrat sorgt sich um lokalen Handel

Die Grundversorgung wurde unter anderem mit dem Bürgerladen in der Stadt gesichert. | Foto: S. Fuchs2021/02/Veldener-Marktplatz-mit-B-rgerladen.jpg

VELDEN – „Für mich steht eindeutig fest, dass wir der Empfehlung des Planungsverbandes folgen und uns deshalb nicht mit der 3. Änderung des Flächennutzungs- und Bebauungsplans des Marktes Plech einverstanden erklären sollten“, sagte Bürgermeister Herbert Seitz.

In seiner ersten Sitzung des neuen Jahres befasste sich das Stadtratsgremium eingehend mit dem etwas sperrig lautenden Tagesordnungspunkt „3. Änderung des Flächennutzungsplans im Bereich der 3. Bebauungsplanänderung Gewerbegebiet Ottenhof Süd – Anhörung der Stadt Velden als tangierte Behörde“. Die Änderungen seien wegen der geplanten Vergrößerung des dortigen Rewe-Einkaufsmarktes von 800 auf 1200 Quadratmeter erforderlich, so der Rathauschef. Für diese Erweiterung müsse der Markt Plech ein Sondergebiet ausweisen.

Die Stadt Velden und der ebenfalls berührte Markt Neuhaus sind laut Landesentwicklungsprogramm als gemeinsames Grundzentrum (vormals „Unterzentrum“) eingestuft. Sie würden damit die Versorgungsfunktion ihres Nahbereiches mit Gütern und Dienstleistungen des Grundbedarfs übernehmen und so eine flächendeckende Daseinsvorsorge in zumutbarer Erreichbarkeit leisten.

Arzt bis Metzger

Diese Grundversorgung würde eine breite Palette an Versorgungs-Infrastrukturen beinhalten, erklärte Seitz. So biete die Stadt Velden ein ausreichendes Einzelhandelsangebot zur Deckung des über die örtliche Nahversorgung hinausgehenden Bedarfs, etwa durch eine Reihe von Geschäften wie Metzger, Bäcker, Dorf/-Einzelhandelsladen, Apotheke, Sparkasse, Ärzte und Gastronomie. Die deutliche Erweiterung der Verkaufsfläche im Gewerbegebiet Ottenhof Süd hätte insbesondere durch den Abzug von Kaufkraft negative Auswirkungen auf den zentralen Versorgungsbereich der Stadt.

Durch die geplante Erweiterung sehe sich die Stadt Velden insgesamt als gemeinsames Grundzentrum zusammen mit dem Markt Neuhaus gefährdet. Man habe deshalb den Planungsverband Region Nürnberg eingeschaltet, dessen Fachleute den Sachverhalt geprüft und die Befürchtungen bestätigt hätten. Weil das Vorhaben „mit den einzelhandelsrelevanten Zielen des Landesentwicklungsprogramms nicht zu vereinbaren ist“, habe der Planungsverband dem Vorhaben nicht zugestimmt.

In einem kurzen Rückblick erinnerte der Bürgermeister daran, dass sich der Stadtrat bereits 2007 einstimmig und mit Nachdruck für das Grundzentrum eingesetzt und dies auch vom Planungsverband Region Nürnberg bestätigt bekommen habe. Unter Einbeziehung der Einwohnerzahl der VG Velden umfasse das Gebiet rund 8000 Einwohner, dessen Entwicklungs- und Gestaltungsfähigkeit man nicht gefährden solle. „Wir vertreten die Interessen der Stadt Velden und nicht die eines Rewe-Marktes“, betonte Seitz.

Ablehnende Antwort

In der anschließenden, sachlich geführten Diskussion kamen mehrere Wortmeldungen zu möglichen Vor- und Nachteilen einer derartigen Ablehnung. Bedenken gegen den Widerspruch gab es vor allem, weil die Zusammenarbeit und die gemeinsamen Interessen der beteiligten Kommunen bei ihrer Zugehörigkeit zur FrankenPfalz berücksichtigt werden sollten. Letztlich wurde bei vier Gegenstimmen (9 zu 4) beschlossen, dass man mit den Änderungen des Flächennutzungsplans nicht einverstanden sei und die Verwaltung die ablehnende Stellungnahme in den einzelnen Verfahrensschritten abzugeben habe.


Weil auch Eltern aus Velden Interesse an einem in der Gemeinde Vorra geplanten Waldkindergarten zeigen, soll in kommender Sitzung ein Beschluss über die Beteiligung der Stadt an dem Projekt gefasst werden.

Für den offiziellen, gut ausgelasteten Wohnmobil-Stellplatz oberhalb des Kindergartens werden Kräfte („wenn möglich Rentner“) gesucht, die das Kassieren der Stellplatzgebühren übernehmen. Die Tagesgebühr wurde auf acht Euro festgelegt. Zudem soll auf dem Platz ein Schild mit dem Hinweis auf Einkaufs- und Einkehrmöglichkeiten im Ort aufgestellt werden.

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