Eine Oase der Ruhe und Besinnung
Der Salvatorfriedhof wurde 1532 auf Beschluss des zuständigen Nürnberger Rats gegründet und löste die bisher genutzten Grabstätten um die St. Leonhardskirche und um die St. Johanniskirche ab. Da Lauf wenige Jahre zuvor, 1525, auf Geheiß eben dieses Rats evangelisch geworden war, wurde der neue Friedhof auch ein explizit „evangelischer“. Die kuriose Folge: katholische Laufer wurden von da an in Neunkirchen a. S.
bestattet, während evangelische Neunkirchener nach Lauf überführt wurden.
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Auf einem Grundstück, das der Stadt von einer Oberpfälzerin aus Vilswörth in Erinnerung an ihre Laufer Vorfahren vermacht worden war, wurde über hundert Jahre später die Salvatorkapelle errichtet und 1659 eingeweiht. Die Kirche wird allerdings seit über 50 Jahren von der griechisch-orthodoxen Gemeinde genutzt, weswegen sie für Trauerfeiern nicht zur Verfügung steht. Diese finden daher wie früher auf dem Friedhof im Freien oder in der St. Johanniskirche am Marktplatz statt.
Nach der letzten Sargbestattung 1967 nutzte die Stadt den Salvatorfriedhof als Park. Im Laufe der Jahre wurden die Gräber aufgelöst, manch ein Stein versank in der Erde oder wurde von Efeu überwuchert. Mittlerweile wurden manche Grabsteine behutsam restauriert, unlesbare Inschriften wieder lesbar gemacht. Namen bedeutender Bürger und bekannter Familien wie Bertlein, Dasch oder Lessner, Mühlenbesitzer wie Barth, Engelhardt, Arnold und Riedner oder von Gastronomen wie Simon sind dort zu finden.
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Im Mai 2017 eröffnete die Evangelische Gemeinde den Friedhof für Baumbestattungen. Kompostierbare Urnen werden nun mit der Asche der Verstorbenen unter Bäumen beigesetzt. Auf Messingplaketten auf Findlingssteinen sind ihre Namen eingraviert. Die Gemeinde kümmert sich nachhaltig um den Friedhof. Der Baumbestand wird sorgfältig gepflegt. Durch neue Pflanzen entstehen wertvolle ökologische Nischen. Umgeben von einer alten Sandsteinmauer, strahlt der Platz Ruhe und Stille aus und wird von Besuchern als Oase inmitten der Stadt empfunden. Sitzbänke auf dem Gelände laden zum Verweilen ein. Immer wieder finden hier auch Führungen des Historischen Vereins – Freunde des Stadtarchivs statt. Auf diese Termine wird in der Tagespresse sowie der Website des Vereins hingewiesen.
Anne Stegmeier
