Paddeln im wackeligen Trog

Die beiden Bürgermeister Michael Schmidt (rechts hinten) und Bernd Ernstberger saßen in einem Kahn. Foto: Ruhnau2010/09/sautrogrennen1_New_1284907682.jpg

WINKELHAID – Das Wetter war gnädig und das Interesse groß: Zum Auftakt des Bürgerfestes fand am Samstag in Winkelhaid die zweite Auflage des Sautrogrennens statt. Erst letztes Jahr eingeführt, waren es heuer allein im Einzelwettbewerb schon 22 Teilnehmer, die in dem wackeligen Holztrog auf dem Winkelhaider Dorfweiher ihr Glück versuchen wollten.

Während an den Buden noch die letzten Vorbereitungen getroffen wurden, hatte sich um 14 Uhr rund um den Weiher schon so mancher Zuschauer eingefunden. Als Neuerung im Gegensatz zum letzten Jahr wurde heuer paarweise gestartet, so dass jeder Durchlauf schon ein kleines Rennen für sich war. Moderiert von Herbert Kraus, der in altbekannter Manier den Ablauf kommentierte, wurde der Streckenverlauf bei einer Probefahrt von Englbert „Bertl“ Neumann erläutert, der dabei eine erste Richtzeit von 1:39 Minuten setzte.

Nach einer kurzen Begrüßung durch den Präsidenten der Yachtsportgemeinschaft Franken, Karl Heinz Wiese Kaiser, und des 1. Bürgermeisters Michael Schmidt ging das erste Paar an den Start. Die beiden Sautröge „Nal“ und „Ka“, die laut Veranstaltern traditionell nach Bierkastenmaß gefertigt sind, pflügten durch den extra „geheizten Weiher“ (Schmidt) und legten nach einer Zeit von knapp über 1:10 Minuten wieder am Steg an. Für die Sicherheit sorgte wieder die Wasserwacht im Rettungsboot „Larissa“, das in der Mitte des Weihers verankert war.

Ein Einsatz war diesmal allerdings nicht zur Rettung gekenterter Trogfahrer nötig, sondern vor allem für kleinere oder größere Kurskorrekturen, wenn die Gefährte zu nah an die empfindlichen Düsen des Springbrunnens gerieten und mit dem Ruder wieder in die richtige Spur gebracht werden mussten. Das Umrunden der Bojen, die die Hälfte der Strecke markierten, mussten die Wettkämpfer allerdings ohne Hilfe meistern, was für einige zum Problem wurde. Einige Teilnehmer strandeten kurzzeitig am anderen Ufer, andere nahmen beinahe die gesamte Boje mit, aber unter Klatschen und Anfeuerungsrufen schaffte es schließlich jeder wieder an den rettenden Steg.

Unter vielen neuen Gesichtern waren auch die altbekannten Starter aus dem letzten Jahr dabei. Neben Bert Neumann, der im Namen der Yachtsportgemeinschaft auch wieder die Preise für die Starter auslobte, nahmen Bürgermeister Michael Schmidt und die Bestplatzierten aus dem Vorjahr teil. Sogar tierische Teilnehmer fanden sich im Sautrog wieder: Michael Kreck wagte sich mit seinem Hund in den wackeligen Sautrog – der nahm das Ganze sehr gelassen. Die weiblichen Teilnehmer wurden dieses Jahr nicht von der Bürgermeistersgattin unterstützt, trotzdem fanden sich einige Mutige, die sich dem Wasser stellten.

Nach dem Einzelwettbewerb ging das Spektakel dieses Mal sogar noch weiter: Die Yachtsportgemeinde rief einen Paarwettbewerb aus, bei dem für die Gewinner eine Maß Bier und eine Portion Calamari ausgelobt waren. Auch für diesen Durchlauf waren schnell zahlreiche Umstehende zu begeistern. Die erste Runde wurde durch ein Kopf-an-Kopf-Rennen des Fürther Wassersportclubs gegen die YSG eröffnet, bei dem sich Herbert Kraus mit Partner im einen und Bert Neumann im anderen Sautrog keinen Zentimeter schenkten. Am Ende schlugen beide exakt gleichzeitig am Steg an, die Zeit von 52:50 Sekunden sollte die Zweitbeste bleiben.

Unter den Paarungen fand sich schließlich auch ein reiner „Bürgermeistertrog“ zusammen, in dem Michael Schmidt und Bernd Ernstberger, 1. Bürgermeister aus Schwarzenbruck gleich zweimal antraten.

Am Ende blickte man auf einen spannenden Wettkampf zurück, der mit folgenden Platzierungen endete: Im Einzelwettkampf siegte Jonas Pemsel vor Stefan Krebs und Michael Schmidt mit einer Zeit von 1:01 Minuten. Den Teamtitel ergatterten Marc Maurer und Kirsten Norbert mit einer Zeit von 47:28 Minuten. Alle anderen Teilnehmer erhielten einen Getränkegutschein und eine Urkunde.

Nur ein kleines Malheur trübte die sonst so reibungslos ablaufende Veranstaltung: Die in Auftrag gegebenen Pokale für die Sieger trugen ob offensichtlicher Unwissenheit der Verarbeiter nicht den Namen „Sautrogrennen“ – die Gewinner mussten sich mit einem „Saugtrog“-Pokal zufrieden geben. Die Trostworte des YSG-Präsidenten: „Das werden in 100 Jahren mal Unikate sein.“ JULIA RUHNAU

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