Schwaig blickt auf die Ukraine

Angst vor einem Krieg

Ein Blick ins Zentrum von Charkiw: Die Stadt im Osten der Ukraine unterhält seit 1990 eine Partnerschaft mit Nürnberg. Foto: Privat2014/03/44623_charkiwkoerberinnenstadt_New_1339163163_01.jpg

SCHWAIG — „Wir machen uns Sorgen um unsere Freunde“: Angespannt wird in der Region die Entwicklung in der Ukraine verfolgt. Immerhin liegt Charkiw, Nürnbergs Partnerstadt, in der auch viele Schwaiger Hilfsprojekte unterstützen, keine Stunde mit dem Auto von Russland entfernt.

Die Schwaiger SPD-Gemeinderätin Brigitte Zepf vom Partnerschaftsverein Charkiw-Nürnberg betet nach eigener Aussage darum, dass aus der Krim-Krise kein Krieg wird: „Ich hoffe, dass alle einen kühlen Kopf behalten.“ Russlands Präsident Wladimir Putin störe sich zwar nicht daran, was der Westen denke, doch „vielleicht ist das Risiko auch für Russland zu groß. Am Ende könnte es ja sogar zu einem Weltkrieg kommen“.

Zepf, die erst im Oktober wieder in Charkiw war, um dort an einer Konferenz zu Gleichstellungsfragen teilzunehmen, wünscht sich eine Ukraine, die statt geopolitischer Spielball „eine Brücke zwischen Ost und West“ ist. Vor allem Jugendliche und junge Erwachsene aus Charkiw bestätigen sie darin: „Die sind gut gebildet und gut informiert, oft sogar zwei-, drei- oder viersprachig.“ Diese Generation wolle mehr Nähe zur Europäischen Union.

Doch Zepf befindet sich im Augenblick in der Zuschauerrolle. „Ich schränke Kontakte zu vielen Leuten ein, um sie nicht zu gefährden“, sagt sie. Die SPD-Gemeinderätin will ihre ukrainischen Bekannten nicht in die Verlegenheit bringen, als „westliche Agenten“  verdächtigt zu werden. Immerhin: Die Lage in Charkiw, im Osten des Landes, sei deutlich entspannter als auf der Krim.

Genauso wie der Behringersdorfer Fritz Körber unterstützen Zepf und ihr Verein soziale Projekte, das „Nürnberger Haus“ in Charkiw ist ein deutsch-ukrainischer Treffpunkt.

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