Schnaittach geht „back to the roots“

Badsaal ist wieder Mehrzweckraum

Jürgen Schütte managt seit März den Schnaittacher Badsaal. Foto: Scholz2014/04/79987_JuergenSchuetteBadsaal_New_1396366268.jpg

SCHNAITTACH — Nach gut fünf Jahren „Tausendschön“-Theaterbetrieb ist der Schnaittacher Badsaal zu seinen Wurzeln als einfacher Mehrzweckraum zurückgekehrt. Der im Ort gut bekannte Jürgen Schütte hat ihn von der Gemeinde gepachtet und vermietet ihn an Vereine, Bürger und Firmen. Zusätzlich möchte er selbst als Veranstalter für kulturelle Farbtupfer sorgen. Angefangen beim Auftritt von „O‘Malley“ am 26. April.

„Back to the roots“, antwortet der 54-jährige Schnaittacher auf die Frage, was er mit dem Badsaal denn vorhabe. Schütte, der einen eigenen Hausmeister-Service hat und der auch schon einmal Marktgemeinderat war, hat von der Politik einen klaren Auftrag erhalten: Die Vereine sollen den Raum bevorzugt buchen können, darüber hinaus sollen die Türen möglichst jedem offen stehen, ob Firma oder Privatperson, sei es der Theaterverein Edelweiß oder wie am Wochenende der „Bauernwirt“ mit seiner „Re-Opening-Party“. Letzteres sei im Theater-Ambiente nicht denkbar gewesen, sagt Schütte, äußert damit aber nicht etwa Kritik am „Tausendschön“, sondern spricht nur von „einem anderen Konzept“.

Schütte pflegt den Saal und die Ausstattung, sorgt für die Reinigung, managt die Termine und stellt ein eigenes Programm auf die Beine. Wirklich fest stehen bisher nur der Irish-Folk-Abend mit „O‘Malley“ und zwei neue „Bauernwirt“-Partys Ende des Jahres. Schütte selbst plant eine weitere mit einem DJ des Nürnberger Goija-Clubs. Außerdem soll die Fürther „Bühne Erholung“ Gastspiele geben. Ab nächstem Jahr könnte er sich auch „ein bis zwei kleine Highlights vorstellen“, zum Beispiel Erwin Pelzig. Kabarett, Live-Musik, DJ-Partys und Theater also – „außerdem möchte ich, dass Firmen hier feiern“, sagt der Pächter. Ist auch Kino denkbar, wie es zuletzt die Bunte Liste organisiert hatte? „Auch das“, sagt der neue Badsaal-Chef. Er sei grundsätzlich offen. Man könne ihn jederzeit ganz unkompliziert und direkt ansprechen.

Also alles in Butter, könnte man meinen – wenn nur den Vereinen die Miete nicht zu hoch wäre. Maximal 300 Euro plus Reinigungskosten beträgt sie aktuell und war damit zu „Tausendschön“-Zeiten deutlich niedriger. Zum Vergleich: Die Röthenbacher Stadthalle kostet für örtliche Vereine knapp 210 Euro.

In Rücksprache mit den Ratsfraktionen sicherte Bürgermeister Georg Brandmüller jetzt den Vereinen einen Maximalbetrag von 300 Euro zu – alles inklusive –, den aber der Hauptausschuss am 8. April erst noch beschließen muss. Die Differenz trägt die Gemeinde. Wie überhaupt Brandmüller klar sagt, dass der Bürgermeister über „den kurzen Dienstweg“ jedem Verein einen Nachlass gewähren kann. Man müsse nur miteinander reden. Er und auch die meisten Marktgemeinderäte sind froh über den Pachtvertrag mit Schütte, der zunächst auf ein Jahr befristet ist. Brandmüller: „Wir kennen ihn und er kennt den Saal.“ Schließlich habe er ihn vor der „Tausendschön“-Zeit bereits sechs Jahre als Dienstleister in Schuss gehalten. Auch diese Möglichkeit wäre für ihn wieder in Frage gekommen, versichert der 54-jährige Selbstständige, aber der Gemeinderat entschied sich – gegen die heutige Bunte Liste – für die Pächtervariante.

N-Land Michael Scholz
Michael Scholz