Alltagsprobleme waren Thema bei Bürgerversammlung

Verkehr und Lärm beschäftigen Rückersdorf

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RÜCKERSDORF — Große Probleme, für die ihre Gemeindeverwaltung zuständig wäre, haben die Rückersdorfer offenbar nicht. Dieser Eindruck entstand bei der Bürgerversammlung im Bürgersaal, der ja als Immobilie für die Gemeinde-Verantwortlichen ein heißes Problem ist, was aber die meisten Bürger offenbar kalt lässt. Wer vor der eigenen Haustür Laub fremder Herkunft kehren muss oder sich über ausufernden Straßenrandbewuchs aus Privatgrundgrundstücken ärgert … ja, den plagen offenbar andere Sorgen.

Manche Bürger-Wortmeldungen nach dem ausführlichen Lagebericht von Bürgermeister Manfred Hofmann betrafen Randerscheinungen im Leben der 3,52 Quadratkilometer großen Gemeinde, die im Oktober 4552 Einwohner (plus 337 mit Zweitwohnsitz, also insgesamt 4889) zählte. Die Einwohnerzahl wächst, gerade auch durch die Schaffung von Bauflächen, wozu aktuell in erster Linie das Gebiet am Bergwiesenweg zählt. Dessen Erschließung bezeichnet der Bürgermeister als eines der großen Gemeinde-Projekte dieser Zeit. Aber auch anderswo im Ort entsteht durch Neubebauung Wohnraum. Somit gilt Rückersdorf als ein Ort im Wandel. Noch attraktiver könnte es durch flächendeckendes schnelles Internet sein – aber da hakt es momentan offenbar an einigen Details.

Geblieben oder sogar gestiegen sind die Sorgen von Menschen, die in Ortsbereichen wohnen, wo es Verkehrsprobleme gibt. Schmale Straßen, immer mehr und größere Autos, zunehmende Eiligkeit der Benutzer: Da knirscht es manchmal, ohne dass das Rathaus direkt Einfluss nehmen kann. Ein Sorgen-Brennpunkt ist schon länger das Entensee-Gebiet, aktuell bewegt die Frankenstraße die Gemüter. Beklagt wurden hier schlechte Sichtverhältnisse wegen geparkter Autos. Aber auch der herbstliche Laubfall jener Bäume, die auf Bahngrund stehen (und im Sommer die Abstrahlung von Zuglärm mindern), wurde kritisiert.

Unruhe ins Gebiet bringt auch die Absicht der Firma Franken, ihre Anlage zu verändern. Aber wie? „Hierzu gibt es noch keine konkreten Pläne. Wenn sie vorliegen, werden sie im Gemeinderat behandelt“, hieß es von der Gemeindeverwaltung – mit Hinweis auf die Möglichkeit, dass alle Interessierten die öffentlichen Beratungen im Rathaus mitverfolgen können. Auch eine Informationsveranstaltung für Anlieger sei vorgesehen. Grundsätzlich habe der Lärmschutz bei solchen Vorhaben eine wesentliche Bedeutung.

Schutz vor Lärm oder Gefahren, aber auch das Wahrnehmen von Eigenverantwortlichkeit – darum ging es vielen Bürgern an diesem Abend. Wie weit darf eine Hecke über die Grundstücksgrenze in Gehweg oder Straße ragen? Alles exakt geregelt, heißt es, aber die Kontrolle und der Vollzug solcher Regeln sind manchmal schwierig. Bürger monierten nicht nur ausladende Hecken, sondern auch Bäume, die Straßenleuchten ihre Wirkung nehmen. Apropos Leuchten: Beim DB-Haltepunkt Ludwigshöhe brenne eine Lampe ständig, wurde moniert. Zwar Bahnsache, die Gemeinde will sich aber kümmern.

Unfallschwerpunkt Kirchgasse

Ein Unfallschwerpunkt ist seit Jahren die Abzweigung Hauptstraße/Kirchgasse. Feuerwehr-Vorsitzender Frank Richartz fragte, ob es denn nicht möglich wäre, forsche Radfahrer durch eine Beschilderung zu bremsen. In diesem Zusammenhang kam ein Hinweis, dass am neu gebauten Radweg entlang der Kreisstraße zwischen Behringersdorf und Günthersbühl an zwei gefährlichen Straßenabzweigungen Vorfahrt-achten-Schilder die Radler zu erhöhter Aufmerksamkeit zwingen. Die Gemeindeverwaltung will prüfen, ob dies vielleicht auch hier ein Schritt zu mehr Sicherheit sein könnte.

Wie geht es weiter mit der Waldschule? Ihr Zustand sei – trotz alter Bausubstanz – im Vergleich zu vielen anderen Schulen gut, meinte der Rathauschef und erinnerte an die jahrelangen Überlegungen, ob die Schule saniert oder durch einen Neubau ersetzt werden solle. „Bei einem Neubau bekämen wir ein anderes Raumprogramm“, sagte er. Die relativ großen Klassenräume würde es dann wohl nicht mehr geben. Eine große Rolle bei Erneuerungs-Überlegungen spiele das Thema Ganztagesschule. „Aber da hängen wir in der Luft. Es gibt noch keine klaren Aussagen aus München“, bedauerte der Rathauschef.

Definitiv in schlechtem Zustand ist der Gehweg im Bereich der Berg- und Weinbergstraße. „So einen Gehsteig gibt’s, glaub ich, nicht mal in Afrika“, meinte ein Bürger. Der Bürgermeister wies auf die Haushaltsberatungen hin, bei der es auch um Geld für solche Sanierungen gehe. Ohne großen Aufwand sollte sich die Lesbarkeit der Aushänge in einem zen­tralen Info-Ständer verbessern lassen, wo derzeit erst dann ein Licht aufgeht, wenn die Straßenlampe brennt.

Die Bürgerversammlung zeigte in meist ruhigem Ton verbesserungswürdige Details im Gemeindeleben auf. Zu diesem gehören mittlerweile auch die 58 jugendlichen Asylbewerber, die in zwei Neubauten nahe der Hauptstraße untergebracht sind. „Kommen die inzwischen mit der Mülltrennung zurecht? Und wer trägt die Reinigungskosten, die Bewohner oder die Steuerzahler?“, lautete die erste Wortmeldung an diesem Abend. „Grundsätzlich sollen sie selber alles reinhalten“, antwortete der Bürgermeister. Ansonsten sei das nicht Sache der Gemeinde, sondern des Landrats­amts. Sabine Vogel vom Helferkreis ergänzte, dass es eine Einteilung gebe, wer in den Unterkünften für was zuständig ist.

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