Neue Technik soll in Rückersdorf für mehr Sicherheit sorgen

Ein Schuh für den Kirchweihbaum

„Diese Einrichtung mindert das Risiko beim Baumaufstellen erheblich“, meint Bürgermeister Hofmann, hier mit Mitarbeitern der Baufirma Schlenk.
„Diese Einrichtung mindert das Risiko beim Baumaufstellen erheblich“, meint Bürgermeister Hofmann, hier mit Mitarbeitern der Baufirma Schlenk. | Foto: Kohl2016/04/Rdf-Kirchweihbaum-Schuh-TK-8174.jpg

RÜCKERSDORF — Barfuß ist nicht mehr – der Rückersdorfer Kirchweihbaum trägt künftig einen stabilen stählernen Sicherheitsschuh. Ansonsten hätte sich beim Aufstellen kein Publikum mehr auf dem Festplatz aufhalten dürfen.

Auf dem Festgelände am Schmidtbauernhof hat der Gemeinde-Bauhof eine tiefe Grube ausgehoben. In ihr entstand ein beeindruckendes Geflecht aus Armierstahl, dem dann quasi die Krone aufgesetzt wurde: eine stabile Halterung für den Kirchweihbaum, die aus zwei Teilen besteht.

Fest im Boden verankert (und das Jahr über durch eine Platte sicher abgedeckt) ist ein großes Scharnier. Am Baumstamm wird vor dem Aufstellen ein stählerner „Schuh“ befestigt, der mit dieser Boden-Konstruktion verbunden wird. Dann kann der Kirchweihbaum beim Aufrichten nicht mehr seitlich wegdriften, verspricht die Herstellerfirma Bidlingmaier aus der oberschwäbischen Gemeinde Biberach.

Bürgermeister Manfred Hofmann freut sich, dass die Gemeinde Rü­ckersdorf das letzte noch im Lager vorhandene Exemplar dieser Sicherungstechnik ergattern konnte. Die Auftragsbücher der Firma seien voll, nachdem das Risiko beim Kirchweih- und Maibaumaufstellen auch durch schwere Unfälle deutlich geworden sei. 2015 war auf der Moosbacher Kirchweih eine Frau von dem beim Aufstellen umgekippten Baum erschlagen worden (die PZ berichtete).

Wehr übernimmt keine Garantie

In Rückersdorf hat die Freiwillige Feuerwehr die Garantenstellung für die Sicherheit beim Baumaufstellen abgelehnt, wenn es weiter in der gewohnten Form geschehen würde. Wegen des Risikos, dass der Baum in einer kritischen Phase des Aufrichtens entgleitet und ins Publikum stürzt, hätten sich dann auf dem gesamten Schmidtbauernhof-Areal keine Zuschauer mehr aufhalten dürfen.

Der Rathauschef, der die Baustelle beim Beginn der Betonarbeiten durch die Simmelsdorfer Firma Schlenk besuchte, beziffert die Kosten der technischen Konstruktion auf rund 4500 Euro. Die Gemeinde habe auch gleich einen zweiten, kleineren Stahlschuh erworben: für den Weihnachtsbaum. Am Alkoholverbot für die Akteure beim Kirwabaum-Aufstellen will die Gemeinde festhalten.

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