Haimendorfer trafen sich in Rockenbrunn zum gemeinsamen Tatort-Schauen

Gute Stimmung, maue Kritiken

Lockere Atmosphäre bei den Zuschauern im „Roggers“: Voller Vorfreude warten die Haimendorfer und Röthenbacher auf den berühmten „Tatort“-Vorspann. | Foto: Kirchmayer2016/05/Tatort-Roggers-Zuschauer.jpg

ROCKENBRUNN (kir) — Hauptrolle für den „Roggers“ zur besten Sendezeit: Zur Ausstrahlung des zweiten „Franken-Tatorts“ am Sonntag versammelten sich Haimendorfer, Röthenbacher und Angestellte zu einem Public Viewing am Drehort.

Eigentlich hat das Gasthaus in Rockenbrunn gerade geschlossen, Pächter Markus Haas ist im Urlaub und außer Landes. Aber um die Ausstrahlung des Krimis gebührend zu würdigen, öffneten seine Mitarbeiter dennoch die Pforten des Wirtshauses. Denn wo lässt sich der zweite „Franken-Tatort“ mit dem Titel „Das Recht sich zu sorgen“ besser anschauen als am TV-Tatort selbst? Das dachten sich rund 30 Gäste, die sich am Sonntagabend zum geselligen Beisammensein im traditionsreichen Lokal trafen.

In der Stube, wo im Spielfilm die Wirtin erdrosselt aufgefunden wird, gab es bei entspannter Atmosphäre von den Gästen zur Einstimmung bei heiterer Atmosphäre selbst mitgebrachte Brotzeit und Bier.

Auch Küchenhilfe Christine Reith-mayer ist dabei. Sie erinnert sich noch gut an die aufwändigen Dreharbeiten: „Es war unheimlich interessant, die ganzen Abläufe zu sehen. Unglaublich, was da für ein Equipment dahintersteckt“, staunt sie. Für den Dreh wurde beispielsweise extra die Wirtsstube grün gestrichen und nach Abschluss der Dreharbeiten wieder weiß übertüncht. Als das Filmteam des Bayerischen Rundfunks im vergangenen Sommer seine Zelte auf einer Wiese in Haimendorf aufschlug, lockte das nicht nur die Presse in den Röthenbacher Ortsteil. Durch die Berichterstattung entwickelte sich auch ein regelrechter Tatort-Tourismus zum „Roggers“, sagt Reithmayer.

Über den Werbe-Effekt für das Gasthaus freut sich auch Bolko von Oetinger, Besitzer des Anwesens. Auch der Haimendorfer ist unter den Gästen. „Dass hier gedreht wurde, ist auch für Haimendorf schön“, findet er. Der Dreh sei jetzt schon Teil der Ortsgeschichte.

Begeistert ist auch Röthenbachs Zweiter Bürgermeister Wolfgang Gottschalk. Der bekennende Tatort-Fan findet es „total klasse, die Heimatstadt im Fernsehen zu sehen“. Röthenbach sei stolz darauf, Drehort für so eine große Produktion gewesen zu sein. Auch seine CSU-Parteikollegin und Kreisrätin Cornelia Trinkl ist unter den Gästen.

Per Beamer wird der Krimi im Obergeschoss des Wirtshauses an die Wand geworfen. Als im abgedunkelten Zimmer der „Tatort“-Vorspann anläuft, wird es mucksmäuschenstill. Die Zuschauer schauen gebannt auf die Leinwand. Als der „Roggers“ zum ersten Mal im Bild ist, brandet kurzer Jubel auf. Bei witzigen Dialogen unter Beteiligung des Laufers Matthias Egersdörfer alias Michael Schatz, Leiter der Spurensicherung, gibt es Gekicher. Ansonsten haben die Zuschauer vor allem damit zu tun, der verworrenen Handlung zu folgen. „Wir haben uns alle fürchterlich gefreut, dass der ,Roggers‘ so oft von innen und außen zu sehen war“, sagt Reithmayer, die Küchenhilfe. Aber die Kritiken der Gäste sind größtenteils mau. „Der Reißer war es nicht“, fasst Reithmayer das Stimmungsbild zusammen. An der tollen Kulisse, da sind sich aber alle einig, lag das ganz und gar nicht.

N-Land Andreas Kirchmayer
Andreas Kirchmayer