Erste Details über mögliche Drehorte

„Franken-Tatort“ am Fuß des Moritzbergs?

Die Hüttenbachschlucht im Wald bei Haimendorf ...2015/06/hu__ttenbachschlucht_klingender_wasserfall_sommer.jpg

HAIMENDORF/ROCKENBRUNN — Eine Verfolgungsjagd im Wald bei Haimendorf, Ermittlungen im Gasthaus Rockenbrunn? Im Juli sollen die Dreharbeiten für den zweiten „Franken-Tatort“ beginnen. Welchen Fall die Nürnberger Kommissare nach ihrem erfolgreichen ersten Fernsehauftritt lösen müssen, hält der Bayerische Rundfunk (BR) zwar geheim, doch über mögliche Dreh­orte sickern Informationen durch. Unter anderem könnte der „Tatort“ am Fuß des Moritzbergs entstehen.

Offiziell heißt es vom Sender zwar nur, dass die neue „Tatort“-Episode ab Mitte Juli in Nürnberg, Würzburg und Umgebung gedreht werden soll. Doch nach Informationen der Pegnitz-Zeitung gab es diese Woche bereits ein Treffen zwischen dem Produktionsteam und der Röthenbacher Stadtverwaltung. Im Gemeindegebiet liegen aller Voraussicht nach zwei Drehorte: das historische Jagdschloss in Rockenbrunn – ein bei Ausflüglern beliebtes Gasthaus – und die Hüttenbachschlucht bei Haimendorf mit ihrem Wasserfall.

BR-Sprecherin Gesine Pucci bestätigt auf Anfrage, dass das Gasthaus „als mögliches Motiv“ besichtigt wurde, doch die Gespräche dazu dauerten noch an. Man suche nach einem passenden Gebäude mit angrenzendem Waldstück. Das Produktionsteam soll allerdings bereits die Röthenbacher Feuerwehr darum gebeten haben, Ende Juli mit einem Tanklöschfahrzeug eine größere Menge Wasser bereitzustellen. Offensichtlich wollen es die Macher des „Franken-Tatorts“ regnen lassen. Auch soll die Straße durch Rockenbrunn für eine Woche gesperrt werden, wohl für die Dreharbeiten.

Bürgermeister Klaus Hacker verweist auf den BR. Nur so viel sagt er: „Sollte der ,Tatort‘ tatsächlich in Röthenbach gedreht werden, freut sich der Bürgermeister natürlich, denn das bringt einen Imagegewinn für die Stadt.“ Markus Haas, der Rockenbrunner Wirt, mag sich vorerst nicht äußern, denn „es ist noch nichts spruchreif“.

BR-Sprecherin Pucci ist ohnehin zurückhaltend mit Auskünften über Dreh­orte. „Es geht auch darum, die Produktion zu schützen. Keinem bringt es etwas, wenn da Tausende von Leuten auftauchen und man deshalb Wände aufstellen muss“, sagt sie. Bei der ersten Episode des „Franken-Tatorts“, die im April 12,11 Millionen Zuschauer sahen, sei das öffentliche Interesse derart groß gewesen, dass vorab fast schon der Täter bekannt wurde. Wobei Pucci die Begeisterung der Franken für den „Tatort“ grundsätzlich großartig findet.

Komparsen-Casting läuft

Sicher ist, dass Rockenbrunn und die Hüttenbachschlucht nicht unbedingt die Hauptrolle beim zweiten Auftritt des Ermittlerduos Paula Ringelhahn (Dagmar Manzel) und Felix Voss (Fabian Hinrichs) spielen werden. Derzeit sucht der BR noch Komparsen und Schauspieler für kleinere Rollen. Eine solche kleinere Rolle ist die Besitzerin eben jenes Gasthauses, das in Rockenbrunn stehen könnte. Beschrieben wird die Wirtin in der Castingausschreibung als „anpackend, herzlich, offen und direkt“. In ihrem Leben habe es einige Enttäuschungen gegeben, doch sie sei dazu bereit, noch einmal durchzustarten.

Das Drehbuch stammt von der Grimme-Preisträgerin Beate Langmaack („Zeit der Helden“), als Regisseur wurde nach Angaben des BR der Schweizer Andreas Senn verpflichtet. Der Sender dazu auf seiner Website: „Er ist Krimi-Experte und führte unter anderem Regie beim Münchner Tatort ‚Das verkaufte Lächeln‘“. Der zweite „Franken-Tatort“ wird den Titel „Das Recht sich zu sorgen“ tragen, die Dreharbeiten sollen bis August dauern.

N-Land Andreas Sichelstiel
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