Am Sonntag in Lauf

Querdenker und Gegendemonstranten

Ein Video zeigt die Eskalation bei der Demonstration auf dem Laufer Marktplatz. Laut Polizeipräsidium wurden dabei drei Beamte verletzt.2021/01/xpo_lauf-scaled.jpg

NÜRNBERGER LAND — Nicht nur die „Querdenken“-Bewegung wird am Sonntagnachmittag auf dem Laufer Marktplatz demonstrieren. Inzwischen wurde auch eine Gegendemonstration unter dem Motto „Solidarität statt Verschwörungswahn“ angemeldet. Landrat Armin Kroder und der Laufer Bürgermeister Thomas Lang rufen die Teilnehmer beider Kundgebungen zu friedlichem Verhalten auf.

Kroder reagierte am Freitag auch auf Kritik an seiner Behörde und Forderungen nach einem Verbot der „Querdenken“-Demonstration. Dazu äußerte sich der Landrat so: „Ich teile die Meinung, die Corona-Schutzmaßnahmen dienten nur der Gängelung und Entmachtung der Bevölkerung, absolut nicht, in keiner Weise. Aber diese Meinung durch eine Demonstration kundzutun ist ein Grundrecht, und das Grundgesetz ist Basis all unserer Handlungen als Behörde und meiner als Landrat.“

Vor allem am Veranstaltungsort, dem Oberen Marktplatz, stören sich viele Laufer. Ursprünglich, so ein Sprecher des Landratsamts, wollten die Gegner der Corona-Maßnahmen von der Heldenwiese zur Innenstadt ziehen. Diesen Zug habe man jedoch verboten. Der Demonstrationsort sei mit der Polizei abgestimmt.

„Wollen wir hier nicht haben“

Die Gegendemonstration wird auf dem Unteren Marktplatz stattfinden. Angemeldet hat sie Christine Deutschmann aus Lauf. Sie sagt: „Im Nürnberger Land ist kaum jemand mit solchen Corona-Demos einverstanden. Wenn ‚Querdenken‘ hier das erste Mal auftritt, wollen wir ihnen deshalb zeigen, dass wir sie hier nicht haben wollen“.

Eine zusätzliche Infektionsgefahr sieht sie durch ihre Demo-Anmeldung nicht: „Mein Hygienekonzept sieht eine Masken- und Abstandspflicht vor und wir haben Ordner, die für die Einhaltung sorgen werden.“ Beide Demonstrationen sollen laut Landratsamt maximal 200 Teilnehmer umfassen. Man werde genau nachzählen, so ein Sprecher bereits am Donnerstag zur Pegnitz-Zeitung.

Den Aufruf, friedlich zu demonstrieren, teilt Deutschmann: „Wir werden uns nicht provozieren lassen“. Auch die „Querdenken“-Bewegung kündigt in ihrem Aufruf an: „Unser Protest ist und bleibt friedlich!“


Lauf wurde gezielt ausgewählt

Lauf habe man bewusst ausgewählt, um ein klares Zeichen zu setzen. Am Freitag vor einer Woche kam es im Anschluss an eine Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen zu Auseinandersetzungen zwischen Teilnehmern der Kundgebung und Polizisten. Drei Beamte seien verletzt worden, so das Polizeipräsidium. Man stehe, so der regionale „Querdenken“-Ableger, „für den Dialog zwischen Bürgern und Bürgern in Uniform“, wende sich aber auch „gegen die Instrumentalisierung unserer Polizei durch die Staatsregierung“.

Als Redner angekündigt ist unter anderem der Ulmer Aktivist und Rechtsanwalt Markus Haintz. Auch ein Livestream sei geplant, so „Querdenken“. Beginnen soll die Kundgebung um 13.30 Uhr.

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