Coronavirus

Nur wenige Schüler bleiben zu Hause

SARS-CoV-2 heißt das neuartige Coronavirus, das sich derzeit weltweit ausbreitet. Es verursacht die Erkrankung Covid-19. Diese Elektronenmikroskopaufnahme der National Institutes of Health zeigt, wie Viruspartikel aus im Labor kultivierten Zellen hervorgehen. | Foto: NIAID-RML2020/02/covid-19.jpg

NÜRNBERG — „Wenn Sie innerhalb der letzten 14 Tage in einem Risikogebiet waren, (…) lassen Sie Ihr Kind die nächsten 14 Tage zu Hause“, heißt es in einem Informationsschreiben, das das Laufer Christoph-Jacob-Treu-Gymnasium an die Eltern der Schüler verschickt hat. Damit richtet sich die Schule nach einer Richtlinie, die das Kultusministerium am Freitag für die bayerischen Schulen erlassen hat. Die Ausnahme von der Schulpflicht soll die Ausbreitung des Coronavirus verhindern.

Nur wenige Schüler haben von der Regelung Gebrauch gemacht. Weil sie sich in einem Risikogebiet aufgehalten haben, sind am Laufer CJT-Gymnasium zwei Schüler entschuldigt und an der Realschule in Röthenbach dürfen zwei Lehrer die nächsten Tage zu Hause bleiben. Allerdings beunruhigt das weder Schüler oder Eltern noch Lehrer, wie eine Umfrage der Pegnitz-Zeitung ergab.

„Alles ist ganz normal“, bringt es Michael Kirstein, Rektor der Kunigunden-Mittelschule in Lauf, auf den Punkt. Auch am Geschwister-Scholl-Gymnasium in Röthenbach läuft der Schulalltag normal weiter. „Wir nehmen das Thema Coronavirus ernst, aber eine übertriebene Beunruhigung ist kontraproduktiv“, sagt Schulleiter Clemens Berthold.

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Maßnahmen wie bei der Grippe

Ähnlich sieht es Christian Schaner, Konrektor der Laufer Bertlein-Grundschule: „Man greift das Thema auf, um die Angst zu nehmen, und wir weisen die Schüler auf die Husten- und Niesetikette hin.“

Während der Grippesaison achten die Schulen ohnehin vermehrt darauf, dass sich Viren nicht so schnell verbreiten – gleiches gilt auch für den Coronavirus. An der Schnaittacher Mittelschule gibt es zum Beispiel Durchsagen, in denen die Schüler an die Hygienemaßnahmen zur Grippevorbeugung erinnert werden. Auch die Realschule in Röthenbach beugt vor: „Generell haben wir in der Grippe- und Erkältungszeit Veranstaltungen zu Hygiene und wir haben auf den Toiletten Plakate aushängen“, sagt Schulleiter Peter Müller. Auch an seiner Schule sei der Coronavirus „kein großes Thema“.

Für die nächsten 14 Tage zu Hause bleiben sollen ohnehin nur Urlaubsrückkehrer, die sich in bestimmten Regionen in Italien, China, dem Iran oder Südkorea aufgehalten haben. Eine genaue Liste der Risikogebiete gibt es unter www.rki.de/covid-19, auch das Staatliche Schulamt und die einzelnen Schulen bieten Informationen auf ihren Internetseiten an.

Das Kultusministerium empfiehlt den zurückgekehrten Schülern, unabhängig von Symp­tomen, unnötige Kontakte zu vermeiden und zu Hause zu bleiben. Die Schule muss zwar informiert sein, aber die Nichtteilnahme am Unterricht gilt dann als entschuldigt.

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