Tarifverhandlungen

Warnstreik im Kreisbauhof Nürnberger Land

Ausgestattet mit Fahnen und Westen machten die Kreisbauhof-Mitarbeiter auf ihr Anliegen aufmerksam. | Foto: A. Pitsch2020/10/IMG_8237-scaled.jpg

REICHENSCHWAND – Es standen scheinbar nur wenige Männer tatenlos im Kreisbauhof des Nürnberger Landes. Doch waren sie nicht die einzigen: Von Bayern über Sachsen bis nach Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern wurde gestern Morgen in einigen Kreisbauhöfen drei Stunden lang gestreikt.

„Wir wollen damit Bund und Kommunen wachrütteln und einen Akzent setzen“, erklärt Peter Raum, der Ansprechpartner der Fachgewerkschaft der Straßen- und Verkehrsbeschäftigten in Reichenschwand. Denn er und seine Kollegen ärgern sich, dass ihr Einsatz gerade in Corona-Zeiten nicht gewürdigt wird: „Wir waren und sind auch im Winter immer da, haben dafür gesorgt, dass Baumaßnahmen dennoch umgesetzt werden konnten und haben eben keine Büros und die Möglichkeit zu Homeoffice.“ Das alles werde als zu selbstverständlich gesehen.

Die Gewerkschaft habe Anfang des Jahres sogar Bund und der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände eine Pauschale für 12 Monate angeboten statt intensiver, vorgesehener Tarifverhandlungen. Der Bund habe zugestimmt, der Verband jedoch nicht, erläutert Raum. Auf diese Blockadepolitik der Arbeitgeber wollte man mit dem Warnstreik nun aufmerksam machen. „Wir wollen damit nicht die Bevölkerung treffen“, betont Raum, „es geht uns um die nötige Wertschätzung unserer Arbeit gerade in dieser schwierigen Zeit.“

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