Weltfrauentag

Mortler gegen die Quote

"Wir müssen beweisen, dass Parteien keine Männerclubs sind", sagt Bundestagsabgeordnete Marlene Mortler. | Foto: PZ-Archiv2019/03/NL-marlene-mortler-interview.jpg

NÜRNBERGER LAND – Anlässlich des Weltfrauentags am Freitag, 8. März, bemängelt die Bundestagsabgeordnete Marlene Mortler den geringen Frauenanteil in der Politik.

„Frauen stellen die Hälfte der Bevölkerung. Nach dem Grundgesetz sind Männer und Frauen gleichberechtigt. In der Politik sind Frauen aber deutlich unterrepräsentiert“, sagt Mortler. 100 Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechts sei das ein Armutszeugnis für die Chancengleichheit.
Im Bayerischen Landtag beträgt der Frauenanteil nur knapp 27 Prozent, im Deutschen Bundestag sind es rund 31 Prozent. „Im EU-Parlament liegt der Frauenanteil mit 36 Prozent zwar höher als in den meisten Parlamenten der Mitgliedsstaaten. Es sind aber immer noch zu wenige weibliche Abgeordnete. Das muss sich ändern“, sagt die mittelfränkische CSU-Spitzenkandidatin für die Europawahl 2019.

Mortler hält nichts von Frauenquote

Von gesetzlichen Vorgaben in den Parlamenten hält Mortler nichts. „Mit einer Frauenquote zäumen wir das Pferd nur von hinten auf. Wenn der Frauenanteil schon in den Parteien zu gering ist, wie sollen dann mehr Frauen in die Parlamente gewählt werden?“ Dieses Problem könnten nur die Parteien selbst lösen. Das gelte auch für die CSU, betont Mortler. „Wir müssen mehr Frauen für Politik begeistern. Und wir müssen ihnen beweisen, dass Parteien keine Männerclubs sind, sondern eine Plattform mit der sie viel bewegen können, für ihre Heimat, für unsere Gesellschaft, aber auch für sich selbst“, erklärt die Politikerin.

N-Land Der Bote
Der Bote