Felßner beauftragte Labortests

Heimisches Bier ohne Glyphosat

Heimisches Bier kann ohne Bedenken genossen werden, sagt Günther Felßner. | Foto: Jeka1984/Thinkstock2016/04/bier-glyphosat-seidla-nachweis-jeka1984-thinkstock.jpg

NÜRNBERGER LAND — Unser heimisches Bier ist frei von Glyphosat“, sagt der Präsident des Bayerischen Bauernverbands (BBV) Mittelfranken, Günther Felßner aus Günthersbühl. Nachdem Berichte über angebliche Rückstände des Herbizids in großen deutschen Biermarken vor einigen Wochen einen bundesweiten Aufschrei ausgelöst hatten, hatte er auf eigene Faust drei Biere aus der Region testen lassen.

Um welche Biermarken es sich konkret handelt, wollte Felßner auch auf Nachfrage der PZ nicht verraten. Immerhin – so viel ist klar – stammen sie aus der Aktion „10-Kilometer-Bier“, an der nur sechs Brauereien beteiligt sind: Wiethaler aus Neunhof, Dreykorn aus Lauf, Kanone aus Schnaittach, Bub aus Leinburg, Lindenbräu aus Gräfenberg und Döbler aus Bad Windsheim.

Nachdem er in seiner Funktion als BBV-Bezirkspräsident immer wieder mit Nachfragen zu Glyphosat konfrontiert worden sei, habe er einen handfesten Beweis erbringen wollen, erklärt Felßner. „Ich bin einfach in den Getränkemarkt, habe drei Bierflaschen gekauft und sie ins Labor geschickt“ – genauer gesagt zu „Eurofins“, einem zertifizierten Labor in Hamburg. Da die Tests sehr teuer sind, habe er nicht gleich mehr Biere testen lassen. „Es verwenden aber alle die gleiche Gerste hier aus der Region“, sagt Felßner, der aber einräumt, dass dieses Ergebnis selbstverständlich nicht repräsentativ ist.

Zehn Tage später lägen ihm die Ergebnisse nun vor, die besagten, dass keinerlei Spuren des Spritzmittels in dem Gerstensaft gefunden wurden.

Felßner ist davon alles andere als überrascht: „Ich habe gar nichts anderes erwartet.“ Denn: In diesen Brauereien wird nur Gerste verwendet, die hier in der Region angebaut wird. Da das deutsche Gesetz das Spritzen von Glyphosat auf bereits ausgetriebenes Getreide untersagt, könne darin auch kein Spritzmittel enthalten sein, erklärt er. Weil es in manch anderen Ländern ein solches Verbot nicht gibt, führt Felßner die positiven Tests einiger großer deutscher Biersorten auf die Verwendung ausländischer Gerste zurück.

„Bayerische Bauern liegen mit ihren Produkten weltweit auf Platz eins, wenn es um Umwelt- und Verbraucherschutz geht“, betont Felßner. Trotzdem würden auch sie in die negative Berichterstattung mit hineingezogen, ärgert er sich.
Glyphosat sei, richtig verwendet, ein „umweltfreundliches, günstiges und weit verbreitetes Herbizid“, das Unkraut abtötet, indem es den Hormonhaushalt der Pflanze stört. Die Frage, ob das Gift tatsächlich krebserregend ist, sei nicht geklärt, so Felßner. Die generelle Anwendung des Herbizids durch ungeschulte Anwender müsse allerdings überprüft werden, räumter ein.

Mitte April will die EU entscheiden, ob das Spritzmittel zulässig bleibt.

Günther Felßner.
Günther Felßner. | Foto: Privat2016/04/felssner-im-getreidefeld.jpg
N-Land Tina Braun
Tina Braun