„Tag des offenen Denkmals“ am Sonntag

29 Bauwerke mit Geschichte

Burg Hohenstein gilt als eines der Wahrzeichen des Nürnberger Lands. Das Denkmal ist am Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet, unter anderem werden Führungen angeboten.
Burg Hohenstein gilt als eines der Wahrzeichen des Nürnberger Lands. Das Denkmal ist am Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet, unter anderem werden Führungen angeboten. | Foto: Scharrer2016/09/Denkmaltag-Burg-Hohenstein-aus-der-Luft-ute-Scharrer.jpg

NÜRNBERGER LAND — Der „Tag des offenen Denkmals“ ermöglicht einmal im Jahr den Blick in Schlösser, Kirchen und andere Bauwerke, die sonst teilweise für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sind. Oft finden auch Führungen von Experten statt. Im Landkreis Nürnberger Land beteiligen sich am kommenden Sonntag, 11. September, 29 historische Orte.

ALTDORF: Burg Grünsberg und Sophienquelle (Grünsberger Straße, 90518 Altdorf). Aus staufischer Zeit, vermutlich um 945 errichtet. Älteste urkundliche Erwähnung 1231. 1503 durch Brand zerstört, Wiederaufbau 1530 und 1561 bis 1562, 1720 barockisiert. Geöffnet 10 bis 17 Uhr. Führungen durch die frisch renovierten Räume des ersten Stocks halbstündlich 10 bis 13 und 14 bis 16.30 Uhr. Führungen in der Burgkapelle und zur Widderanlage nach Bedarf. Kontakt: Rotraut von Stromer-Baumbauer, Telefon 09131/36092.

ALTDORF-RASCH: St. Michaels-Kirche (Am Kirchenbühl 2, 90518 Altdorf-Rasch). Mutterkirche von Altdorf, Feucht, Kornburg, Leinburg,  Mögeldorf und Wendelstein. Vermutlich im 8. Jahrhundert als sogenannte Feldkirche bekannt. Nördlich der Kirche steht die Schäferkapelle, dort wurden bei einer Sanierung im Innenraum so genannte Votivgaben entdeckt. Geöffnet 11 bis 17 Uhr. Führungen nach Bedarf. Kontakt: Ute Bachner, Telefon 0157/8797 3941.

Die Rascher Kirche – hier aus der Luft – ist zum ersten Mal beim "Tag des offenen Denkmals" dabei.
Die Rascher Kirche – hier aus der Luft – ist zum ersten Mal beim „Tag des offenen Denkmals“ dabei. | Foto: Privat2016/09/denkmaltag-St.-Michaelskirche-altdorf-rasch.jpg

BURGTHANN: Burg (Burgstraße 1, 90559 Burgthann). Erbaut um 1160. Seit 1988 im Gemeindebesitz. Burginnenhof und Burgmauer geöffnet von 8 bis 18 Uhr. Keine Führungen.

ENGELTHAL: Historische Klosteranlage (Hauptstraße 41, 91238 Engelthal). 1243 gegründet, 1565 in weltlichen Besitz übergegangen. Ehemalige Gebäude des Dominikanerinnenklosters, Kirche und Umfassungsmauer des Klosterdorfs. Geöffnet 10 bis 18 Uhr. Führungen 14 und 16 Uhr. Kontakt Heini Liebel, Telefon 09158/408.

FEUCHT: Historischer Spaziergang durch den Ortskern (Treffpunkt 14 Uhr an der Reichswaldhalle, Brauhausgasse 13, 90537 Feucht). Hannes Schönfelder, SPD-Marktgemeinderat und ehemaliger Feuchter Bürgermeister, gibt Einblicke in die Geschichte des Marktes. Treffpunkt um 14 Uhr an der Reichswaldhalle. Erste Station ist das Pfinzingschloss. Ende gegen 16.30 Uhr.

HENFENFELD: Schloss (Am Schloss 12, 91239 Henfenfeld). Vollständig erhaltene Burganlage aus dem 16. Jahrhundert, Stammsitz der Nürnberger Partizierfamilie Pfinzing, dann von Haller, im 20. Jahrhundert Sitz der Bundesbahnschule, seit 2005 Opernakademie. Geöffnet 11 bis 19 Uhr. Führungen 11 und 13 Uhr. 15 Uhr Vernissage: Bilder von Young-Ok Park, 17 Uhr Konzert der Opernakademie. Kontakt: Denette Whitter, Telefon 09151/908 7838.

HERSBRUCK: Gänsturm (Eisenhüttlein 17, 91217 Hersbruck). Schlanker runder Turm mit Spitzdach, um 1440 als Teil der Stadtbefestigung gebaut. 1801 von J. J. Rempel erworben, dieser ummauerte den Rundturm zu einem viereckigen Turm, brach den oberen Teil des Turmes ab und setzte auf den Stumpf ein Fachwerkgeschoss. Geöffnet 10 bis 18 Uhr. Führungen nach Bedarf.

KIRCHENSITTENBACH-HOHENSTEIN: Burg Hohenstein (Haus 1, 2a und b, 91241 Kirchensittenbach Hohenstein). Höhenburg erstmals im 11. Jahrhundert erwähnt. 1553 niedergebrannt, Wiederaufbau bis ins 17. Jahrhundert. Seit 1983 im Besitz des Verschönerungsvereins Hohenstadt, 1998 bis 2008 saniert. Geöffnet 10 bis 18 Uhr, Führungen nach Bedarf. Vorführungen mit Schwert und Bogen auf der Burgwiese, Bilderausstellung „Fränkische Seele“ im „Langen Haus“ (erstmals geöffnet). Sonderausstellung „Bauen im 14. Jahrhundert“ in der Oberburg.

LAUF: Glockengießerspital (Spitalstraße 5, 91207 Lauf). 1374 gestiftetes Spital an der Goldenen Straße. Heute teilweise als Stadtarchiv genutzt, Hofanlage 16. und 17. Jahrhundert, Kirchenruine, Hauskapelle mit Ausstattung. Geöffnet zu den Führungen um 10 und 10.40 Uhr. Kostenlose Einlasskarten gibt es vorab im Stadtarchiv Lauf, Spitalstraße 5. Kontakt: Ina Schönwald, Telefon 09123/184166.

LAUF: Schleifmühle Reichel (Höllgasse, 91207 Lauf). Auf einer Insel der Pegnitz gelegene Schleifmühle für Metallwaren, 1380 bis 1988 in Betrieb. Als Museumsschleiferei mit Antrieb durch ein Wasserrad seit 2006 wieder genutzt. Geöffnet 10 bis 17 Uhr. Vorführung der Maschinen durch Altstadtfreunde Lauf. Kontakt: Baldur Strobel, Telefon 09123/5423.

LAUF: St.-Johannis-Kirche (Kirchenplatz 1, 91207 Lauf). 1275 als Kapelle erbaut, seit 1553 Pfarrkirche, 1680 bis 1710 barockisiert. Altar mit sieben Wechselbildern analog zum Kirchenjahr, heizbarer Taufstein, Kanzel und renovierte Brandenstein-Orgel zweite Hälfte 17. Jahrhundert, modernes Kirchenfenster 2005 gestaltet von Andreas Felger zum Thema Paulus auf dem Areopag in Athen. Turm mit barocker Zwiebelkuppe und Türmerwohnung. Geöffnet 11 bis 17 Uhr. Kirchenführungen nach Bedarf, Orgelführung 15 Uhr. 12 Uhr Mittagsgebet, 17 Uhr Abendgebet. Kontakt Susanne Koch-Schächtele, Telefon 09123/81350.

LAUF-NEUNHOF: Brauerei Wiethaler (Welserplatz 7, 91207 Lauf Neunhof). Mittelständische Privatbrauerei, hervorgegangen aus dem seit 1498 als Wirtshaus Goldene Krone nachweisbaren Brauereigasthof gegenüber, jetzt Fachwerkbau von 1702. In der Brauerei Wiethaler werden Biere handwerklich gebraut und selbst abgefüllt. Geöffnet 9 bis 17 Uhr. Führungen halbstündlich für Gruppen von mindestens zehn Teilnehmern.

LAUF-NEUNHOF: Gärtnerhaus (Welserstraße 11, Schäfgarten, 91207 Lauf Neunhof). Langgestreckter, einstöckiger Sandsteinbau mit Halbwalmdach, errichtet 1839 als Wohngebäude des Schlossgärtners. In einem Teil des Hauses ist das Karltelier eingerichtet. Im Haus sind Teile des alten Mauerwerks und der Putzdekorationen zu sehen. Geöffnet 10 bis 17 Uhr. Kontakt: Ruth-Eva Karl, Telefon 09126/288295.

LAUF-NEUNHOF: Johanniskirche (Kirchenweg 4, 91207 Lauf Neunhof). Spätgotische Chorturmkirche im ehemals befestigten Friedhof mit barocker Innenausstattung. Zahlreiche Totenschilde und Epitaphien der Patrizierfamilien Welser und Koler von Neunhof. Geöffnet 8 bis 19 Uhr. Führung 17 Uhr. 17 Uhr Wort und Musik zum Tag des offenen Denkmals mit Orgelwerken von Bach, Pachelbel und anderen. Kontakt: Ewald Glückert, Telefon 09123/13008.

LAUF-NEUNHOF: Kolerschloss (Schlossstraße 3, 91207 Lauf Neunhof). Barocker Herrensitz, durch die Patrizierfamilie Welser 1749 errichtet. Restaurierte Innenräume mit Decken- und Wandstuckierung, frühklassizistische Kachelöfen, Antiquitätenausstellung.  Geöffnet 10 bis 17 Uhr. Kontakt: Brigitte Lemke-Kellner, Kolerschloss, Telefon 09126/7165.

Ins Welserschloss in Neunhof, das noch immer in Privatbesitz ist, kommt man normalerweise nicht.
Ins Welserschloss in Neunhof, das noch immer in Privatbesitz ist, kommt man normalerweise nicht. Ausnahme: der Denkmalstag. | Foto: PZ-Archiv2016/09/Denkmaltag-WelserschlossNeunhofHerbst1.jpg

LAUF-NEUNHOF: Welserschloss (Welserplatz 1, 91207 Lauf Neunhof).Mit vorgelagertem Herrenhaus, Bau 1611 begonnen, im frühen 18. Jh. vollendet. Innenräume mit barockem Deckenstuck, textilen Wandbespannungen und Ausstattung aus dem 16. bis 19. Jahrhundert. Privater Schlosskomplex, Sitz der privaten Freiherrlichen von Welserschen Familienstiftung. Förderprojekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Geöffnet 11.30 bis 16 Uhr. Führungen stündlich. Kontakt: Michael Freiherr von Welser, Telefon 089/349269.

LAUF-TAUCHERSREUTH: Tauchersreuther Wasserturm (Höhenstraße, 91207 Lauf Tauchersreuth). 1907 erbaut, 1929 Einbau des neuen Widders, 1975 stillgelegt. 1981 bis 1987 saniert und wieder in Betrieb genommen. 140 kg schwerer hydraulischer Widder im Wehrgraben. Bis heute voll funktionsfähig. Geöffnet 10 bis 17 Uhr. Führungen nach Bedarf. Kontakt: Helga Adelmann, Telefon 09126/7437.

OTTENSOOS: Ehemalige Synagoge (Dorfplatz 5, 91242 Ottensoos). Zweigeschossiger, zweiflügeliger Sandsteinbau mit Satteldach. 1871 bis 1872 nach Brand neu aufgebaut. Seit Beginn des 16. Jahrhunderts gab es eine jüdische Gemeinde. Nach Vertreibung durch die Nationalsozialisten wurde die Synagoge zunächst als Kindergarten und danach mit Zwischendecken und -wänden als Wohnhaus genutzt. 2010 bis 2015 umfassende Instandsetzung als Kulturhaus. Geöffnet 13 bis 16 Uhr. Führungen halbstündlich. 15 Uhr Sonderführung mit Stefan Adelmann, Restaurator im Zimmerhandwerk. Kontakt: Arnulf Elhardt, Telefon 09151/822605.

OTTENSOOS: Kulturbahnhof (Bahnhofstraße 11, 91242 Ottensoos). 1859 vom bayerischen Architekten Friedrich Bürklein im Rahmen des Baus der Ostbahnen errichtet. Nach umfangreicher Sanierung seit Mai 2012 Nutzung als Kulturbahnhof mit Kunstmuseum Renate Kirchhof-Stahlmann und Forum für nachhaltige Entwicklung. Geöffnet 14 bis 18 Uhr. Führungen nach Bedarf. Kontakt: Volker Stahlmann, Telefon 09123/6518.

Führungen nach Bedarf finden im Kulturbahnhof in Ottensoos statt.
Führungen nach Bedarf finden im Kulturbahnhof in Ottensoos statt. | Foto: Lassauer2016/09/Denkmaltag-kulturbahnhof-ottensoos0004.jpg

POMMELSBRUNN: Kieselmühle (Kieselmühlweg 1, 91224 Pommelsbrunn). 1824 errichtetes Mühlengebäude am Högenbach mit Fachwerkgiebel. Seit 1905 als Elektrizitätswerk umgebaut. Wird seit 2015 in Eigenarbeit nach und nach restauriert, ist teilweise Baustelle, kann von außen und nur sehr begrenzt von innen besichtigt werden. Wird momentan privat bewohnt und genutzt.

POMMELSBRUNN: Laurentiuskirche (Kirchplatz 5, 91224 Pommelsbrunn). Erstmalige urkundliche Erwähnung im Jahre 1403, bis 1526 Filiale von Happurg. Untergeschoss des Chorturms aus dem 14. Jahrhundert. 1693 und 1726 bis 1731 wesentliche bauliche Veränderungen, sie entsprechen dem heutigen Erscheinungsbild. Sämtliche Stuckarbeiten nach Entwürfen von Donato Pollini, ausgeführt durch Phillip Jakob Schmutzer, Gemälde von J. C. Reich.  Geöffnet 9 bis 17 Uhr. Führung 15 Uhr.

POMMELSBRUNN-HEGENDORF: Engelthaler Gut (Hegendorf 5, 91244 Pommelsbrunn). Eingeschossiges Wohnstallhaus mit Steildach und Zierfachwerkgiebel, Baujahr 1779. Befindet sich wegen Komplettsanierung in der Rohbauphase. Geöffnet 10 bis 18 Uhr. Kontakt: Johannes Felgner, Telefon 09154 /915 0123.

RÖTHENBACH-MORITZBERG: Moritzbergkapelle (Moritzberg 2, 90552 Röthenbach Moritzberg). Chorturmkirche 1419 errichtet, dem Heiligen Mauritius geweiht. Wallfahrtskirche hufkranke Pferde, seit 1476 im Besitz der Familie Fürer v. Haimendorf, hölzernes Tonnengewölbe aus dem 19. Jahrhundert, Flügelaltar aus dem 16. Jahrhundert, vorreformatorische Apostelkreuze, Seitenaltäre und Holzepitaphien der Stifterfamilie. 2013 bis 2015 restauriert. Geöffnet zu den Führungen von 13 bis 15 Uhr.

SCHNAITTACH: Alte Badstube und untere Badstube (Birkensteingasse 1, 91220 Schnaittach). Die Existenz einer Badstube ist seit 1366/68 nachgewiesen. Funde, die 2001/02 wissenschaftlich ausgewertet wurden, belegen sie mindestens seit 1305. Geöffnet 11 bis 16 Uhr. Führungen nach Bedarf. Gelände Fröschau/Birkensteingasse ist zu besichtigen. Kontakt: Joachim Pietzcker, Telefon: 0151/17407484.

SCHNAITTACH: Ehemaliges Handwerkerhaus (Fröschau 4, 91220 Schnaittach). Im Kern Fachwerkbau, um 1730 errichtet, Umbauphase um 1840. Scheune, Fachwerkbau, wohl 18. Jahrhundert, ausgebaut 2016. Verwendung als Wochenendhaus. Geöffnet 11 bis 16 Uhr. Führungen nach Bedarf. Das alte Badhaus sowie die Kulturscheune können besichtigt werden. Kontakt: Joachim Pietzcker, Telefon 0151/17407484.

SCHNAITTACH: Felsenkeller (Museumsgasse, neben dem Heimat-/Jüdischen Museum, 91220 Schnaittach). Die sonst nicht öffentlich zugänglichen Keller wurden vor der Erfindung von Kühlsystemen zur Lagerhaltung von Lebensmitteln genutzt. Führungen sind ausverkauft.

SCHNAITTACH: Jüdisches Museum Franken (Museumsgasse 12-16, 91220 Schnaittach) Errichtet in der 1570 erbauten Synagoge mit angegliedertem Rabbinerhaus und Ritualbad. Dauerausstellung mit Zeugnissen jüdischer Kultur. Geöffnet 12 bis 17 Uhr. Führung 14 Uhr. Kontakt: Jüdisches Museum Franken, Telefon 0911/9774853.

SCHWARZENBRUCK: Brückkanal (Brückkanal 3, 90592 Schwarzenbruck). Errichtet 1838. Vom Raum innerhalb des Brückenpfeilers ist die Bogenkonstruktion von unten zu besichtigen. Geöffnet 10 bis 16 Uhr. Führungen nach Bedarf. Kontakt: Reinhard Bauer, Telefon 09128/991157.

WINKELHAID-PENZENHOFEN: St.-Johannis-Kirche (Altenthanner Straße 3, 90610 Winkelhaid Penzenhofen). Hallenkirche mit einem an der Westseite anliegenden Turm. Erbaut um 1400, im 30-jährigen Krieg verfallen. 1691 wieder aufgebaut und bis 1809 Übungskirche für die theologische Fakultät der Universität in Altdorf. Dient heute der evangelischen Gemeinde Winkelhaid als Gotteshaus. Geöffnet 10 bis 18 Uhr. Führungen 11 und 15 Uhr. Kontakt: Werner Spangler, Telefon 09187/41900.

N-Land Andreas Kirchmayer
Andreas Kirchmayer