Sanierung und Erweiterung

Bürger müssen für Kläranlage zahlen

An den Kosten für die Sanierung der Kläranlage müssen sich alle Leinburger beteiligen. | Foto: Archiv2019/07/Diepersdorf-haushalt-leinb-klaeranlage-diep.jpg

LEINBURG – Die Sanierung der Kläranlage ist längst beschlossen. Nun haben die Bürger bei einem Info-Abend erfahren, was da auf sie zukommt. Die meisten Leinburger erwartet eine Rechnung im niedrigen vierstelligen Bereich.

Bürgermeister Joachim Lang erklärte in der übervollen Diepersdorfer Turnhalle, dass Sanierung und Erweiterung der Kläranlage wie auch die Umlegung der Kosten auf die Bürger ein Muss darstellen. Der Bau war nach 25 Jahren renovierungsbedürftig geworden. Und er habe nicht, wie manche annehmen, wegen der Firma Bolta aufgerüstet werden, sondern weil die Gemeinde seit 1993 um etwa 800 Einwohner gewachsen ist. Er wies auch noch einmal darauf hin, dass es gesetzlich vorgeschrieben ist, dass die entstandenen Kosten von den Bürgern bezahlt werden.

Einmalzahlung statt Gebührenschraube

Die Gemeinde hatte sich – anders als etwa die Gemeinde Schwarzenbruck – dazu entschlossen, die entstandenen Kosten zu 100 Prozent aus einer einmaligen Umlage von den Bürgern einzufordern. So soll der Investitionsaufwand viel schneller refinanziert werden, als dies durch Gebührenerhöhungen möglich wäre. Dadurch muss sich die Gemeinde bei weiteren größeren Vorhaben nicht auf dem Kreditmarkt bedienen. Lang wies darauf hin, dass die Erstattung der Beiträge auch in Form von bis zu drei Ratenzahlungen möglich sei.

So viel zahlt ein Reihenhaus-Besitzer

Kommunalberater Dr. Heinrich Schulte erklärte, dass sich die Kosten in erster Linie aus den Grundstücks- und Geschossflächen errechnen. Anhand von fiktiven Gemeinden und zahlungspflichtigen Bürgern veranschaulichte er in Beispielberechnungen, wie sich die Erhebung über Gebühren und die über Beiträge unterscheiden, und wer überhaupt zahlungspflichtig ist.

So konnten die Leinburger ihre Bescheide mit den Musterrechnungen vergleichen: Ein durchschnittliches Anwesen mit 700 Quadratmetern Grundstücksfläche und 300 Quadratmetern Geschossfläche hat demnach 2452 Euro zu entrichten. Ein größeres Anwesen mit 1000 Quadratmetern ist mit 2962 Euro dabei, ein Reihenhaus mit 400 Quadratmetern mit knapp 1600 Euro und ein Bauernhof mit 2000 Quadratmetern Grundstücks- und 500 Quadratmetern Geschossfläche löhnt 4545 Euro.

Info: Noch bis einschließlich Dienstag, 30. Juli, können Einwohner sich individuell den ganzen Tag über von Fachleuten zu ihren Bescheiden im Leinburger Rathaus beraten lassen.

N-Land Gisa Spandler
Gisa Spandler