LAUF – Der ehemalige Laufer Stadtrat und Richter im Ruhestand, Rudolf Heindl ist tot.
Heindl starb bereits am 1. August nach einer längererer Krebserkrankung im Alter von 72 Jahren. Zuletzt wohnte er mit seiner Frau Zerrin in Hartmannshof.
Rudolf Heindl studiert in Erlangen Jura und ging in den Staatsdienst. Als Richter war er zunächst am Amtsgericht in Lauf tätig, im Wappensaal des Wenzelschlosses sprach er bis Anfang der 80er Jahre Urteile. Mit dem Umzug des Gerichts wechselte er nach Hersbruck. Anfang der 90er Jahre ging er nach internen Auseinandersetzungen mit der bayerischen Justiz und der drohenden Versetzung in die neuen Bundesländer vorzeitig in Pension.
Heindls politische Karriere begann 1978, als er für die SPD in den Laufer Stadtrat und in den Kreistag gewählt wurde. In der Stadt stieg er zum Fraktionssprecher auf und blieb dies bis zu seinem Ausscheiden aus dem Rat 1988, weil er nach Kersbach umgezogen war. Im Stadtrat war Heindl der kommunalpolitisch sehr engagierte Widerpart des CSU-Sprechers Gerhard Voack, mit dem er sich regelmäßig intellektuelle Wortgefechte lieferte.
1987 war Heindl nach internen Zwistigkeiten (unter anderem hatte er mit seiner parteiinternen Kandidatur als 2. Bürgermeister Laufs keinen Erfolg) aus der SPD ausgetreten. Vergeblich bemühte er sich um Aufnahme bei der CSU, anschließend wechselte er zu den Republikanern. Dadurch kam die Partei zum ersten Sitz im Kreistag. 1990 wurde er für die Republikaner in den Nürnberger Stadtrat gewählt, wenig später trat er wieder aus.
Rudolf Heindl hat sich durch seine Kritik an der bayerischen Justiz, wobei er auch vor Verschwörungstheorien nicht Halt machte, bis zum Schluss auch viel Ärger eingehandelt. Kritiker warfen ihm ein sehr eigenwilliges und stures Gerechtigkeitsempfinden vor. Zuletzt war Heindl juristisch gegen Günther Beckstein vorgegangen, den er der Verstrickung in den NSU bezichtigte. Ein Vorwurf, der nicht bestätigt wurde.
Nach seiner Pensionierung und einer kurzzeitigen Beratertätigkeit in einer Kanzlei in den neuen Bundesländern setzte sich Rudolf Heindl ehrenamtlich für vermeintliche und tatsächliche Justizopfer ein. Außerdem war er ehrenamtlicher Mitarbeiter der evang. Kirche. Rudolf Heindl gehörte früh zum Unterstützerkreis von Gustl Mollath, besuchte ihn mehrmals in der Psychiatrie und half bei seiner Freilassung mit.
Privat war Heindl ein sehr geistreicher sensibler Mensch. Er liebte die Philosphie und Diskussionen, das Theater und klassische Musik.
