Laufer Künstler

Philipp Moll ist tot

Philipp Moll | Foto: Minx2016/10/philipp-moll.jpg

LAUF — Philipp Moll ist tot. Der aus Lauf stammende Künstler, Kabarettist, Texter, Gastgeber und Musiker starb überraschend am Montag, er wurde 46 Jahre alt.
Philipp Moll litt seit Jahren an einer Herzkrankeit. Zwei Wochen, nachdem ihm jetzt ein Spenderherz eingepflanzt werden konnte, ist er im Krankenhaus gestorben.
Philipp Moll ist in Lauf links aufgewachsen und machte am CJT-Gymnasium Abitur. Er studierte kurz Theologie, begann eine Schreinerlehre und studierte an der Akademie der Bildenden Künste in Lauf/Nürnberg und an der Kunsthochschule in Budapest. 2005 erhielt er den Debütantenpreis des Bayerischen Wissenschaft und Kunstministerium, 2011 ein Nürnberg Stipendium im Rahmen des Kulturförderpreises. Seine Werke waren in vielen Ländern zu sehen.
Schon mit 22 Jahren gründete er zusammen mit den Schulfreunden Lothar Gröschel, Matthias Egersdörfer und Dietrich Gerstenhauer den Kulturverein Winterstein in einem Kuhstall im gleichnahmigen Ort. Hier gab es Austellungen, Konzerte und Lesungen, heute ist der Kulturverein „auf AEG“ zu Hause, Philipp Moll war bis zuletzt treibende Kraft.
Das Multitalent ist Mitbegründer der Band „Fast zu Fürth“ und war mit ihr im Mai noch in der Schweiz auf Tour. Mit dem Künstlerkollegen Martin Fürbringer gründete er 2007 die „Weltanschauungsbeauftragten“, die Projekte zwischen Kunst und Bevölkerung voranbrachten.
Mit „Molls bunter Trichter“ machte sich der Künstler einen Namen als wöchentlicher Gastgeber einer speziellen Talkshow im „Katana“ in der Südstadt. Moll veröffentlichte Bücher und entwickelte sich immer mehr zum Autor, mit einer Kolumne in der Nürnberger Zeitung, und Kabarettisten mit Auftritten auch im Bayerischen Fernsehen.
Freunde und Weggefährten schätzten Moll als ehrlichen und geraden Menschen, als Ideengeber und gleichwohl ruhigen wie unglaublich agilen Typen. „Er war ein großartiger Mensch“ sagt Lothar Gröschel.

N-Land Clemens Fischer
Clemens Fischer