Zirkus-Gastspiel mit 170 Tieren in Lauf

Krone unbeeindruckt von Kritik

Martin Lacey mit seiner berühmten Raubtierdressur. Den ersten weißen Löwen gab es im Zirkus Krone 2001. Mittlerweile hat der Zirkus 25 – allesamt Zuchterfolge der vergangenen Jahre.
Martin Lacey mit seiner berühmten Raubtierdressur. Den ersten weißen Löwen gab es im Zirkus Krone 2001. Mittlerweile hat der Zirkus 25 – allesamt Zuchterfolge der vergangenen Jahre. | Foto: Krone2016/09/circus-krone-Martin_Lacey_jr_Raubtiernummer.jpg

LAUF — Noch gut drei Wochen sind es bis zum Gastspiel des Circus Krone in Lauf. Vom 29. September bis 4. Oktober gastiert das nach eigenen Angaben größte Zirkus-Unternehmen Europas in der Pegnitzstadt. Tierschützer protestieren.

400 Menschen, 352 Wagen, 170 Tiere – die Zahlen, die Marketingmanager Markus Strobl vorab präsentiert, zeigen, was Ende September auf Lauf zukommt. Der Circus Krone reist auf seiner 28 Städte umfassenden Deutschlandtournee mit ganz großem Gepäck. Seit April ist Krone unterwegs, um die Produktion „Evolution“, die 2015 in München Premiere feierte und bislang 1,7 Millionen Besucher anlockte, zu zeigen.

Vor Lauf gastiert der Zirkus in Neumarkt, aufgebaut wird ab 27. September. Die doppelte Ausstattung an Masten, Gestängen und Gehegen für die Tiere, von denen 100 Teil der aktuellen Show sind, machen es möglich. Das 4500 Mann umfassende Zirkuszelt hingegen gibt es nur einmal, es wird in Neumarkt am 27. September ab und am 28. in Lauf wieder aufgezogen. „Wir brauchen 24 Stunden, dann sind wir reisefertig“, sagt Strobl.

Jede Menge Logistik

Der Circus Krone ist logistisch unabhängig, verfügt über eine eigene Großküche, Schule, Schneiderei, Sattlerei, Schreinerei, Stromaggregate und sogar über eine Betriebsfeuerwehr. „Wir brauchen nur Wasser und Publikum“, wirbt der PR-Mann charmant. Da die Pegnitzwiesen für das Equipment, das flächenmäßig etwa fünf Fußballfelder umfasst, nicht ausreicht, werden die 54 Artisten ihr Quartier voraussichtlich auf der Heldenwiese aufschlagen.

Gleichwohl ist das zweite Gastspiel des traditionsreichen Familienunternehmens in Lauf nicht ungetrübt. Die Haltung und der Auftritt von Wildtieren in Zirkussen sind seit Jahren heftig umstritten (die PZ berichtete mehrfach, z.B. im Februar). Tierschützer haben für den 1. Oktober zu einer Demo in Lauf mit Kundgebung auf dem Marktplatz geladen. Laut Landrats­amt wird mit etwa 200 Teilnehmern gerechnet.

Polizei soll Gastspiel absichern

Marketingmann Strobl gibt sich gelassen: Die Sicherung der Besucher und des Zirkus‘ während der Demo sei Sache der Polizei, besondere Maßnahmen darüber hinaus seien nicht geplant. Die Kritik der Tierrechtler kann er nicht nachvollziehen, verweist vielmehr noch einmal auf die vielfachen Anstrengungen, die der Circus Krone seit Jahren freiwillig in Sachen Tierschutz unternehme und  auf die Zuchterfolge, die nur durch die  artgerechte Haltung möglich seien.

Fakt ist für Strobl, der da die Zirkusfamilie Sembach-Krone zu 100 Prozent hinter sich weiß: „Zu einem Zirkus gehören Tiere. Das ist seit über 350 Jahren so.“ Im Falle von Krone auch Wildtiere. Der Markenname sei damit aufs Engste verbunden. Eine Umfrage habe darüber hinaus jüngst ergeben, dass 72,8 Prozent der Befragten Tiere im Zirkus sehen wollten. „Tiere sprechen Menschen nun einmal mit allen Sinnen an“.

Krone hält an Dressuren fest

Überlegungen, die Tierdressuren aufzugeben, habe es nie gegeben: „Dann wären wir kein Zirkus mehr, sondern ein Varieté“, sagt der Manager, der zuvor für Roncalli und Cirque de Soleil tätig war. Schon deshalb leiste das Unternehmen im Tierschutz weit mehr, als es müsse. „Und weil es die Devise gibt: Wir verdienen Geld, um Zirkus zu machen, und nicht umgekehrt“.

Das wirke sich auch auf die Planung aus. Europatourneen gebe es nur noch selten. „Da würden uns unsere eigenen Tierschutzbeauftragten alle 150 Kilometer einen Stopp verordnen“. Weil sich das nicht rechnet, tourt Circus Krone seit einigen Jahren vor allem durch Deutschland und die angrenzenden Länder.

60 Prozent des Programms „Evolution“ bestreitet Circus Krone mit Tiernummern, darunter die legendären Dressuren der Elefanten und der Löwen, mit denen der Zirkus und Dompteur Martin Lacey berühmt wurden. Aber auch ein Nashorn, Kamele, Zebras, Pferde, Ziegen, Aras und Seelöwen sind in verschiedensten Nummern der dreistündigen Show zu sehen.

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