Kehrtwende auf der Suche nach Klinikparkplatz

Auf diesem Grundstück zwischen Simonshofer Straße (rechts) und der Zufahrt zur Notaufnahme des Laufer Krankenhauses (links) sollte nach dem Willen von FW, CSU und SPD der neue Parkplatz entstehen. Foto: Fischer2012/05/43493_parkplatzbaugebietamkrankenhaus_New_1337241664.jpg

LAUF — Eine ungewöhnliche Allianz im Laufer Bauausschuss versucht eine Kehrtwende bei der Suche nach einem neuen Parkplatz am Laufer Krankenhaus: Statt die Pläne eines neuen umstrittenen Großparkplatzes am Kunigundenberg westlich der Klinik weiter zu verfolgen, sollte versucht werden, ein Grundstück an der Simonshofer Straße, direkt an der Zufahrt zur Notaufnahme, zu kaufen und als Parkplatz auszubauen. CSU und SPD unterstützten einen Antrag der Freien Wähler, wonach mit dem Grundstücksbesitzer, der dort eigentlich Wohnungen errichten wollte, erneut verhandelt werden soll.

Dabei drängt jetzt die Zeit wie nie zuvor: Schon Ende Juli, so die Information im Ausschuss, stehe nämlich der bisherige alte Krankenhausparkplatz, eine angepachtete Schotterfläche an der Simonshofer Straße Richtung Ortsausgang, nicht mehr zur Verfügung. Die 100 Autos, die bislang hier Platz finden, müssten in den umliegenden Wohnstraßen abgestellt werden. Ein Zustand, der den Anwohnern nicht zugemutet werden kann, wie sich alle Stadträte einig sind.

Weil Klinikverwaltung und Stadt schon länger um diese drohende Aufkündigung des Parkplatzes wussten, machte man sich auf die Suche nach neuen Flächen. Zuvor hatten Verhandlungen um einen Kauf des Parkplatzes und des danebenliegendenden Geländes, das tatsächlich einmal als Krankenhaussonderbaufläche ausgewiesen werden sollte, in eine Sackgasse geführt. Vor allem wohl auf Grund unterschiedlicher Preisvorstellungen von Klinik und Grundbesitzern, die hier Wohnungen errichten wollten und entsprechend hohe Baulandpreise ansetzten. Inzwischen läuft sogar die Aufstellung eines Bebauungsplanes, um neben dem Krankenhaus entlang der Simonshofer Straße 40 Wohneinheiten errichten zu können.

In Sachen Parkplätze suchten und fanden Stadtbauamt und Klinikbetreiber zwischenzeitlich eine neue Lösung. Rund 160 Stellplätze sollten im Westen des Hauses, unterhalb des Kunigundenberges gebaut werden. Die Zufahrt erfolgt über die Kunigundenstraße. Allerdings taten sich jetzt ganz neue Probleme auf. Die Überbauung des ehemaligen Weihers am Kunigundenberg, heute ein Trockenbiotop, stieß auf den Widerstand der Unteren Naturschutzbehörde, die Anwohner der Kunigundenstraße befürchten massive Lärmbelästigungen und eine Überlastung der Kunigundegasse und wieder andere Kritiker konnten nicht verstehen, weshalb die Klinik einen Großparkplatz direkt vor ihr neues Bettenhaus setzen will. In mehreren Bauausschusssitzungen, so auch diese Woche wieder, wurden Pläne vorgestellt, diskutiert und verworfen. Das Laufer Bauamt konnte einem schon fast leid tun, wie oft es neue Varianten zeichnen, berechnen und präsentieren musste. Bauamtsleiter Zenger verwies dabei auch regelmäßig auf den Umstand, dass die Klinik rein baurechtlich nur 130 Stellplätze nachweisen müsse und diese auch vorhanden seien. Weil ein Krankenhaus wie in Lauf tatsächlich aber mindestens 100 Parkplätze mehr vor der Tür brauche um auf Dauer attraktiv zu bleiben, wären die neuen Plätze auch klar im Interesse der Stadt.

Vor diesem Hintergrund kam jetzt der Antrag der Freien Wähler auf den Tisch, doch noch einem Versuch zum Ankauf des Geländes an der Simonshofer Straße zu starten. Dabei wurde schnell klar, dass sich CSU, FW und SPD nicht nur an der Stadtverwaltung und den Grünen vorbei abgesprochen hatten, sondern auch, dass es wohl Vorgespräche gegeben haben muss, die auch Hoffnung auf einen Erfolg machen.

Bürgermeister Bisping und die beiden Grünen-Stadträte Grand und Kern wehrten sich zwar zunächst noch gegen diesen Vorschlag, wollten am Ende allerdings Gesprächen nicht entgegenstehen. Bisping bemängelte, dass er für frühere Vorschläge an der Simonshofer Straße Parkplätze oder ein Parkhaus zu bauen keine Unterstützung im Stadtrat erhalten habe und inzwischen Fakten (geplante Wohnbebauung) geschaffen wurden, die das Ganze nicht gerade erleichtern. Auch Hans Kern meinte, dass man früher das Grundstück wohl zu einem günstigeren Preis bekommen hätte. Zumal damals die CSU sogar vor möglichen Schadensersatzansprüchen des Gründstücksbesitzers, die nun auf die Stadt zukommen könnten, gewarnt hatte, wenn er die Fläche nicht gut verwerten könnte. Martin Grand hatte den Eindruck, dass man sich nur vor einer Entscheidung drücken wolle, und man das Geld statt an der Simonshofer Straße auch für ein Parkdeck an anderer Stelle ausgeben könnte. Und schließlich gab es auch Einwände des Bauamtes. Auf Grund der Hanglage des Grundstückes an der Simonshofer Straße vor allem technischer Natur – „das sehe ich als äußerst problematisch an“, so Zenger. Aber auch die Kosten, Zenger nannte einen Preis von mindestens 300 Euro für einen Quadratmeter Baugrund, könnten zu rechtlichen Problemen führen.


Aus ganz pragmatischen Gründen habe man den Antrag zu neuen Verhandlungen gestellt, sagte Klaus Offenhammer von den FW. Vor allem weil man mit den anderen Parkplatzvarianten offenbar nicht mehr weiterkomme, weil sie zu viele Nachteile mit sich bringen. Und nur weil die Verhandlungen für den Bereich Simonshofer Straße bisher nicht zu einem Ergebnis führten, müsse doch das nicht für die Zukunft gelten. Zumal ja auch jetzt erst deutlich geworden sei, welche Probleme der Lärmschutz für einen Wohnbebauung mit sich bringe. CSU-Sprecher Maschler hat gar eine konkrete Lösung im Kopf, die er öffentlich aber noch nicht diskutieren wolle, Georg Schweikert von der SPD sprach von einer letzten Chance die man nützen müsse und Stadtrat Scheld (FW) meinte nur, „dass das was kostet, wissen wir doch alle.“

Und was sagt der Eigentümer des 2350 Quadratmeter großen Grundstückes an der Simonshofer Straße, die „Tippl-Wohnbau“ in Lauf dazu. Erwin Tippl, der in diesem Fall auch Bauträger ist und für die Wohnung schon länger wirbt, ist „für alle Gespräche offen“, wie er der PZ sagt. Er sei doch selbst Laufer Bürger, lebe gerne hier und halte nicht zuletzt auch deshalb den Erhalt des Krankenhaus für ganz wichtig. „Ich bin hier wirklich der Letzte, der sich guten Vorschlägen verschließt, ich bin kooperativ, und mache mit, wenn es mir möglich ist.“. Eine Verschiebung der Wohnbebauung auf den ehemaligen Krankenhausparkplatz, wie es auch der FW-Vorschlag vorsieht, scheide für ihn als Option allerdings aus.

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