Neue Ausstellung in Lauf

Karl im Fokus der Kunst

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LAUF — Der Laufer Künstlerkreis leistet einen besonderen Beitrag zum Karlsjahr. „KarlLauf“, so der Titel der Schau am Schlossplatz, eröffnet neue Perspektiven: Einerseits werfen die Künstler höchst unterschiedliche Blicke auf das Leben des Regenten, andererseits ergibt sich eine ganz neue, reizvolle Aussicht auf Park und Kaiserburg.

Zur Vernissage begrüßte Bürgermeister Benedikt Bisping zahlreiche Gäste. Als Zeichen gelebten Miteinanders in der Stadt bezeichnete er die gleichzeitig stattfindende Präsentation des Karlpfennigs durch die Altstadtfreunde sowie der Kaiser-Karl-Marke durch die Philatelisten in Lauf. Der Honorarkonsul der Tschechischen Republik, Hans-Peter Schmidt, würdigte die Ausstellung als sichtbares Zeichen für die Verbindung beider Länder. Stadträtin Erika Vogel freute sich als Vorsitzende des Kunstvereins über die gelungene Ausstellungspremiere auf dem Schlossplatz.

Unter der Regie von Jutta Schwarz, der Sprecherin des Laufer Künstlerkreises, enthüllten dann die Künstlerinnen nacheinander ihre mit Tüchern verhängten Werke. Mit ihren Bildern und Installationen zeigen elf Mitglieder des Künstlerkreises nicht nur Können, sondern setzen in der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit auch ganz bewusst Zeichen für Toleranz. Im Blick auf die Goldene Straße beispielsweise, den Karin Berger mit ihrem abstrakten Bild wirft, rückt sie das Verbindende der Völker in den Fokus. Gerda Karina Hederers ebenfalls abstrahierendes Werk symbolisiert das zukunftsweisende Netzwerk, das Karl geschaffen hat.

Einen Lobgesang auf die Lebensleistung des Kaisers stimmen die Sänger auf Renate Jellinghaus‘ Gemälde an. Keramikkünstlerin Marietta Emmert fokussiert ebenfalls das Verbindende, indem sie Verkehrsmittel von der Kutsche bis zum Auto mit dem mittelalterlichen Herrscherbild verknüpft. Babette Friedrichs origineller „Reisethron“ lädt nicht nur zum Sitzen, sondern auch zum Nachdenken über die Insignien der Macht ein, ebenso wie die Glastafeln von Silvia Lobenhofer-Albrecht. Kornelia Klonen zeichnet ein dunkles Bild der Regentschaft Karls IV., während Luise Oechslers farbenfrohe Kaiserburg auch das Motto „Lauf ist bunt“ illustrieren könnte. Jutta Schwarz rückt mit ihrem Gemälde Laufs Burg und die ganze mittelalterliche Stadt inmitten einer schönen fränkischen Landschaft in ein ganz besonderes Licht, während bei Gisela Süß‘ Darstellung der Goldenen Straße durchaus auch negative Aspekte assoziiert werden können. Das Bildnis einer der Ehefrauen Karls, Anna von Schweidnitz, gemalt von Heidemarie Tratz, stimmt als Blickfang auf das Thema der Ausstellung ein.

Bis März 2017 bereichern die von Metallkünstler Perry Albrecht mit Bootslack haltbar gemachten Kunstwerke das Laufer Stadtbild.

Anne Stegmeier

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