Höhepunkt für Bulldogfans

Hans Munkert (rechts) stellte den Zuschauern die Oldtimer-Bulldogs vor2011/05/21113_New_1304262363.jpg

DEHNBERG (gja) — Deutz, Eicher, Fahr, Fendt – zum zehnten Mal war Dehnberg, dank seines rührigen Bulldogvereins, Treffpunkt zahlreicher Oldtimerfreunde. Schon die Sternfahrt mit 44 nostalgischen Traktoren zum Laufer Marktplatz und zurück nach Dehnberg lockte viele Zuschauer an. Weitere Attraktionen gab es auf der Wiese vor der Mortlerischen Maschinenhalle. Höhepunkt war das Jubiläumsfeuerwerk, das zum Abschluss „10 Jahre Bulldogverein Dehnberg“ in den Nachthimmel zeichnete.

Wer auf dem Land aufgewachsen ist und täglich auf den heimischen Äckern und Feldern damit herumgefahren ist, wie Thomas Rühl, für den ist das Tuckern und Blubbern alter Bulldogs die schönste Musik. Längst haben die einstigen „treuen Gefährten“ ausgedient, doch die Erinnerung an das frühere landwirtschaftliche Leben wollte Landwirt Rühl der Nachwelt erhalten.

Seine umfangreiche Sammlung mit 80 Bulldogs und zahlreichen Arbeitsgeräten sollte einem breiten Publikum zugänglich sein. Die Idee, ein Bulldogfest zu veranstalten, war geboren. Im Mai 1995 startete das erste Fest. Dass auf dem Bauernhof fast jede Traktormarke zu bewundern ist, sprach sich schnell herum und zog eine große Fangemeinde an.

„Bereicherung für den Kreis“

Nach vier erfolgreichen, aber auch arbeitsreichen Festen gab es eine kurze Pause. Was der Vater aufgebaut hatte, wollten Tochter Kerstin und ein gutes Dutzend junger Dehnberger erhalten. So wurde 2001 der Bulldogverein gegründet, der heute 45 Mitglieder hat, Andreas Sobotka übernahm den Vorsitz. Den passenden Rahmen erhielt das Fest durch die Dehnberger Bundestagsabgeordnete Marlene Mortler, die ihre Wiese und Scheune seit zehn Jahren zur Verfügung stellt und Schirmherrin ist. Für den Jubiläumsverein fand die „Hausherrin“ lobende Worte: „Er ist eine Bereicherung für Dehnberg und das Nürnberger Land“.

Für zehn Jahre Treue zum Verein erhielten Andreas Einberger, Jürgen Giering, Gerhard Maußner, Beate Maußner, Udo Neumeyer, Claudia Pförtsch, Kerstin Rühl, Karlheinz Strecker, Verena Strecker und Thomas Müller-Rühl eine Urkunde sowie ein Geschenk.

Abends brachten die Musiker von „Route 66“ die Gäste in Stimmung. Gesteigert noch vom Auftritt der „Pengertznixen“, dem Männerballett der KG-Hilaritas Lauf, bei denen auch Vorsitzender Müller-Rühl mittanzt. Begeistert beklatscht von den Gästen, darunter Landrat Armin Kroder, zweiter Bürgermeister Manfred Scheld, Altlandrat Helmut Reich und Laufer Stadträte. Nach dem traumhaften Jubiläums-Feuerwerk wurde noch bis in den frühen Morgen gefeiert.

Beim Rundgang über das Gelände konnten sich die Besucher überzeugen, dass die von Hans Munkert aus Heuchling präsentierten „Ackerrösser“ noch voll funktionsfähig sind. Zum ersten Mal dabei war Harald Fink mit seinem Eicher Baujahr 1958, vom erst vor zwei Wochen frisch gegründeten Verein „Bulldogfreunde Moritzberg“ mit Sitz in Entenberg. Ein Blickfang ist der älteste Teilnehmerbulldog, ein Wahl aus dem Jahr 1952 mit 17 PS und zwei Zylindern. Dessen Besitzer Manfred Reindler aus Leinburg ist genauso stolz auf sein „Schmuckstück“ wie der „Glühwein-Toni“ auf seinen originellen Kramer mit aufgesetztem Sonnenschirm. Viel bestaunt wurde auch die „Number One“, wie der erste vereinseigene Bulldog genannt wird.

An beiden Tagen herrschte fröhliches Treiben auf der Festwiese. An den Verkaufsständen gab es verschiedene Bulldogartikel und Süßigkeiten. Stadtrat Harald Meyer verkaufte mit Rudi Papst regionale Köstlichkeiten vom Dorfmarkt Simonshofen. Auch die Kinder hatten ihren Spaß mit einem Bulldogparcours, Hüpfburg, Sandkastenspielen oder Kinderschminken.

Gottesdienst und Frühschoppen

Der zweite Festtag begann mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Festhalle, dem sich ein Weißwurstfrühschoppen anschloss. Für zünftige musikalischen Unterhaltung sorgte der „Steirer Karre“. Später gab es Grillspezialitäten, Kaffee und Kuchen. Wer wollte, durfte beim Schaupflügen zusehen und sich am ersten „Bulldoggeradeausfahr-Wettbewerb“ erfreuen, wobei der Fahrer mit einem über den Kopf gestülpten Eimer versucht, sein Ziel nur durch Zurufe zu erreichen.

N-Land Pegnitz-Zeitung
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