Arbeiten am Laufer Johannisturm

Generalsanierung für Turmbalkon

Bis zur Brüstung in fast 30 Metern Höhe ist der Laufer Johannisturm schon eingerüstet. Nach dem Abbau des historischen Balkongeländers zu Restaurierungszwecken wird das Gerüst fast bis zur Turmspitze erhöht. | Foto: Fischer2017/05/kirchturm-lauf-eingerustet-neu.jpg

LAUF — Rund 200 000 Euro wird die Sanierung des Turms an der Laufer Johanniskirche kosten. Seit dieser Woche steht ein Teil des notwendigen Gerüsts. Nächste Woche beginnen die eigentlichen Arbeiten mit dem Abbau des historischen Metallgeländers am umlaufenden Balkon in fast 30 Metern Höhe. Die Renovierung und Sicherung der auch bei Besuchern beliebten Aussichtsplattform steht im Mittelpunkt der aktuellen Arbeiten. Mit rund 120 000 Euro muss die Evangelische Kirchengemeinde Lauf den Hauptteil der Kosten stemmen.

Ausgelöst wurden die Sanierungsarbeiten durch Sandsteinbrocken, die sich vor einem Jahr an der über das Turmmauerwerk hinausragenden Brüstung gelöst hatten und zu Boden gefallen waren. Um eine Gefährdung von Passanten auszuschließen, war der Platz am Turmfuß mit einem Bauzaun abgegrenzt worden. Und weil außerdem seitdem das Betreten des Balkons verboten war, konnten von den Altstadtfreunden auch keine Turmführungen mehr angeboten werden.

Auf der Suche nach der Ursache für den Steinsturz stellte sich heraus, dass die in den Sandstein eingelassenen Geländerpfosten rosten und dadurch der Stein gesprengt wird. Weil dieses Geländer tatsächlich von hohem historischen Wert ist und wie der ganze Turm unter Denkmalschutz steht, muss die Metallkonstruktion erstmals seit dem Bau Anfang des 18. Jahrhunderts abgebaut und in der Werkstatt generalüberholt werden. Den Auftrag übernimmt die Firma Haber & Brandner aus Regensburg, die sich auf Metallrestaurierung spezialisiert haben.

Tatsächlich, so erläutert Stadtpfarrer Jan-Peter Hanstein, sind  das Geländer wie auch die Kupfereindeckung des Johannisturms ein Aushängeschild, sozusagen ein Vorzeigeobjekt, der Laufer Metallbaukunst.  So besteht das Geländer nicht nur aus besonders geschmiedetem und damit sehr festen Stahl, auch die Kupferplatten der beiden Dächer sind gehämmert und damit besonders haltbar. Dies ist unter anderem auch ein Grund dafür, dass über 300 Jahre nach dem Turmbau immer noch das gleiche Dach das Laufer Wahrzeichen schmückt. Und nicht zuletzt weil der Turm so ein wichtiges Baudenkmal und gleichzeitig ein Beleg der Laufer Handwerkskunst sei, hofft Hanstein auf finanzielle Unterstützung durch die Bevölkerung oder Laufer Unternehmen. Schließlich kosten allen die Metallbauarbeiten die Kirche rund 70 000 Euro.

Nach dem Abbau des Geländers, des Kupferblechunterbaues und des Holzbodenbelages am Turm-Balkon beginnen die eigentlichen Steinmetzarbeiten. Später sollen die Geländerpfosten nicht mehr am empfindlichen Rand der Brüstung, sondern weiter innen an einer massiveren Stelle befestigt werden.

Koordiniert und in Auftrag gegeben werden die Sanierungsarbeiten vom staatlichen Landbauamt, das auch die restlichen Kosten übernimmt. Und weil der Turm bis zum Balkon sowieso eingerüstet werden musste, soll dieses Gerüst nach dem Abbau des Geländers fast bis zur Turmspitze erhöht werden. Um vom Gerüst aus nach möglichen Schäden am Mauerwerk, an der Schieferverkleidung oder dem Kupferdach zu suchen und diese gleich zu beheben. Im Gespräch ist außerdem eine Grundreinigung der Türmerwohnung.

N-Land Clemens Fischer
Clemens Fischer