Am Laufer Marktplatz

Gemeinsames SPD-Büro für die Bürger

SPD-Urgestein Franz Brandmüller (3. v. r. ) erhielt von Florian Pronold (rechts) eine besondere Ehrung. Fotos: A. Müller2014/07/85967_EhrungFranzBrandmueller62JSPDPronold_New_1405953064.jpg

LAUF — Mit einem Festakt hat die SPD die Wiedereröffnung ihres Bürgerbüros am Marktplatz gefeiert. Ehrengast war der SPD-Landesvorsitzende Florian Pronold. Er lobte das gemeinschaftliche Projekt von Abgeordneten und dem SPD-Unterbezirk Nürnberger Land. Ihn beeindruckte vor allem die zentrale Lage des Büros. Künftig wird in den renovierten Räumen von Montag bis Freitag mindestens ein Vertreter anwesend sein.

„Alle kommunizieren nur noch über soziale Netzwerke, dabei gibt es doch nichts Besseres als den direkten Kontakt“, so beschrieb Florian Pronold in seiner Ansprache das Ziel des Bürgerbüros. Die Büromitarbeiter sollen „der SPD vor Ort Gesicht und Stimme geben“. Die Umgestaltung des Büros wurde nötig, weil der Landkreis seit diesem Jahr keinen SPD-Abgeordneten mehr in Bundes- und Landtag hat. Thomas Beyer, der bis 2013 Landtagsabgeordneter war, hatte auf eine erneute Kandidatur verzichtet, sein Nachfolgekandidat verpasste den Sprung in Parlament knapp. Deshalb sind für das Nürnberger Land jetzt Betreuungsabgeordnete zuständig, die sich um die Belange des Landkreises kümmern.

Im Bundestag sind das Gabriela Heinrich (Wahlkreis Nürnberg-Nord) und Martina Stamm-Fibich (Erlangen), im Landtag Angelika Weikert (Nürnberg-Ost). Im Bürgerbüro werden sie künftig über ihre Mitarbeiterinnen Kerstin Pommereit (Bundestag) und Inge Jabs (Landtag) zu erreichen sein. Angelika Weikert erklärte während der Eröffnung: „Wir wünschen uns, dass die Menschen zu uns kommen. Denn in diesem Büro können wir Anfragen Hand in Hand bearbeiten.“

Damit meint sie die Zusammensetzung des Büros aus drei verschiedenen Stellen: Neben den Betreuungsabgeordneten aus Bundes- und Landtag hat auch der SPD-Unterbezirk Nürnberger Land mit Georg Schweikert einen Mitarbeiter im Büro. Die Bundes- und Landtagsarbeit und die der Partei sind jedoch sowohl räumlich als auch finanziell getrennt: „Wir achten streng auf die richtige Finanzierung“, erklärte Rüdiger Löster, Bezirksgeschäftsführer der SPD Mittelfranken, gegenüber der PZ. Er erläuterte das komplizierte Gebilde, das dafür nötig ist: Die SPD Mittelfranken hat die Büroräume angemietet. Ein Teil davon ist an den Unterbezirk Nürnberger Land, der andere Teil an die Betreuungsabgeordneten untervermietet. Dieses Konzept gefällt auch dem Landesvorsitzenden Florian Pronold: „Dass mehrere Stellen so zusammenhelfen, ist in Bayern schon etwas Besonderes.“

Die neuen Mitarbeiter werden jeweils an ein bis drei Tagen die Woche im Büro sein, immer jedoch mindestens einer. Außerdem werden die Bundestagsabgeordneten selbst Bürgersprechstunden anbieten. „Diese Gelegenheit wird gern genutzt“, erzählte Martina Stamm-Fibich aus ihrer Erfahrung. Denn viele Themen des Bundestags würden ja auch den Landkreis direkt betreffen – als ein aktuelles Beispiel nennt sie die Stromtrasse. „Bürger können bei allen Fragen des täglichen Lebens zu uns kommen“, meinte auch Angelika Weikert. „Wir können Kontakte herstellen und ermuntern die Leute, selbst etwas zu tun – etwa eine Petition zu starten.“

Der frisch gewählte Bezirksvorsitzende der SPD Mittelfranken, Carsten Träger, lobte ebenfalls das neue Bürgerbüro – und konnte während der Veranstaltung noch viele Glückwünsche zur Wahl entgegennehmen. Auch Vertreter anderer Parteien nahmen das renovierte SPD-Büro in Augenschein: Cornelia Trinkl von der CSU und Martin Grand von den Grünen und im Namen des Bürgermeisters überbrachten Glückwünsche zur Eröffnung.

62 Jahre in der SPD

Die Büro-Wiedereröffnung bot auch einen willkommenen Anlass für eine besondere Ehrung: „Wir haben hier eine echte Besonderheit unter uns“ – mit diesen Worten holte der SPD-Landesvorsitzende Florian Pronold nach der Rede zur Eröffnung des neuen Bürgerbüros Franz Brandmüller zu sich. Der Herausgeber der PZ wurde am Sonntagnachmittag für seine 62 Jahre währende Mitgliedschaft in der SPD geehrt. „Mit Fug und Recht kann man behaupten, dass er Politik nie um ihrer selbst willen betrieben hat, sondern immer die Grundwerte der Demokratie im Auge hatte“, so lobte Pronold den Geehrten. Und konnte sich ein wenig Mitgliederwerbung nicht verkneifen: „Seht ihn euch an – SPD-Mitglieder bleiben länger jung!“

Brandmüller selbst gab sich bescheiden: „Dass ich so lange in der Partei bin, ist nicht mein Verdienst. Da meint es einfach einer gut mit mir.“ Wegen der hochsommerlichen Temperaturen verzichteten alle Seiten auf langatmige Reden. Brandmüller erzählte statt Dankesworten eine kurze Anekdote, wie er an der Nürnberger Universität, unter anderem mit dem Vater des heutigen Nürnberger Bürgermeisters Maly, den sozialdemokratischen Hochschulbund gegründet hatte. Neben der Ehrennadel bekam Brandmüller eine Ehrenurkunde und wurde mit Geschenken schier überhäuft.

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