Laufer Tennis-Ass überzeugt bei U18-EM

Lara Schmidt holt für Deutschland Silber im Doppel

Die Laufer Tennisspielerin Lara Schmidt (li.) holte mit ihrer Partnerin Jule Niemeier Silber im Doppel bei den U18-Europameisterschaften. | Foto: Privat2017/08/Tennis-Em-Jugend-Lara-Schmidt-Doppel-Silber-bea-e1501592562875.jpg

KLOSTERS/LAUF — Die Laufer Tennisspielerin Lara Schmidt erlebte nach ihren Premieren-Auftritten in Paris und Wimbledon gleich ihr nächstes Highlight: Sie spielte für Deutschland bei den U18-Europameisterschaften. Im schweizerischen Klosters holte sie dabei im Doppel die Silbermedaille; im Einzel kam sie dazu unter die besten 16.

An die Tatsache, jetzt U18-Vizeeuropameisterin zu sein, wird sich Lara Schmidt erst noch gewöhnen müssen.Gerade in den vergangenen Wochen ist so viel im sportlichen Leben der 17-jährigen Lauferin passiert, dass die junge Spielerin noch etwas Zeit brauchen wird, um alles sacken zu lassen. Schließlich waren die vielfältigen Erlebnisse aus Wimbledon noch gar nicht verarbeitet, als die Tenniswoche in der Schweiz begann.

Dort maßen sich Europas beste Nachwuchsspieler der Altersklasse U18. Zeitgleich traten in Moskau die U16-Spieler und im tschechischen Most die U14-Akteure an.

Bereits im Vorfeld war Lara Schmidt stolz, dass sie vom Deutschen Tennis-Bund (DTB) für die Europameisterschaften in Klosters nominiert worden war und hier ihr Land vertreten darf. Mit ihr zusammen spielten ihre Doppelpartnerin Jule Niemeier und bei den Jungs Marvin Möller und Henri Squire für Deutschland. „Mit denen habe ich Riesen-Spaß und wir sind ein super Team“, verrät Lara Schmidt.

Ebenfalls gut lief es für die Lauferin denn auch im Einzelwettbewerb, wo sie in der Setzliste auf Rang 16 geführt wurde. Sie konnte gleich ihr erstes Match gegen die Griechin Vasiliki Karvouni souverän und deutlich mit 6:1 und 6:3 gewinnen. Ebenso deutlich fiel ihr Sieg in der folgenden Runde aus. Hier schickte sie die Slowakin Barbora Matusova mit 6:3 und 6:2 nach Hause.

Zu hohe Hürde

Auf dem Weg ins Viertelfinale im Einzel erwies sich dann die auf Rang drei gesetzte Simona Waltert (Weltranglistenplatz 13) an diesem Tag als zu hohe Hürde. Lara Schmidt musste sich der Schweizerin nach über dreieinviertel Stunden knapp mit 5:7, 7:6 und 1:6 geschlagen geben. „Es war ein irres Match, leider konnte ich meine Chancen im ersten Satz nicht nutzen“, analysiert Lara Schmidt das Match. Aber sie habe einmal mehr gesehen, dass sie jetzt auch mit den Top-Spielerinnen mithalten kann. Noch im vergangenen kassierte sie gegen Simona Waltert eine klare 1:6/1:6-Niederlage.

Mit ihrer Leistung ist sie trotzdem sehr zufrieden: „Unter den besten 16 Spielerinnen bei den Europameisterschaften zu sein, macht mich stolz – und ich weiß, ich bin auf dem richtigen Weg.

Im Doppel lief es für Lara Schmidt mit ihrer Partnerin Jule Niemeier nochmals besser. Das deutsche Doppel war im Vorfeld stark eingeschätzt worden und deshalb in der Setzliste auf Rang vier zu finden. Die Ergebnisse waren dann auch entsprechend. Gegen das türkische Doppel Basak Akbas/Ipek Oz landeten sie einen 4:1/4:1-Erfolg. Die Weißrussinen Yuliya Hatouka/Shalimar Talbi bezwang das deutsche Duo dann mit 5:4 und 5:4.

Im Viertelfinale setzten sich Niemeier/Schmidt gegen das bulgarische Doppel Mihaela Kaftanova und Gergana Topalova dann mit 4:2, 1:4 und 10:6 durch und zogen somit ins Halbfinale ein. Hier warteten die starken Polinnen Ania Hertel und Daria Kuczer. Mit einer Energieleistung setzten sich Lara Schmidt und Jule Niemeier mit 7:6 und 6:4 durch und hatten somit den Einzug ins Finale perfekt gemacht – und eine Medaille schon sicher.

Debakel im ersten Satz

Im Endspiel bekamen es Lara Schmidt und Jule Niemeier mit dem ukrainischen Doppel Viktoriia Dema und Marta Kostyuk zu tun, die im Turnier auf Rang drei gesetzt waren. Die Ukrainerinnen machten im ersten Satz kurzen Prozess und legten ein 6:0 vor. Der zweite Satz war dann hart umkämpft, ging aber schließlich mit 7:5 ebenfalls an Dema/Kostyuk, die sich somit den U18-Europameistertitel sicherten.

Trotz der Niederlage war das deutsche Doppel sehr stolz und freute sich über die Silbermedaille. „Wir waren ein super Team und ich konnte wieder Erfahrung sammeln und viel dazulernen“, zieht Lara Schmidt ein rundum positives Fazit nach ihrer Woche im deutschen Nationaltrikot.

N-Land Patrick Baer
Patrick Baer