Gemeinderat

Kirchensittenbach will das „digitale Rathaus“

Soll bald auch in Kirchensittenbach Realität werden: Mit dem Förderprogramm „Digitales Rathaus“ will der Freistaat für die Bürger viele Vorgänge und Anträge künftig kontaktlos möglich machen. | Foto: HZ2020/11/digitales-rathaus-neu.jpg

KIRCHENSITTENBACH – Das Thema Digitalisierung macht auch vor dem Kirchensittenbacher Rathaus nicht Halt. Dort sollen schon in naher Zukunft viele Sachen online erledigt werden können. Die Gemeindeverwaltung rüstet um zum „Digitalen Rathaus“, nachdem der Gemeinderat dafür grünes Licht gegeben hat. Und: Spätestens Ende Mai könnte es endlich wieder frisches Wasser für Unterkrumbach geben.

Bürgermeister Klaus Albrecht informierte, dass die Angebote für die Erstellung der Trinkwasserleitung Kühnhofen-Unterkrumbach-Hopfengartenmühle und demnach für den Anschluss an die Hersbrucker Wasserversorgung eingegangen seien. Der Baubeginn könne vielleicht sogar je nach Witterung noch heuer erfolgen.

Ob Meldebescheinigung, Beantragung von Briefwahlunterlagen, Antrag auf Ausstellung einer Geburts- oder Sterbeurkunde, Anmeldung zum Ferienprogramm und auch die entsprechende Bezahlung der jeweiligen Gebühren – vieles werde man in Zukunft von zu Hause aus erledigen können, warf Geschäftsleiter Andreas Funk einen Blick ins digitale Zeitalter. Dieses habe in anderen Rathäusern in der Umgebung längst Einzug gefunden und sich bewährt.

Voraussetzungen sind da

„Wir hätten die Voraussetzungen dafür, das zu machen“, warb Bürgermeister Albrecht. Nicht zuletzt wegen der Corona-Pandemie sei es sehr hilfreich, wenn eine Reihe von Vorgängen und Anträgen kontaktlos über die Bühne gingen.

Funk hat bereits eine Kostenberechnung erstellen lassen. So würde die Einrichtung des Digitalen Rathauses über den Kommunal-Software-Hersteller AKDB mit etwa 22 500 Euro zu Buche schlagen. Zieht man die dafür vom Landesamt für Digitalisierung in Aussicht gestellten Fördermittel in Höhe von 80 Prozent ab, kostet es die Gemeinde gerade noch rund 4500 Euro. „Das wird die Zukunft sein“, fügte Albrecht hinzu. Und das sah dann auch der Gemeinderat so und stimmte für die Einführung des „Digitalen Rathauses“.

Nicht gleich so einverstanden waren manche Gemeinderäte wie Richard Zimmermann (UBB) mit der Teilnahme der Gemeinde an einer Studie zur thermischen Klärschlammverwertung im Land-kreis, zumal allein die Teilnahme an dieser Studie pro Gemeinde bis zu 16 000 Euro für die nächsten drei Jahre kosten könnte. Maximal. Denn auch dafür gebe es Fördermittel, räumte der Bürgermeister ein.

An der Kläranlage Sittenbachtal gibt es zwei Klärschlammbehälter. Fünf Jahre lang könnte der Klärschlamm noch auf Felder ausgebracht werden. Danach ist es nicht mehr erlaubt. In Offenhausen gibt es einen Landwirt, der eine ökologische Klärschlammverwertung betreibt. Die Frage ist, ob dieser genügend Kapazitäten frei hat, um letztendlich den Schlamm etlicher Kommunen aufzunehmen. Um auf der sicheren Seite zu sein, plädierte Albrecht dafür, sich der landkreisweiten Studie anzuschließen. „Wir als Kommune alleine können das nicht machen.“ Schließlich stimmte der Gemeinderat geschlossen dafür, an der Studie mit einem Höchstbetrag von 16 000 Euro für die nächsten drei Jahre teilzunehmen.

Mehr für Tiere

Vom Tierheim Hersbruck lag ein Antrag auf Erhöhung der Fundtierpauschale vor, weil die Einrichtung „weit davon entfernt ist, kostendeckend zu arbeiten“. Als Gründe wurden unter anderem höhere Tierarztkosten und höhere Preise für Hygiene- und Desinfektionsmittel angeführt. So soll die Fundtierpauschale um 25 Cent pro Einwohner und Jahr auf 75 Cent angehoben werden. Das wären im Fall Kirchensittenbachs 477 Euro mehr, sodass die Pauschale künftig 1592 Euro beträgt.

Das sei immer noch günstiger als wenn die Gemeinde für jedes gefundene und beim Tierheim abgegebende Tier eine Einzelpauschale pro Tag zahlen müsste. 2019 seien zwei Katzen und zwei Hunde abgegeben worden. Das hätte laut Bürgermeister Albrecht über 2000 Euro gekostet. So stimmte der Rat auch in diesem Fall dem Verbleib im Tierschutzverein und der Erhöhung der Pauschale zu.


Bis 22. November kann sich die Gemeinde für den Wettbewerb „Gütesiegel Heimatdorf“ bewerben. Weil der Aufwand sich als nicht so groß darstellt, weil es ja bereits ein Gemeindeentwicklungskonzept gibt, im dem die wesentlichen Bewerbungskriterien dargestellt sind, gab es hier ebenfalls ein einstimmiges Ja von den Gemeinderäten, an dem Wettbewerb teilzunehmen.

Info über den Forst

Die Gemeinde Kirchensittenbach ist Mitglied im Verband Naturpark Fränkische Schweiz/Veldensteiner Forst. Über das Naturparkprogramm soll 2021 der Info-Pavillon in Hohenstein errichtet werden. Wenn der Pavillon in Eigenregie gebaut werde, so Albrecht, würde er etwa 12 000 Euro kosten. Über das Naturparkprogramm würden 50 Prozent Fördermittel fließen. Das sei bereits so eingeplant. Weitere Vorschläge, wo im Gemeindegebiet der Arbeitstrupp des Verbands tätig werden könnte, waren so kurzfristig nicht zu benennen. Andreas Funk meinte, dass dazu noch bis Anfang Dezember Zeit sei.

In diesem Jahr sollen auch noch die Sanierungsarbeiten an der Staatsstraße zwischen Kühnhofen und Abzweigung Kleedorf beendet werden, 2021 ist der Abschnitt von Kleedorf bis Aspertshofen dran und 2022 sollen die Kreuzung in Algersdorf umgebaut und die marode Ortsverbindungsstraße nach Entmersberg in Angriff genommen werden, informierte der Bürgermeister abschließend.

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