Bürgerversammlung: Baumaßnahme legt Verkehr nicht nur auf der Straße, sondern auch auf der Pegnitz lahm

Artelshofen: Brücke soll bis September fertig sein

Auf der Baustelle werden derzeit die Fundamente (links vor Pfarrhaus) für die Behelfsbrücke vorbereitet. Foto: S. Fuchs2016/03/7045039.jpg

ARTELSHOFEN – Der Neubau der Pegnitzbrücke in Unterartelshofen bringt nicht nur für den Verkehr auf der Straße zwischen Vorra und Rupprechtstegen erhebliche Einschränkungen. Auch Bootsfahrer, Radwanderer und Anlieger im Ort rechts der Pegnitz müssen bis zum Herbst mit Behinderungen rechnen.

Bei der Bürgerversammlung erläuterte Bürgermeister Volker Herzog ausführlich die dringend notwendige Baumaßnahme und die damit einhergehenden Verkehrsstörungen.

Die Pegnitzbrücke aus dem Jahre 1936 – mittlerweile auf 15 Tonnen Tragkraft beschränkt – sei laut Gutachten marode und müsse durch einen Neubau ersetzt werden. Die Kosten betragen einschließlich der Anbindung der Straßen „Am Schloß“ und „Schulanger“ 680.000 Euro, der Freistaates gibt 500 .000 Euro (80 Prozent für den Brückenbau) dazu.

Die hohen Planungskosten von 35.000 Euro begründete der Bürgermeister auch damit, dass auf beiden Uferseiten eine konventionelle Gründung nicht möglich sei. Neben der Ranna-Wasserleitung (mit Steuerkabeln) würden an diesem „Hotspot“ auch die gemeindlichen Kanal- und Wasserleitungen in der Staatsstraße liegen und die Pegnitz queren; hinzu kämen mehrere Versorgungsleitungen, Anschlüsse und Abzweige für Anlieger und Straßenbeleuchtung.

Deshalb sei es nicht möglich, zwei Widerlager an beiden Ufern auszubaggern. Stattdessen hätten die Planer nach genauester Prüfung und Bodenuntersuchung für die Tragfähigkeit der Brücke in bis zu neun Metern Tiefe reichende Betonbohrpfähle, sechs auf der Staatsstraßen-, fünf auf der gegenüberliegenden Seite, vorgesehen.

Zweiter Knackpunkt sei die Durchlasshöhe für die Pegnitz. Der Durchfluss an dieser Stelle müsse laut Vorgabe des Wasserwirtschaftsamtes auch für ein Jahrhunderthochwasser bemessen sein. Zudem musste ein neuer Gehweg an der Südseite der Brücke bis zur nahen Bushaltestelle geplant werden.

Die Staatsstraße ist nun halbseitig gesperrt, der Verkehr wird durch eine Ampel geregelt. Als erste Baumaßnahme wurden die Fundamente für eine Behelfsbrücke erstellt. Dieses komplette Brückenteil wird mit einem Autokran eingehoben.


Weitere Einschränkungen, so Herzog, gibt es für Radfahrer. Der Radweg an der Einmündung beim ehemaligen Gasthof Buchner („Zum Hirschen“) ist während der Bauzeit gesperrt. Aus Richtung Enzendorf kommend wird beim Lagerplatz der Firma Gebhard auf die Staatsstraße umgeleitet.

Zudem ist in dieser Zeit die Pegnitz für den Bootsverkehr gesperrt. Vorgesehen ist ein provisorischer Ausstieg im Uferbereich gegenüber dem früheren Anwesen Ottmann. Boote müssen entweder entlang der Straße bis zum Einstieg beim Schulanger getragen oder Transportwagen der Gemeinde genutzt werden.

Weil Halbfertigteile verbaut werden, verkürzt sich die Fertigstellung um vier bis sechs Wochen verkürzen, so der Bürgermeister zuversichtlich. Bis Ende September soll der Verkehr wieder ungehindert fließen.

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