Relegation zur Bezirksliga: Tennenlohe zu stark.

Kein Happy End für Neunhof

TSV-Keeper Dominik Großpietsch, der kurz zuvor noch stark parieren konnte, ist beim 2:1-Treffer von David Hinrichs ohne Abwehrchance. Durch das Ergebnis darf Tennenlohe weiter auf den Aufstieg hoffen, Neunhof bleibt in der Kreisliga. | Foto: Keilholz2019/06/Neunhof-Relegation-Tennenlohe-mk.jpg

Ermreuth. Es war knapp, der Wille war da, aber am Ende hat es nicht gereicht. Der TSV Neunhof scheitert in der Relegation zur Bezirksliga am SV Tennenlohe, der Traum vom Aufstieg ist beim „Mythos“ damit ausgeträumt. Der Favorit setzte sich am Mittwochabend im Duell der Vizemeister der beiden Kreisliga-Staffeln in Ermreuth mit 2:1 durch.

Dabei begann die Partie für Neunhof, das die beste Saison seiner Vereinsgeschichte gespielt hat, vor rund 900 Zuschauern in Ermreuth perfekt. TSV-Torjäger Andreas Galster nutzte nämlich nach weniger als drei Minuten einen Lapsus des gegnerischen Torhüters Faßold, der einen Rückpass vertändelte, zur 1:0-Führung und versetzte den stimmgewaltigen Neunhofer Anhang in Hochstimmung.

Der frühe Rückstand und vor allem das Zustandekommen des Gegentores wirkte wie ein Schock auf Tennenlohe, das in den folgenden 15 Minuten gegen eine kampf- und laufstarke Neunhofer Elf auf der Hut sein musste, sich nicht einen weiteren Treffer einzufangen. Torschütze Galster bot sich nach knapp 20 Minuten eine gute Gelegenheit, die Führung auszubauen, doch sein Kopfball war zu hoch angesetzt. Die gegnerische Nervosität zeigte sich auch darin, dass sich zwei Tennenloher innerhalb von 60 Sekunden eine gelbe Karte einhandelten.

Erst nach einer halben Stunde Spielzeit erwachte der Favorit aus seiner Schockstarre und bekam langsam Oberwasser. Der fehlerfreie TSV-Torhüter Dominik Großpietsch konnte sich nach 30 Minuten bei einem Schuss des aufgerückten Joachim Heins erstmals auszeichnen. Die Erlanger Vorstädter nahmen immer mehr Fahrt auf und kamen nach 34 Minuten zum in der Entstehung glücklich zustande gekommenen Ausgleich. Der Schuss des gegnerischen Spielmachers Sven Röwe wurde von dessen eigenem Mitspieler Heins unhaltbar für TSV-Keeper Großpietsch ins Tor abgefälscht.

Tennenlohe dominierte nun das Spiel. Doch zum Glück für Neunhof setzte Nicolas Hesl nach einem schönen Solo auf der rechten Seite den Ball knapp am langen Pfosten vorbei (39.) und zwei Minuten vor dem Pausenpfiff rettete TSV-Torhüter Großpietsch nach einer missglückten Abseitsfalle spektakulär erneut gegen den alleine auf ihn zustürmenden Hesl.

Tennenlohe klar überlegen

Nach dem Seitenwechsel bot sich den Zuschauern das gleiche Bild: Der SV Tennenlohe kam entschlossen aus der Kabine und zog ein wahres Powerplay vor dem Neunhofer Tor auf. Nachdem ein Kopfball von Paul Schultze-Zachau nur knapp über das TSV-Gehäuse gestrichen war (49.) und Kevin Lippert den Ball ebenfalls nur knapp am Pfosten vorbeisetzte, war das Neunhofer Glück jedoch aufgebraucht. In der 63. Minute konnte zwar Torhüter Großpietsch einen wuchtigen Kopfball von Alwin Dewes mit einem Reflex gerade noch abwehren, doch gegen den folgenden Kopfball von David Hinrichs war der TSV-Keeper ohne Abwehrchance.

Die Elf von Trainer Marco Schlagbaum fand in der gesamten zweiten Spielhälfte kein Mittel mehr, um sich aus dem permanenten Druck zu lösen und für Entlastung zu sorgen. Vielmehr musste seine Elf dem großen Aufwand an Laufarbeit in den ersten 45 Minuten mehr und mehr Tribut zollen. Darüber hinaus leisteten sich TSV-Kapitän Marco Schwemmer und seine Nebenleute zu viele Fehler im Spielaufbau.

Tennenlohe versäumte es allerdings, seine Führung auszubauen, was sich in letzter Sekunde fast noch gerächt hätte. In der vierten Minute der Nachspielzeit startete Andreas Galster nämlich ein letztes Solo und wurde von seinem Gegenspieler im Strafraum ungeschickt zu Fall gebracht. Schiedsrichter Christian Tauscher (VfR Burggrumbach) zeigte auf den Elfmeterpunkt. Philipp Mayer übernahm die Verantwortung und hatte es mit der letzten Aktion in der regulären Spielzeit auf dem Fuß, seine Elf in die Verlängerung zu schießen.

Doch dem Einwechselspieler, erst knapp zehn Minuten vorher ins Spiel gekommen, versagten die Nerven. Wie einst Uli Hoeneß 1976 beim Endspiel der Europameisterschaft in Belgrad jagte Mayer den Ball über den Querbalken in den Abendhimmel.

Während der SV Tennenlohe nun im entscheidenden Spiel am Samstag auf den TSV Meckenhausen (2:1-Sieger gegen den SV Unterreichenbach) trifft und mit einem Sieg den Wiederaufstieg in die Bezirksliga perfekt machen kann, ist der TSV Neunhof auch in der nächsten Saison in der Kreisliga am Ball.

Tore: 1:0 Galster (3.); 1:1 Heins (34.); 1:2 Hinrichs (63.) SR: Christian Tauscher (VfR Burggrumbach) Bes. Vorkommnis: Mayer verschießt Foulelfmeter (90.+4). Zuschauer: 900

N-Land Manfred Keilholz
Manfred Keilholz