Corona-Maßnahmen

Freibäder in der Warteschleife

Sommer, Sonne, Badespaß: Ob die Freibäder, wie das Strudelbad in Hersbruck dieses Jahr öffnen können, bleibt abzuwarten. | Foto: Thomas Geiger2021/05/TDG20050811-Strudelbad009.jpeg

HERSBRUCKER SCHWEIZ (jg) – Der Ansturm auf die Freibäder im Nürnberger Land ist bei gutem Wetter groß. Das könnte aufgrund der hohen Inzidenzzahlen, ähnlich wie im vergangenen Jahr, zu einem Problem werden. Die Betreiber der Freibäder und die Gemeinden haben zwiespältige Meinungen.

„Das Strudelbad bleibt zu, bis wir eine eindeutige Ansage von Seiten der Bundesregierung haben“, erklärt Karlheinz Wölfel, Geschäftsleiter der Stadt Hersbruck und Thermengeschäftsführer. Obwohl die Saison unter normalen Umständen schon im Mai starten würde, sei es jetzt zu früh, um Vorbereitungen zu treffen. Die laufenden Kosten für Betrieb und Personal seien viel zu hoch für Spekulationen. Alles hänge von den bundesgesetzlichen Regelungen ab. „Leider fehlen uns bis jetzt die Signale und die Infektionszahlen sind noch zu hoch“, so Wölfel. Die Inzidenz müsse unter 100 sinken, um eine Entscheidung treffen zu können.

Öffnung mit Hindernissen

Im vergangenen Jahr war in Hersbruck wie im ganzen Nürnberger Land erst ab Juni oder Juli und unter strengen Hygieneauflagen eine Öffnung möglich. „2020 war für uns ein großes Draufzahlgeschäft, die Einnahmen konnten die Ausgaben nicht ansatzweise decken!“ Die Situation der Freibäder sei vergleichbar mit Gastronomiebetrieben. Die Öffnungsperspektive fehle und man befinde sich im „Schwebezustand“.

 

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    Etwas hoffnungsvoller äußert sich Josef Schmidtpeter, erster Vorsitzender des Förderverbands Freibad Etzelwang. „Die Vorbereitungen laufen bei uns auf Hochtouren, wir brauchen auch vier bis sechs Wochen, um alles herzurichten“, erzählt er. Das verhältnismäßig kleine Freibad habe gegenüber dem Strudelbad in Hersbruck den Vorteil, dass keine Personalkosten anfallen. „Einzig mit der Füllung der Becken werden wir noch auf den Startschuss warten, um die laufenden Kosten einzudämmen“, erklärt Schmidtpeter.

    Geheimes Rennen

    Er ist guter Dinge, denn das letzte Jahr sei trotz Auflagen und Hygienekonzept erstaunlich gut gelaufen. „Wir planen eine Öffnung in den Pfingstferien, ob das klappen wird, hängt vom Infektionsgeschehen ab.“ Das traditionelle Entenrennen des Fördervereins finde auf jeden Fall geheim und an einem unbekannten Tag statt und werde dieses Jahr aufgezeichnet.


    Hermann Mertel, erster Bürgermeister der Gemeinde Hirschbach, verweist auch auf die Abhängigkeit von neuen staatlichen Auflagen: „Wir planen unseren Saisonstart für spätestens Anfang Juni.“ 2020 habe das Freibad in Hirschbach sogar erst Mitte Juni öffnen können, was Mertel trotzdem als Erfolg verbucht.

    Die mangelnde Öffnungsperspektive werde vielerorts durch die tatkräftige Unterstützung und Honorierung der Badefreunde überdeckt. Zudem unterstützt sie auch die Landesgruppe Bayern des Verbands Kommunaler Unternehmen (VKU). In einer kürzlich veröffentlichten Pressemitteilung kritisiert der Verband das kurzfristige Timing der Öffnungen: „Die Inbetriebnahme eines Schwimmbads dauert zirka zwei bis vier Wochen und bedeutet mehr als nur den Wasserhahn der Badewanne aufzudrehen.“ Auf ihrer Website bieten sie den Betreibern ein Eckpunktepapier mit den zu beachtenden Vorgaben an.

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