Arnulf Teuchert bei „Six Days 81 Revival“

WM-Revanche nach 34 Jahren?

Hat auch mit inzwischen 67 Lenzen nichts verlernt: Arnulf Teuchert auf seiner 80er Hercules. Foto: privat2015/10/GS_80_Zschopau_15.jpg

HERSBRUCK – Er hat das sprichwörtliche Benzin im Blut: Arnulf Teuchert, in den 70er und 80er Jahren einer der besten Enduro-Rennfahrer Deutschlands und Mannschaftsweltmeister von 1980. Am Wochenende schwingt sich der 67-Jährige noch einmal in den Sattel seiner 80er Hercules von damals und startet bei der „Six Days Revival 81“ auf Elba.

1981, nur ein Jahr nach dem WM-Triumph des deutschen Silbervasen-Teams bei den Six Days in Frankreich, mussten sich die deutschen Endurospezialisten bei der Sechs-Tagefahrt in Italien den Gastgebern um den auf dem Apennin noch immer legendären Alessandro Gritti geschlagen geben. Nun laden die Azzurri zur „WM-Revanche“ auf die Ferieninsel Elba – und knapp 300 ehemalige Six Days-Piloten folgten dem Aufruf.

Natürlich auch Arnulf Teuchert. Mit seinen damaligen Mitstreitern Bernhard Brinkmann (KTM 50) und Eberhard Weber (Puch 175) bildet er die deutsche Klassik Trophy Mannschaft und sinnt auf „Revanche für 1981“. Der Simmelsdorfer, der seit dem Ende seiner erfolgreichen Karriere mit sechs Deutschen Meisterschaften, dem OMK-Pokalsieg von 1976 sowie dem Mannschaftsweltmeistertitel seit Anfang der 80er in Hersbruck einen Zweiradladen betreibt, bestreitet die Ausdauerprüfung auf seinem Originalmotorrad von damals, einer 80er Hercules.

„Das hat mir mein Team damals – nach meiner dritten Deutschen Meisterschaft hintereinander – geschenkt. Ich habe es für die Klassikfahrt extra nochmal auf Vordermann gebracht“, erzählt Arnulf Teuchert. „Und hoffe natürlich, es auf Elba nicht kaputt zu machen“, fügt er schmunzelnd hinzu – schließlich ist sein 1980 von Hercules und Sachs eigens für ihn konstruiertes „Moped“ ein nicht zu ersetzendes Einzelstück.

Bei der „Six Days Revival“ werden zwar nur drei Tage gefahren, trotzdem wird hier noch hochwertiger Motorsport betrieben. Für Italien nehmen so klangvolle Namen wie Alessandro Gritti, Gualtiero Brissoni, Paolo Bertacchi, oder Pierfranco Chicco Muraglia die Wertungsprüfungen, die zum Teil sogar auf Originalstrecken abgenommen werden, unter die Stollenreifen. Sie waren damals absolute Weltstars und sind auch im fortgeschrittenen Alter „noch sauschnell unterwegs“, sagt Teuchert.

Die Regeln für das Klassikrennen sind relativ einfach. Das Motorrad muss mindestens 30 Jahre alt sein, der Fahrer bekommt altersabhängig pro Jahr eine Bonussekunde angerechnet. Somit müssen ältere Fahrer nicht schneller fahren als sie möchten und haben trotzdem noch Siegchancen.

Teuchert selbst fährt seit 2006 mit seiner alten Hercules vier bis fünf Mal Klassik-Geländefahrten und hat dabei „immer einen Riesenspaß“. In Dillstädt bei Suhl wurde er vor kurzem mit seinem historischen Gefährt sogar Tagesschnellster. Das „Six Days Revival“ ist für ihn natürlich das Highlight des Jahres – gehen am heutigen Freitag doch Fahrer aus zwölf Nationen am Hafen von Portoferraio an den Start – darunter sogar ein Japaner.

Teuchert übernahm die Organisation des deutschen Teams und gewann dafür auch einige alte Sponsoren seines nicht minder erfolgreichen Sohnes Jörg – wie die Firma Lexware, die Teamkleidung stiftete, Reifen Butzner und Motorrad Schüller, die Ketten spendierte.

Prominente Mitstreiter
In der Trophy Mannschaft fahren auf Elba neben Arnulf Teuchert noch Bernhard Brinkmann und Eberhard Weber (beide ebenfalls mehrfache Deutsche Meister), im Silbervasen-Team Heinz Schmidt aus Diepersdorf, Udo Meier aus Leinburg und Horst Bauer aus Hahnbach. Ebenfalls zur insgesamt 28 Fahrer starken deutschen „Revival“-Abordnung zählt Gustl Mollath, dem Arnulf Teuchert eine 175er Hercules zur Verfügung gestellt hat.

Mehr zur „Six Days Revival 81“ im Internet unter http://enduro-klassik.de/2015/10/vorschau-itde-2015-elba-revival-vom-16-18-oktober/

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