Werke im Kunstmuseum Hersbruck

Schau zu Ehren Bocchettas

Das ist eines der Werke von Vittore Bocchetta, die in Hersbruck zu sehen sein werden. | Foto: privat2018/11/Vittore.jpg

HERSBRUCK – Am 15. November wird der italienische Künstler Vittore Bocchetta, der als Häftling im KZ Flossenbürg und im KZ Hersbruck die Unmenschlichkeit des NS-Regimes erlitt, 100 Jahre alt. Aus diesem Anlass wird am Donnerstag eine Schau im Hersbrucker Kunstmuseum eröffnet. Zudem wird tags draauf eine Skulptur enthüllt.

Bocchetta betonte stets, dass er ideologische Verengungen jeder Art und die Missachtung der Individualität als Grundgröße von Menschlichkeit als den Albtraum unserer Gesellschaft betrachte. Dieser sitze uns im Nacken und bedrohe die Humanität. In den 1980er Jahren verarbeitete Bocchetta seine Erlebnisse in den KZs in Zeichnungen und collagierten Zeichnungen.

Sie werden neben Gemälden aus anderen Schaffensperioden und Skulpturen ab 15. November im Kunstmuseum Hersbruck, Amberger Straße 2, gezeigt. Weil der hochbetagte Künstler nicht selbst anwesend sein wird, überbringt Sergio Mastrosimone, persönlicher Gesandter von Vittore Bocchetta, Grußworte und eine Audio-Botschaft des Künstlers. Mastrosimone sei ein ausgezeichneter Geschichts- und Kulturkenner und wie Vittore ein Beobachter der politischen und sozialen Entwicklung in Deutschland und Bayern, meint Organisator Thomas Wrensch. Der Italiener arbeite außerdem am Aufbau eines kulturverbindenden Projekts in Verona.

Geburtstagslied von Schülern

Zur Eröffnung am 15. November um 20 Uhr sprechen auch Museumsleiter Uli Olpp und Thomas Wrensch, Vorsitzender des Vereins Dokumentationsstätte KZ Hersbruck. Bereits vorab hat Wrensch in Verbindung mit der SMV in Johannes-Scharrer-Realschule ein Geburtstagslied von Schülern aus allen Klassen – „die Gedanken sind frei“ – auf Video aufgenommen. Dieses wird zusammen mit eingescannten Gratulationsblättern der Schüler an Bocchettas Geburtstag zu ihm geschickt, erklärt Wrensch.

Weiterer Programmpunkt für den italienischen Gast ist die Enthüllung der Skulptur „Venus“ im ersten Stock des Stadthauses am Freitag, 16. November, um 17 Uhr. Später ist laut Wrensch noch ein Gesprächsabend mit Mastrosimone im Nebenzimmer des „Blauen Hauses“ mit Vorstand, Vereinsmitgliedern sowie Interessierten vorgesehen.

Die Ausstellung im Kunstmuseum geht bis 27. Januar (Mittwoch bis Samstag 15 bis 18 Uhr, Sonntag 14 bis 18 Uhr). Das Museum ist vom 24. Dezember bis 8. Januar geschlossen. Die Finissage der Ausstellung ist am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar um 16 Uhr.

N-Land Ute Scharrer
Ute Scharrer