Burg Veldenstein: Bis zu 500 Tonnen Geröll stürzen vom Burgfels

Felsbrocken krachen in Haus

Die Felsbrocken trafen die Häuserwände in der Plecher Straße mit voller Wucht. Foto: U. Meckler2013/05/5_2_1_2_20130529_NEUHAUS.jpg

NEUHAUS – Der Schock sitzt tief: Gestern Nacht kurz nach ein Uhr sind vom Hang der Burg Veldenstein bis zu 500 Tonnen Felsbrocken und Teile der Burgmauer auf die Plecher Straße herabgestürzt (zum Video). Verletzt wurde niemand, ein angrenzendes Haus ist leicht beschädigt. Die Ursache für den Felssturz ist bislang unklar.

„Ich bin zehn nach eins von lautem Donner und Gerumpel aufgewacht“, erzählt Anwohner Ingo Kleiber noch sichtlich aufgewühlt. Dass es sich um kein Gewitter handelte, war spätestens dann klar, als er eine heftige Erschütterung spürte, er aus seinem Bett aufstand und vor seinem Fenster auf der Straße riesige Felsbrocken entdeckte. „Der Schock saß tief“, sagt er. Im Reflex ging er sofort raus auf die Straße und brachte sich erst einmal in Sicherheit. Wie ihm ging es 16 weiteren Bewohnern der Plecher Straße, die von den Rettungskräften eine knappe halbe Stunde später aus ihren Häusern evakuiert wurden.

Warum das Felsgestein auf die Straße krachte, dazu gab es auf der kurzfristig einberufenen Pressekonferenz gestern Vormittag keine genauen Antworten. Fest steht: An dem Felshang wurde vor kurzem ein Gerüst aufgebaut. Das Gestein sollte von dem Geologen Thomas Hüttel genauer untersucht werden, so Peter Lang vom zuständigen staatlichen Bauamt in Nürnberg.

Denn Ende des Jahres hatte Hüttel im Vergleich zu den Vorjahren größere Risse in den Felsen entdeckt. Der Abschnitt sollte nun „nach Ende der Frostperiode“ saniert werden. Ob das Gerüst in einem Zusammenhang mit dem Felssturz steht, werde derzeit geprüft, so Polizei-Sprecherin Simone Wiesenberg. Die Kriminalpolizei Schwabach nahm daher Ermittlungen wegen des Verdachts der Baugefährdung auf. Dauerregen als Grund für den Sturz der Karstfelsen, wollte Wiesenberg nicht bestätigen: „Vermutungen sind fehl am Platz“. Das staatliche Bauamt werde sich nun mit der Ursachenforschung befassen und klären, wie stabil der Felshang sowie die Burgmauer sind und ob sich die Burganlage noch auf sicherem Grund befindet. Wie lange dies dauert, ist nicht abzusehen.

Erschüttert zeigte sich der Neuhauser Bürgermeister Josef Springer. „Für mich ist das einfach eine Katastrophe. Das ist kein kleiner Steinschlag mehr.“ Gemeinsam mit den Feuerwehren aus Neuhaus, Krottensee, Höfen, Mosenberg, Velden und Hersbruck sowie der Polizei brachten die Gemeinde-Mitarbeiter die evakuierten Familien zunächst im Neuhauser Feuerwehrhaus unter und versorgten sie später mit Frühstück.

Mittlerweile sind sie bei Freunden und Familie und in einer Gaststätte untergekommen. Wie lange dies noch notwendig ist, ist derzeit nicht abzusehen.

Ununterbrochen im Einsatz waren seit gestern Nacht 90 Feuerwehrmänner und das Technische Hilfswerk. „Wir haben das Gebiet abgesperrt und das Trümmerfeld mit der Rettungshundestaffel des ASB Velden nach Verschütteten abgesucht“, so Kreisbrandrat Norbert Thiel. Vermisst werde niemand. Die wichtige Verbindungsstraße Neuhaus-Plech ist bis auf Weiteres komplett gesperrt. Der Verkehr wird großräumig umgeleitet. Der Abtransport der schweren Steinbrocken werde sich hinziehen, hieß es. Wie hoch der entstandene Sachschaden ist, steht noch nicht fest.

Ein Bild vor Ort machte sich auch Landrat Armin Kroder: „Das ist Glück im Unglück. Wir danken dem Herrgott, dass niemand verletzt ist.“ Diese Ansicht teilt Anwohner Ingo Kleiber. Er blickt allerdings mit gemischten Gefühlen in die Zukunft: „Ich habe schon Angst, dass da noch mehr runterkommt. Das dem nicht so ist, dafür legt im Moment keiner die Hand ins Feuer.“

Bildergalerie (Link) sowie Video (Link) zum Felssturz auf www.n-land.de

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