Am Kunigundenberg

Große Mehrheit für Dauerparkplatz

Um diesen Parkplatz an der Kunigundengasse in Lauf geht es. | Foto: PZ-Archiv/Fischer2020/01/parkplatz-kunigundenberg-2.jpg

LAUF — Geht es nach der Mehrheit im Laufer Stadtrat, werden in der Sitzung heute um 19.30 Uhr die letzten Weichen in Richtung des bisher provisorischen Krankenhausparkplatzes an der Kunigundengasse hin zu einer Dauereinrichtung gestellt.

Im Bauausschuss hatten sich nur Karl-Heinz Herrmann (FDP) und Georg Schweikert (SPD) gegen den Bebauungsplan ausgesprochen, der zur Umwidmung der Grünfläche unterhalb des „Kunibergs“ notwendig ist.

Hintergrund der Geschichte – und gleichzeitig Begründung für den Dauerparkplatz – ist die durch ein Gutachten untermauerte Feststellung, dass die Parkplätze direkt am Laufer Krankenhaus in Zukunft nicht ausreichen. Auch dann nicht, wenn zu den 86 vorhandenen Parkplätzen von der Simonshofer Straße aus die 163 Stellplätze dazukommen, die derzeit direkt westlich und nördlich der Klinik am Hang des Berges errichtet werden. Erst mit den 114 Parkplätzen an der Kunigundengasse, und damit am Ende mit 360 Parkplätzen, werde der Bedarf langfristig gedeckt und die Zukunft des Krankenhauses gesichert, wie es im von der Stadt in Auftrag gegebenen Gutachten heißt.

Die Belange des Natur- und Landschaftsschutzes – und auch optische Beeinträchtigungen – seien hier in der Abwägung untergeordnet zu sehen, Probleme könnten etwa durch „Eingrünung“ gelöst werden. Auch verkehrstechnisch sei diese Lösung mit den drei Parkflächen das günstigste der fünf untersuchten Szenarien.

Diese Sichtweise wird im Laufer Bauamt und von den meisten Stadträten quer durch alle Fraktionen geteilt, auch wenn von Begeisterung bei den Befürwortern, unter ihnen auch Bürgermeister Bisping, nichts zu spüren war. Im Gegenteil, natürlich sei es nicht schön, wenn aus der Kunigundenwiese ein Parkplatz werde. Man sehe einfach nur die Notwendigkeiten ein, um das für Lauf sehr wichtige Krankenhaus zu sichern, wie Sprecher der verschiedenen Fraktionen – auch das Bild vom sauren Apfel wurde bemüht – sagten.

Es gibt noch ein Hintertürchen

Dabei hielten sie sich ein Hintertürchen offen: Sollte das eingeleitete Bebauungplanverfahren, bei dem sich auch Bürger äußern können, neue Erkenntnisse gegen einen Parkplatz auf der Wiese oder für eine Alternative bringen, könnte man vor der Umsetzung noch anders entscheiden.

Diese Entscheidung haben die beiden Stadträte Herrmann und Schweikert schon getroffen. Mit der Vorlage werde langfristig ein über Jahrzehnte bewahrtes grünes Areal für die Stadt­entwicklung zerstört, kritisierte Herrmann. Als geschlossenes Naherholungsgebiet werde das Gebiet aus Berg und Wiese durch den Parkplatz zunichte gemacht. Der FDP-Stadtrat machte den Gegenvorschlag, ein unbebautes Grundstück am Ortsende der Simonshofer Straße als Krankenhausparkplatz zu erschließen.

Georg Schweikert revidierte seine Meinung nach dem Grundsatzbeschluss im vergangenen Sommer und „kann die Lösung mit dem Parkplatz an der Kunigundengasse aus Umwelt- und Naturschutzgründen nicht mehr befürworten“. Er befürchtet, dass die Eingriffe weitergehen, „wenn erst einmal Hand an die seit Jahrzehnten verteidigte Grünzone von der Heldenwiese bis zum Kunigundenberg gelegt wird“.

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