Schulabschlussfeiern in Corona-Zeiten

Grillfest statt großer Gala

An der Laufer Kunigundenschule fanden die Abschlussfeiern in den letzten Jahren schon draußen statt, allerdings wegen der angenehmeren Temperaturen. Heuer müssen viele Schulen wegen Corona ins Freie ausweichen. | Foto: Archivfoto: Fischer2020/07/abschluss-kunigundenschule-lauf-feier-pausenhof-2018.jpg

NÜRNBERGER LAND – Sie haben gelernt, geackert, geschwitzt und schließlich bestanden, doch eine klassische Abschlussfeier im großen Rahmen bleibt vielen Entlassschülern in diesem Jahr coronabedingt verwehrt. Alternativ haben sich einige Schulen stattdessen für Grillfeiern im Freien entschieden, bei denen die Zeugnisse überreicht werden.

Die Röthenbacher Gymnasiasten haben sich nach einer internen, von Kurssprecher Jakob Pschierer initiierten Umfrage für die Variante einer festlichen Zeugnisausgabe in der Karl-Diehl-Halle am 17. Juli entschieden. Eltern, Freunde und andere Familienmitglieder können die Veranstaltung zwar live mitverfolgen – jedoch von zu Hause aus. Via Livestream sollen alle Reden und die Zeugnisübergabe übertragen werden.

Clemens Berthold, Schulleiter des Geschwister-Scholl-Gymnasiums, unterstützt dieses Vorhaben: „Besonders toll fand ich es von den Eltern, dass sich die meisten zurückgenommen und die Kinder in ihrer Entscheidung unterstützt und verstanden haben.“ Es solle trotzdem ein feierlicher und würdevoller Tag werden. Und Jakob Pschierer sagt: „Hauptsache, wir können diesen Tag zusammen mit unseren Schulfreunden feiern und müssen uns nicht in verschiedene Gruppen aufteilen.“

Nach dem offiziellen Teil ist dann ein gemeinsames Grillen im Pausenhof mit maximal 70 Personen geplant. Dies würde bei schlechtem Wetter allerdings so nicht stattfinden. Bisher waren bei Schulveranstaltungen 50 Personen im Inneren, 100 im Freien erlaubt, seit gestern wurden die Zahlen von der Staatsregierung auf 100 beziehungsweise 200 nach oben korrigiert.

Das Laufer CJT-Gymnasium plant, die Zeugnisübergabe ebenfalls am 17. Juli mit allen Schülern in der Turnhalle durchzuführen, nach dem offiziellen Teil soll dann mit den Eltern draußen auf dem Pausenhof gefeiert werden. Die Veranstaltung soll „relativ normal“ verlaufen, es wird auch Musikbeiträge der Schüler geben. Der anschließende Teil soll einen „entspannten Picknickcharakter“ haben, so Oberstufenkoordinator Stefan Bibelriether.

Im Außenbereich wird jeweils ein Tisch für jede Familie aufgestellt, mit genug Abstand zu den anderen. Maximal vier Personen aus einem Hausstand dürfen dort sitzen. Sollte es jedoch regnen, wird dieser Teil nicht stattfinden können.

Die Realschulen werden ihre Abschlussklassen etwas später aus dem Schulleben verabschieden, hier liefen bis Anfang dieser Woche noch die Mittleren-Reife-Prüfungen. Die Oskar-Sembach-Realschule in Lauf hatte Anfang der Woche noch keine ganz konkreten Pläne für die Ausgestaltung. Ursula Appl, stellvertretende Schulleiterin, erklärt, man warte noch die neuen gesetzlichen Regelungen in dieser Woche ab. Eventuell könnte am 24. Juli in der frisch renovierten Turnhalle dann doch eine gemeinsame Feier mit den 131 Abschlussschülern stattfinden.


Den letzten Schultag hat auch die Realschule am Fränkischen Dünenweg in Röthenbach für ihre Entlassfeier ins Auge gefasst. Fünf Abschlussklassen gibt es hier, bei schönem Wetter soll gemeinsam mit den Eltern im Freien gefeiert werden, so Schulleiter Peter Müller. Bei schlechtem Wetter müsste die Veranstaltung drinnen und – Stand Anfang der Woche – wohl ohne Eltern stattfinden. Fest steht, dass die fünf Abschlussklassen ihre Zeugnisse getrennt erhalten, in jeweils einstündigen Feiern, bei denen Peter Müller auch jeweils eine Rede halten wird. Samt Ehrung der Schulbesten, wie es sonst auch üblich ist.

Eine Grillfeier im Schulhof oder alternativ in der zum Glück überdachten Pausenhalle wird es an der Laufer Bertlein-Mittelschule für die neunten Klassen geben, und zwar am letzten Schultag. Dabei werden auch die Zeugnisse überreicht. „Die M10 hat die Grillfläche vor der Edelweißhütte für ihren Abschied gemietet“, erzählt stellvertretender Schulleiter Martin Glienke.

Als Highlight nach einem seltsamen Schuljahr hat die Schule, im Speziellen der Konrektor, für die Entlassschüler eine Abschlusszeitung nach Vorbild der „Bravo“ gestaltet. Die Mädchen und Jungen wurden dafür zum Beispiel nach ihrem schönsten Erlebnis an der Bertleinschule gefragt oder danach, was sie ihren Lehrern schon immer mal sagen wollten. „Da sind teilweise sehr überraschende Antworten zustande gekommen“, freut sich Glienke.

Julia Ahlfeld/Stefanie Buchner-Freiberger

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