Erneuter Vorstoß

„Franken“ für neue Ausfahrt an der A 9

Bisher gibt es zwischen Röthenbach (links das Gewerbegebiet Mühllach und darüber das Neubaugebiet Steinberg II) und Renzenhof (rechts) nur eine Behelfsausfahrt, die an der Brücke über die A 9 liegt. Die Franken finden: Hier wäre ein guter Platz für eine neue reguläre Autobahnausfahrt. | Foto: Geobasisdaten/Bayerische Vermessungsverwaltung2020/01/autobahn.jpg

RÖTHENBACH — Die Partei für Franken setzt sich für eine eigene Autobahnausfahrt Röthenbach-Schwaig an der A 9 ein. Diese soll zwischen dem Autobahnkreuz Nürnberg und der Ausfahrt Lauf-Süd liegen und, so die Argumentation der „Franken“, die Ortskerne von Röthenbach und Schwaig vom Schwerlastverkehr in die Gewerbegebiete entlasten.

Für die zu bauenden Zufahrtsstraßen müsste Bannwald weichen. Andreas Brandl, der Spitzenkandidat für die Kreistagswahl im Nürnberger Land, glaubt, dass der „gesamtgesellschaftliche Nutzen“ einen solchen Eingriff aber rechtfertigt, zumal entsprechende Ausgleichsflächen ohnehin vorgesehen würden.

Das geplante Trainingszentrum der mittelfränkischen Polizei in Schwaig wäre durch eine neue Ausfahrt ebenso gut zu erreichen wie das Röthenbacher Gewerbegebiet Mühllach, so Brandl. Die umstrittene Erweiterung Mühllach III könnte dann „endlich entstehen“, so die „Franken“.

Im Podcast

Die Idee, die die Kleinpartei im Wahlkampf für sich entdeckt hat, ist freilich nicht neu: Bereits seit Jahrzehnten gibt es entsprechende Vorstöße vor allem der Röthenbacher Kommunalpolitik. Zuletzt 2010 brachten die Freien Wähler die eigene Autobahnausfahrt für die 12 000-Einwohner-Stadt in den Haushaltsberatungen aufs Tapet.

Mehr oder weniger Verkehr?

Damals wurde sie unter anderem deshalb von der Stadtratsmehrheit abgelehnt, weil die Fraktionen einen genau gegenteiligen Effekt fürchteten: Der Schwerlastverkehr durch die Orte könnte zunehmen, so der damalige Bürgermeister Günther Steinbauer (SPD), Röthenbach würde bei Stau am Autobahnkreuz Nürnberg zur Abkürzung, zur kürzesten Verbindung zwischen A 3 und A 9.

Die Autobahndirektion Nordbayern hat damals mit dem zu geringen Abstand zum Autobahnkreuz und mit dem hohen Flächenverbrauch argumentiert.

Amtsinhaber Klaus Hacker (FW), Steinbauers Nachfolger als Bürgermeister, glaubt deshalb nicht, dass der Vorstoß aussichtsreich ist. Er ist überzeugt, dass Röthenbach bereits gut angebunden ist. „Ich habe bisher von kaum einem Betrieb die Forderung nach einem eigenen Autobahnanschluss gehört“, sagt er.

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