Heiner Bauer und Kurt Dilfer ausgezeichnet

Urgesteine der SPD

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FEUCHT – Hört man in Feucht die Namen Kurt Dilfer und Heiner Bauer dann meist in einem Atemzug mit der SPD. Für sie gestalteten sie über Jahrzehnte verantwortlich Kommunalpolitik im Feuchter Rathaus mit. Auch im Ruhestand, sowohl beruflich als auch politisch, zeigen sie noch großes Interesse am örtlichen Geschehen.

Bei der diesjährigen Jahresabschlussfeier des SPD-Ortsvereins in der AWO-Begegnungsstätte standen die politischen Urgesteine ganz besonders im Mittelpunkt. Die Partei, der sie gemeinsam 120 Jahre angehören, erwies ihnen die Ehre. Dass auf Kurt Dilfer von diesen 120 Jahren allein 70 entfallen ist ein ganz besonderes Jubiläum, so selten, dass es Ortsvorsitzender Inge Jabs gelungen war, als Laudator keinen geringeren als den stellvertretenden Parteivorsitzenden der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, Vorsitzender des Landes Hessen und Fraktionsvorsitzender im Hessischen Landtag, Thorsten Schäfer-Gümbel, zu gewinnen.

Er war als Überrraschungsgast angekündigt, musste seine Anwesenheit dann aber kurzfristig auf eine Videobotschaft beschränken, weil das politisches Tagesgeschäft seine Anwesenheit im hessischen Landtag forderte. Dass er den Besuch in Feucht im Frühjahr nachholt, hat er Inge Jabs fest versprochen.

So hielt die Laudation auf den Ehrenvorsitzenden des SPD-Ortsverbandes der langjährige Vizepräsident des Bayerischen Landtags, Dr. Helmut Ritzer. „Es war eine gute Entscheidung, dass du damals nach Feucht gekommen bist“, meinte Dr. Ritzer zu dem gebürtigen Frankfurter Dilfer und fuhr fort: „Ein Glück für die SPD und die Gemeinde, denn du hast dich hier rasch eingelebt und engagiert.“

Leidenschaft und Besonnenheit

Dilfer habe „Politik mit Leidenschaft und Besonnenheit“ betrieben und die Geschichte der Bundesrepublik von 1945 bis heute als SPD Mitglied erlebt. „Es waren gute und schwierige Zeiten und wir waren maßgeblich daran beteiligt, dass der demokratische Staat so wurde wie er ist“, meinte Dr. Ritzer. Er brach eine Lanze für die politischen Parteien, „denn sie sind das wesentliche Element, wenn wir auch künftig eine demokratische Grundordnung haben wollen. Bürgerengagement geht nur über Parteien.“

1972 zog Dilfer, beschäftigt bei der Bundesanstalt für Arbeit in Nürnberg, mit Familie nach Feucht. Bereits 1976 wurde er 1. Vorsitzender der SPD und übte das Amt bis 1992 ununterbrochen aus. Dem Marktgemeinderat gehörte er von 1978 bis 2002 an, davon von 1990 bis 1996 als 2. Bürgermeister. Spuren hinterließ er aktiver Gewerkschafter und Personalrat. Als 1. Vorsitzender bei der Tierhilfe Nürnberg e.V. war er maßgeblich dran beteiligt, dass das Tierheim Feucht so gebaut wurde wie es heute steht. Nach wie vor aktiv und umtriebig ist er als Vorstand der AG 60 Plus.

Mit Unterbezirksvorsitzender Martinas Baumann und der Ortsvorsitzenden Inge Jabs gratulierte Dr. Ritzer Kurt Dilfer zur 70-jährigen Mitgliedschaft, überreichte Urkunde und in Anerkennung seiner Verdienste für die Partei die Willy-Brandt-Gedenkmedaille in Gold.

Nach all den vielen Reden machte es Kurt Dilfer kurz: „Ich habe Hunger“, verkündete er angesichts des aufgebauten Büffets und schloss mit den Worten „die SPD ist und bleibt meine Partei.“

Kooperation über Parteigrenzen

Die Laudatio auf Heiner Bauer, den Ehrenfraktionsvorsitzenden der Feuchter SPD, der der Partei 50 Jahre angehört, hielt Hannes Schönfelder. Im Ortsverein ging er in vielen Bereichen über Jahrzehnte mit an der Spitze voran, unter anderem auch über Stock und Stein bei der jährlichen50 km-Wanderung der SPD. 1972 wurde in den Marktgemeinderat gewählt, drei Jahre später wählte ihn die SPD-Fraktion zu ihrem Vorsitzenden. Als Fraktionsvorsitzender wurde er nach jeder weiteren Gemeinderatswahl bestätigt, so dass er in dieser Funktion bis zu seinem Ausscheiden im Jahr 2002 seine ganze Erfahrung, seine Kenntnisse, sein Geschick und seine Gewandtheit zum Wohle der Gemeinschaft einbrachte.

Heiner Bauer sei immer die gute Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinweg wichtig gewesen. Intensiv setzte er sich für die Gründung der Partnerschaft mit Leutschach ein, die er mit regelmäßigen persönlichen Besuchen (inzwischen 110) in einzigartiger Weise bis heute pflegt. Auch bei der Gründung der Partnerschaft mit Crottendorf war er von Anfang an dabei. Sechs Jahre vertrat Heiner Bauer die Feuchter Bevölkerung als Kreisrat. Daneben engagierte er sich 28 Jahre als Vorstand an der Spitze er Freiwilligen Feuerwehr.

Als Mitglied der Gewerkschaft der Polizei (GdP) war er Personalratsvorsitzender beim Polizeipräsidium Nürnberg, begleitete führende Positionen in der Personalvertretung auf Bezirksebene und war Mitglied im Hauptpersonalrat beim Bayerischen Staatsministerium des Innern. Auch in seinem Ruhestand ist er als 1. Vorsitzender der Vereinigung pensionierter Polizeibeamter Nürnberg und davor mehrere Jahre als stellvertretender Landesvorsitzender der Seniorengruppe der Gewerkschaft der Polizei in Bayern aktiv geblieben. Für ihn gab es die Willy-Brandt-Gedenkmedaille in Silber.

Weitere Ehrungen:

Für zehn Jahre Mitgliedschaft im Ortsverein wurde Rosemarie Silber geehrt, für 25 Jahre wurden Hartmut Broy, Bernd Fischer, Brigitte Hauenstein und Gertrud Parkes ausgezeichnet.

Eingangs hatte sich Ortsvorsitzende Inge Jabs über die zahlreiche Anwesenheit von Mitgliedern und Gästen gefreut. Sie erinnerte an die vielfältigen aktuellen Probleme und vertrat die Auffassung, dass ein solches Fest dazu beitragen kann, zusammen zu stehen, sich zu unterstützen, Teilhabe zu lernen und gegenseitige Achtung und Freunde zu gewinnen. Anna Lisowski-Daskalaki umrahmte den Abend musikalisch am Klavier.

Lorenz Märtl

 

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