25-jährige zeigt Handstandequilibristik

Patricia Bombiks Leben ist ein Zirkus

Patricia Bombik vollführt auf zwei Stäben Handstandequilibristik.2013/05/patricia1_New_1369314602.jpg

Der Circus Sambesi gastiert am Samstag für zwei Vorstellungen in Feucht. Tiere gibt es nicht, aber dafür jede Menge Artisten. Mit dabei ist Patricia Bombik, sie führt Handstandequilibristik vor.

FEUCHT – Patricia Bombik bewegt sich ganz langsam und kontrolliert, sie stützt ihren Körper zeitweise mit nur einer Hand und dreht sich so um die eigene Achse. Wenn sie einen Handstand macht, aus dem sie sich dann in eine Brücke beugt, sieht das beinahe mühelos aus. Auf dem schweren roten Vorhang im Hintergrund zeichnen sich ihre Schatten wie die anmutigen Figuren aus Schwanensee ab.

Je nachdem, welche Kunststücke sie vollführt, benutzt sie eine oder zwei Stützen, die aus einem Podest in der Mitte der Manege ragen. Nur mit der Kraft ihrer Arme drückt sie sich empor. Handstandequilibristik nennt sich dieses artistische Turnen. Um sich derartig verrenken zu können, braucht es viel Training. Grundlage für alle Übungen ist ein sicherer Handstand. „Wenn man einen guten Handstand kann, wie ihn die Turner machen, dauert es etwa ein Jahr, bis man Tricks kann“, erzählt Patricia.

Die Faszination für die Artistik und den Zirkus begann schon früh. „Ich habe mit fünf Jahren angefangen zu turnen“, sagt die 25-Jährige. Seitdem ist sie auch fester Teil des Circus Sambesi, der keinen Eintritt verlangt und alle Spendengelder an die Stiftung „Menschen für Menschen“ in Äthiopien übergibt.

Tortuga Pirates gegründet

2007 hat Patricia unter anderem mit ihrer Schwester Nina die Tortuga Pirates gegründet, eine Gruppe von Artisten, die bei Galas, Geburtstagsfeiern – und natürlich bei allen Vorstellungen des Circus Sambesi – auftreten. Von den Piraten waren viele der 17 Mitglieder schon vorher beim Circus Sambesi dabei. Um weiterhin ein Teil des Spektakels sein zu können, verzichten sie auch gerne auf eine Gage. „Das Tolle ist, dass die Leute für das Geld, das sie spenden, etwas geboten kriegen. Außerdem kommen wir nicht über die Mitleidstour und versuchen, den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen“, sagt Patricia Bombik. Man mache die Leute auf besondere Art und Weise aufmerksam auf die Situation der Leute in Äthiopien. „Unser Zirkusdirektor Karl Nidermayer sorgt für Transparenz. Wir wissen, was mit dem Geld passiert und dass es dort gut angelegt ist.“ Deshalb lohne sich das Trainieren.

Direkt vor Auftritten übt die gebürtige Velburgerin (Landkreis Neumarkt) fast täglich, wenn gerade nichts ansteht, drei Mal pro Woche. In den Kraftraum oder Joggen muss sie nicht, um fit zu bleiben, „die Übungen allein sind Muskeltraining genug“. Etwa fünf Minuten dauert ihre Nummer, die sie am Samstag aufführt und die von einer Instrumentalversion von „Stairway to Heaven“ des London Symphony Orchestras begleitet wird. Alle zwei bis drei Jahre variiert sie ihre Nummer, tauscht die Musik aus, verändert bestimmte Elemente, fügt neue Bewegungen hinzu.

Ein Kindheitstraum

Zum Circus Sambesi hat sie eine ganz besondere Beziehung, denn 1987, im Jahr als das Spektakel zum ersten Mal durch die Lande zog, kam sie auf die Welt. Artistin zu werden, war Patricias Kindheitstraum. „Aber man wird ja älter und betrachtet das Ganze realistischer“, sagt sie. Deshalb studiert sie Medienproduktion und Technik in Regensburg. Doch ihr Hobby will sie nie aufgeben, zu sehr liebt sie die Akrobatik und den Auftritt in der Manege. „Ich mag das Gefühl, wenn der Körper solche Sachen wie kopfüber Stehen oder Überschläge macht. Man kann sich gut selbst überwinden. Akrobatik ist ein Sport, der nach oben hin offen ist, bei dem man immer etwas dazu lernen kann.“

Egal, ob sie allein oder in der Gruppe auftrete – ihre artistischen Piratengeschichten geben die Tortuga Pirates bayernweit zum Besten –, es reize Patricia, dem Publikum zu zeigen, was sie gelernt hat und dafür von den Zuschauern mit Applaus belohnt zu werden.

Die Reaktionen der Zuschauer kriegt sie während ihrer Nummer mit, die Lautstärke im Zirkus spiegele die Stimmung wider. „Je begeisterter das Publikum ist, desto mehr spendet es, das ist eine Topmotivation“, sagt die Artistin. Luisa Degenhardt

Am Samstag, 25. Mai, startet der Circus Sambesi mit zwei Vorstellungen am Kapellenplatz, um 15 und um 18 Uhr, in die Saison. Der Eintritt ist frei, um Spenden für die Stiftung „Menschen für Menschen“ wird jedoch gebeten.

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