Nachbarschaftsstreit in Moosbach

Krach wegen Kracher

Feuerwerke sind prinzipiell was fürs Auge. Manche haben aber auch Bedenken. | Foto: Adobe Stock2019/08/NL-Feuerwerk-1.jpg

Spektakel zum 90. Geburtstag

Hintergrund ist das private Spektakel am Himmel über Moosbach von Hermann Hagel, der damit seiner Schwiegermutter zu ihrem 90. Geburtstag eine Freude machen wollte. Allerdings fand das nicht zum ersten Mal statt. „Vielleicht schon drei Mal“, glaubt sein Nachbar Rainer Rupprecht sich zu erinnern. Letztes Jahr musste das Ganze wegen der extremen Trockenheit aber auf eine Mini-Aktion reduziert werden.

Hagels langjähriger Nachbar kann nicht nachvollziehen, warum man als Privatperson sich immer spektakulärer zu besonderen Anlässen in der Öffentlichkeit präsentieren muss, vor allem dann nicht, wenn man als Grünen-Aushängeschild eher auf der Fundi-Schiene unterwegs ist. „Wo kommen wir hin, wenn jeder Feste feiern kann, deren Ausmaße immer verrückter werden?“, fragt er.

Böllerei ist stark eingeschränkt

Seit längerem wird bereits diskutiert, dass Feuerwerke ordentlich zur Feinstaub-Belastung beitragen. In vielen Städten wurde die Böllerei deshalb schon heftig eingeschränkt, kürzlich erst kochte das Thema noch einmal hoch. In Nürnberg muss fast die gesamte Innenstadt an Silvester raketenfrei bleiben. Die Deutsche Umwelthilfe bemüht sich um ein gänzliches Ende des privaten Silvestergetöses.

Aber in Moosbach geht es um ein Sommervergnügen, das eben nicht alle so lustig finden. Argumente dagegen findet Rainer Rupprecht genügend: Da sind die gefährliche Trockenheit, die gesundheitsschädliche Umweltverschmutzung, erschreckte Kleinkinder und Tiere. Einmal im Jahr findet der Moosbacher Hagel dagegen, sei das tolerabel. Außerdem wundert er sich darüber, dass man nicht miteinander spricht, wenn man etwas zu kritisieren hat. E-Mails hat es allerdings schon gegeben. Im letzten Jahr hat Hermann Hagel nach Aussagen von Rainer Rupprecht eine zum Thema mit der Empfehlung beantwortet, der Nachbar möge doch „herunterkommen und besonnener sein“.

Rechtlich in Ordnung

Rechtlich ist die Veranstaltung, die am Samstag vor zwei Wochen stattgefunden hat, auf jeden Fall in Ordnung gewesen. Sie war vorschriftsmäßig angemeldet, Feuerwehr und Polizei waren informiert: „Alle wussten Bescheid,“ und außerdem habe er nicht vor, das nächstes Jahr schon wieder zu veranstalten, versichert Hagel. Dass man ihm nichts vorwerfen kann, belegen auch die Behörden.

Das Gewerbeaufsichtsamt der Regierung bestätigt, ein wenig kryptisch zwar: „das Feuerwerk wurde von einem ‚Erlaubnisinhaber nach §27 SprengG’ abgebrannt und angezeigt“. Und im Bürgerbüro der Marktgemeinde weist man darauf hin, dass genehmigte Feuerwerke sowieso an Polizei und Feuerwehr weitergeleitet werden, es sei denn, sie werden ohnehin von fachlich qualifizierten Pyrotechnikern ausgeführt, wie im Fall von Herrn Hagel.

Ob die beiden Freunde sich bald wieder über den Gartenzaun unterhalten, bleibt zu hoffen. Möglicherweise auch über grün-bunte Themen, ob am Himmel oder auf der Erde.

N-Land Gisa Spandler
Gisa Spandler