ASB präsentiert Überlegungen zur Nutzung des Sternstraßen-Areals

Feucht: Konzept für Kinderhaus und soziales Wohnen

So könnte das Areal an der Sternstraße genutzt werden: Im vorderen Bereich das großzügige Kinderhaus mit verschiedenen Baukörpern für Krippe, Hort und Kindergarten und anschließend Wohnbau sozialer Prägung. Skizze: Büro Stadt.Quartier Wiesbaden2016/01/db-sternstrasseblicknordost.jpg

FEUCHT – Auf dem Areal südlich des SC-Geländes an der Sternstraße soll ein wegweisendes Projekt verwirklicht werden. Neben einer weiteren Kindertageseinrichtung, deren Betreiber der ASB Regionalverband Nürnberger Land ist, soll zusätzlich Wohnbebauung realisiert werden, für die der ASB ebenfalls Vorstellungen mit überwiegend sozialen Komponenten entwickelt hat. In der gemeinsamen Sitzung des Bauausschusses mit dem Sozial- und Kulturausschuss der Marktgemeinde wurden erste Vorstellungen präsentiert, auf deren Grundlage die weiteren Überlegungen fußen. Beide Ausschüsse empfahlen dem Marktgemeinderat einstimmig, das Konzept bauplanungsrechtlich weiterzuentwickeln und das Bauleitplanverfahren in die Wege zu leiten.

Angesichts der Tatsache, dass in der Marktgemeinde der Bedarf an Kindertageseinrichtungen stetig wächst, hatte sich der Marktgemeinderat im Mai letzten Jahres für den ASB als Betriebsträger entschieden.

Bereits im September 2015 startete der Übergangsbetrieb in den mobilen Raummodulen bei den Sporthallen. Der ins Auge gefasste Neubau soll an der Sternstraße realisiert werden.

Ausführlich erläuterten Olaf Bäumer vom Büro Stadt.Quartier aus Wiesbaden und ASB-Geschäftsführer Tino Städtler das in enger Abstimmung mit der Verwaltung des Marktes Feucht abgestimmte Gesamtkonzept Kindertageseinrichtung und Wohnen.

Fünfgruppige Einrichtung

Tino Städler informierte die Ausschussmitglieder zunächst darüber, dass auf Grund der durchgeführten Erhebungen und Analysen eine fünfgruppige Einrichtung realisiert werden soll. Zusammen mit dem Architekturbüro Graf und Kellner habe man bereits erste Vorstellungen entwickelt. Städler sprach von einer „klaren Formsprache“ der einzelnen Baukörper, in denen die Kinder den „Lebensweg durch räumliche Veränderung erleben“.

Zu jedem funktionalen Gebäudekomplex (Krippe, Kindergarten, Hort) gehört ein eigener Spielbereich im Freien. Der zweigruppige Hort ist durch eine innenliegende Treppe verbunden, damit sich die Kinder „ohne räumliche Begrenzung frei entfalten können“.

Geplant ist eine Mensa, in der sowohl die Hort- als auch die Kindergartenkinder das dort zubereitete Essen einnehmen können. Abgerundet wird der Kindertagesstättenbereich durch einen vorgelagerten multifunktionalen Kreativraum, der für Veranstaltungen genutzt werden kann, sowie durch den Trakt für die Verwaltung, von dem aus auch die Betreuung des geplanten Wohnbereichs erfolgen soll.

Noch nicht spruchreif und visualisiert sind die Überlegung der Architekturbüros Graf und Kellner, die einzelnen Baukörper insgesamt zu überdachen, damit sich die Kinder möglichst oft und unabhängig von der Witterung im Freien aufhalten können. In einer derartigen Form, so Tino Städtler, gebe es bis jetzt kein Kinderhaus.

Neben dem Kinderhaus, das nicht nur für diesen Bereich, sondern für die ganze Marktgemeinde zur Verfügung stehen soll, gibt es zur weiteren Nutzung des Areals, das im Besitz des Freistaates Bayern ist, konkrete Überlegungen, hier sozialen Wohnraum zu schaffen, der auch in Feucht dringend gebraucht werde.

Das Konzept, basierend auf dem Grundsatz der Eigenverwaltung, beinhaltet Wohnraum für Personen, die soziale Unterstützung brauchen, wobei es dem ASB darauf ankommt, dass insgesamt die Bewohner einen Querschnitt durch die Gesellschaft widerspiegeln, in dem auch die demografische Entwicklung zum Ausdruck kommt. Insgesamt könnten hier rund 300 Personen Wohnraum finden.

Zentrale Thema Schallschutz

Olaf Bäumer verdeutlichte dann seine Überlegungen, wie das rund ein Hektar große Areal beplant werden kann. Zentrales Thema – und das hob er besonders hervor – wird hier der Schallschutz sein. Die Situation sei hier angesichts der vorhandenen Lärmquellen Autobahn, Staatsstraße, Bahnlinie und Sportgelände sehr anspruchsvoll. Die aktuell gemessenen Werte zeigen sehr hohe Pegelwerte, die auch in der Nacht über 60 dba liegen.

Die gleich starke Geräuschbelastung am Tag und in der Nacht resultiert aus Autobahn und Bahnlinie. Angesichts dieser Werte schlägt der Planer als Abgrenzung und Lärmschutz einen Aussenring in L-Form (geschlossene Rückwand, Höhe etwa sechs Meter) vor, der neben den Garagen auch Nebenräume beinhaltet, die als Lärmschutz dienen. Mit zusätzlichem passiven Schallschutz in den Wohngebäuden könne man das Lärmproblem in den Griff bekommen.

Der Übergang aus dem Wohngebiet in den Bereich der Kindertagesstätte soll sehr offen sein.

Die verkehrsmäßige Erschließung ist so angelegt, dass auf eine flächenfressende Wendeanlage verzichtet werden kann.

Für die CSU-Fraktion lobte Herbert Bauer die Überlegungen und das skizzierte bauliche Konzept. Etwas skeptisch äußerte er sich zur angedachten Überdachung, die seiner Meinung nach insgesamt dann doch etwas zu massiv wirke. Tino Städtler relativierte dies dahingehend, dass man bei der Überdachung noch in der Überlegungsphase sei und das Architekturbüro verschiedene Möglichkeiten vergleiche

Unstrittig wären die Überlegungen im Hinblick auf den sozialen Wohnungsbau. Tino Städtler ergänzte dazu, dass man als Sozialverband an einer guten Durchmischung interessiert sei. Abschließend meinte Bauer, dass angesichts der Dringlichkeit der Maßnahme auch der Freistaat Bayern in die Pflicht zu nehmen sei.

Ausgewogene Nutzung

Bürgermeister Konrad Rupprecht stellte fest, dass bei der Belegung der Wohnungen eine „ausgewogene Nutzung ohne jede Präferenz in eine Richtung“ das Ziel sein müsse.

Gerd Steuer (UCS) zegte sich ebenfalls angetan von den Überlegungen. Ziel müsse es jetzt sein, das dafür notwendige Bebauungsplanverfahren so schnell wie möglich auf den Weg zu bringen.

Inge Jabs (SPD) äußerte sich zufrieden darüber, dass der ASB die Trägerschaft für dieses Projekt übernimmt. Auch sie gab der Hoffnung Ausdruck, dass der Freistaat seinen Beitrag leistet, sowohl das Kinderhaus als auch das soziale Wohnbauprojekt zu verwirklichen.

Wie es im Hinblick auf Förderung und Zuschüsse aussieht, will man Seitens des ASB zeitnah bei der Regierung von Mittelfranken abklären. „Dann brauchen wir den Freistaat Bayern, der sagen muss, was wir dürfen“, ergänzte ASB-Gechäftsführer Städtler.

Bürgermeister Konrad Rupprecht lobte den einstimmigen Beschluss. „Wir haben etwas Tolles auf den Weg gebracht, aber der ist noch lange und hügelig.“

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