4:0-Derbysieg in Großschwarzenlohe

Feuchter Serientäter

SC Feucht SC Großschwarzenlohe
So spielt ein Spitzenreiter; Der an diesem Freitagabend überragende Yasin Kaya trifft zum vorentscheidenden 2:0 | Foto: Meier2019/09/0-2-durch-KayaYasin-6.jpg

FEUCHT –  Die Serie des 1. SC Feucht in der Landesliga Nordost geht weiter. Der Tabellenführer blieb am Freitagabend auch im elften Saisonspiel ungeschlagen, gewann das Derby beim SC Großschwarzenlohe deutlich und verdient mit 4:0 (2:0).

Vor 300 Zuschauern beim FV Wendelstein gingen die Gäste durch ein Großschwarzenloher Eigentor von Christian Schleupner in Führung (25.). Yasin Kaya erhöhte nach einer Ecke zum 2:0-Pausenstand (39.). Noah Mengi (46.) und Stephan König (72.) setzten die Treffer zum 3:0 und 4:0 drauf. Feucht siegte ohne große Mühe und zerstörte den Lauf der Gastgeber von zuletzt sieben ungeschlagenen Partien.

Qualitätsunterschied zu groß

Es sollte das unbequeme Spiel für den SC werden. Florian Bauer, Trainer bei den Hausherren, hatte vollmundig angekündigt dem Spitzenreiter in die Suppe spucken zu wollen. Doch es kam anders und der Grund dafür war der Qualitäts-Unterschied der beiden Teams. Immerhin präsentierte sich der Aufsteiger von 2018 verbessert gegenüber dem Vorjahres-Duell, das mit 4:2 an Feucht ging. Doch es reichte einfach nicht, auch wenn Chancen vorhanden waren.

Der SC startete dem Tabellenstand entsprechend und nahm Fahrt auf. Aber das Tempo wurde zu oft verschleppt, es ging zunächst mehr um Ballbesitz als um Zielstrebigkeit. So richtig gefährlich wurden die Zeidler erst in Minute 18, als Tim Ruhrseitz abzog, Tormann Andree Schwarm den Flachschuss gerade noch abwehren konnte.

SC verschärft Tempo

Der Druck der Gäste nahm zu, das Tempo wurde verschärft und so fiel der erste Treffer. Fabian Klose hatte auf rechts zu Noah Mengi ab gelegt, der scharf nach innen flankte. Am ersten Pfosten grätschte Christian Schleupner den Ball vor dem lauernden Stephan König ins Tor (25.).

Die Hausherren hatten eine tolle Gelegenheit zum Ausgleich, als Philipp Kunze von halbrechts abzog, SC-Keeper Andreas Sponsel aber mit einer Großtat Sieger blieb (37.). Der zweite Treffer für den SC resultierte aus einem Eckball von linksvon Klose, den der überragend spielende Yasin Kaya im zweiten Versuch aus sechs Metern ins Tor schoss (39.).

Gleich nach Wiederbeginn fiel der dritte Treffer für den SC und der sollte die frühe Entscheidung bedeuten. Wieder war der Ausgangspunkt Klose, der von links flankte. Diesen halbhohen Ball verlängerte König sensationell direkt zum langen Pfosten, wo Mengi lauerte und aus acht Metern vollenden konnte (46.). Nun hatte der Klassenprimus alles im Griff ließ aber auch in manchen Situationen die Zügel schleifen. Einerseits verpasste es der SC die Führung bei einer Doppelchance von Mengi und König auszubauen (51.). Andererseits wurden den Gastgebern immer wieder Chancen zu Abschlüssen ermöglicht, die aber zumeist kläglich ausfielen. So, als Heiko Redl abzog, der Ball aber abgefälscht wurde und so am Tor vorbei ging (57.).

Feucht teilweise zu sorglos

Auch wenn der Spielausgang schon so gut wie zementiert war, konnte der bislang so erfolgreich aufspielende Gastgeber Chancen kreieren. In mancher Situation wirkte Feucht etwas zu sorglos, konnte aber die schwachen Abschlüsse klären. Ganz cool das 4:0 für die Topelf der Liga. Nicolae Oltean setzte sich auf dem linken Flügel durch, passte in die Mitte und da erwies sich König ganz clever, stoppte sich die Kugel, schaute auf die freie Ecke und schoss nach links ein (72.).

Stephan König machte mit seinem abgezockten 4:0 den Deckel drauf. Foto: Meier2019/09/KoenigStephan-10-erzielt-das-0-4-gegen-Torwart-SchwarmAndree.jpg

Die restlichen Minuten waren Formsache. Großschwarzenlohe hatte sich längst in sein Schicksal gefügt und Feucht musste nicht mehr als notwendig investieren. Kurz nach dem vierten Treffer wurde Klose vom Feld genommen, um ihm eine Pause zu geben. Es wäre noch ein höherer Erfolg möglich gewesen, aber Saisontreffer Nummer 30 wollte nicht mehr fallen.

Unter dem Strich war es ein ordentlicher Auftritt mit vielen souveränen Phasen. Dem Gegner, der im Abschluss viele Wünsche offen ließ, wurden aber zu viele Abschlüsse ermöglicht, wenngleich diese fast alle harmlos waren. Die Feuchter sind damit nach wie vor ungeschlagen und erwarten nun am kommenden Freitag ab 19 Uhr im heimischen Waldstadion den FC Vorwärts Röslau, wo der zehnte Saisonsieg eingefahren werden soll.

Stimmen zum Spiel

Florian Bauer (Trainer SC Großschwarzenlohe): „Feucht war in der ersten Halbzeit mit zwei Toren aus drei Chancen sehr effektiv. Die Tore hätten nicht fallen müssen. Gleich nach der Pause war das Derby mit dem dritten Treffer entschieden. Uns hat heute die Energie der letzten Spiele gefehlt. Wir hatten dennoch Möglichkeiten zu Toren und haben uns nicht schlecht präsentiert, wenngleich Feucht mehr Spielanteile hatte und der verdiente Sieger ist.“

Florian Schlicker (Trainer 1. SC Feucht): „Das war ein souveräner Auftritt von uns und der Sieg geht auch in der Höhe in Ordnung. Allerdings haben wir auch ein paar Torchancen des Gegners zugelassen. In der zweiten Halbzeit waren wir dann sehr dominant, hatten alles im Griff und haben das Spiel zu jederzeit kontrolliert. Es war insgesamt ein guter und zufriedenstellender Auftritt hier in Wendelstein gegen Großschwarzenlohe.“ 

SC Großschwarzenlohe: Andree Schwarm – Lukas Urban, Christian Schleupner, Kevin Brunkhorst, Niklas Schmidt (68. Sascha Thiem), Markus Nerreter, Soner Uluca, Kevin Riemel, Heiko Redl (57. Dimitrios Nakou), Jannik Hettwer, Philipp Kunze (51. Moritz Moser)

1. SC Feucht: Andreas Sponsel – Nicolae Oltean, Michael Kammermeyer (62. Maximilian Höhenberger), Yasin Kaya, Fabian Klose (76. Salim Ahmed), Junior Betsi Mbetssi, Tim Ruhrseitz, Noah Mengi, Felix Spielbühler (62. Julian Schäf), Marco Weber, Stephan König.

Schiedsrichter: Stefan Linß (Bayreuth)

Zuschauer: 300.

Tore: 0:1 Christian Schleupner (25. Eigentor), 0:2 Yasin Kaya (39.), 0:3 Noah Mengi (46.), 0:4 Stephan König (72.).

N-Land Dirk Meier
Dirk Meier