Prunksitzung der Faschingsgesellschaft Feucht-fröhlich

Einblicke in die fränkische Fastnachts-Seele

Reizend präsentierte sich der Nachwuchs, die Buzzerla. | Foto: Wilcke2018/01/feucht-prunk3-online.jpg

FEUCHT – Eine Jubiläumsprunksitzung, die das Publikum förmlich von den Stühlen riss, bot die Faschingsgesellschaft Feucht-fröhlich (FF) in der Reichswaldhalle. Präsident Pascal Czerwek begrüßte die Besucher mit einem schwungvollen Auftakt, bei dem alle mitwirkenden Aktiven der Faschingsgesellschaft auf der Bühne schon gleich für eine tolle Stimmung sorgten.

Den Reigen der hochkarätigen Gäste eröffnete Dr. Oliver Tissot, der Wortakrobat aus Nürnberg. Seine Wortspiele begeisterten das Publikum und machten natürlich auch vor dem Ehrenpräsidenten Mecki Binder („Ich wollte mir einen Igel-Binder besorgen für Mecki Binder“) nicht Halt. Über Seehofer und Söder kam er zur einzigen Autobahn mit Ampel in Nürnberg an den Rampen, die den Fahrern Gelegenheit zum Überlegen gibt, ob sie wirklich nach Fürth wollen.

Der Gauchsbachtal-Kicker Philipp Bauer (ein „Eigengewächs“) schilderte seinen Erfolg auf dem Fußballplatz, den er auch seinen Eltern am Spielfeldrand zu verdanken hat, während Katharina Weiser von den Grün Weißen Wenden mit den Mythen der Märchen aufräumte. Als Gretel mit Hippie-Eltern, die Häuser besetzen und zu Demos gehen, inspirierte sie die Gebrüder Grimm damals zu ihren Märchen.

Eingerahmt wurden die Vorträge der Künstler von der Buzzerla-, der Jugend-, Junioren- und Zeidlergarde und von den Tanzmariechen mit ihren ausdrucksstarken Marsch- und Schautänzen und den Solopartien. Da brauchte der Präsident das Publikum nicht lange um Schlachtruf und Rakete zu bitten, das Publikum zeigte gern seine Begeisterung.

Die anwesenden Ehrengäste aus der Lokalpolitik, den Banken und ortsansässigen Firmen durften sich dann über den Jubiläums-Orden freuen. Eine besondere Ehrung erhielt Senator Norbert Bogner mit der Ehrennadel in Silber für seine 25-jährige Tätigkeit für den Verein. Ehrenpräsident Mecki Binder freute sich besonders, die höchste Auszeichnung zu verleihen, die der Fastnacht-Verband Franken zu vergeben hat. Für ihre langjährigen und außerordentlichen Verdienste in den verschiedensten Bereichen wurde Ulrike Rang mit dem „Till von Franken“ geehrt.

Ein Loblied auf die Männer stimmte dann Rudi Hepf aus Veitshöchsheim an, weil diese viel zu sehr unter der Herrschaft der Frauen leiden. Trotzdem musste er bekennen: „Wer kann schon ohne Frau leben?“ Die fränkische Lebensart ergründete Bernd Regenauer, der es erfolglos mit Sport versuchte, um der „Entjüngung“ zu entgehen. Er schlug vor, „optisch mal nass rauszuwischen“ und beklagte sich über die Stripperin, die ihm seine Freunde zu jedem runden Geburtstag schenken – seit 30 Jahren immer dieselbe.

Standing Ovations

Mit Standing Ovations wurden alle Künstler vom Publikum gefeiert, das auch vehement Zugaben forderte und natürlich erhielt. Der singende Präsident Norbert Knorr aus Nürnberg heizte die Stimmung noch mit seinen Liedern an, die nach dem Auftritt des Tanzpaares Max und Loretta als Tarzan und Jane kaum mehr zu toppen war. Da hatte Bernd Händel leichtes Spiel, die Besucher als Stimmenimitatior von Seehofer, Beckstein, Stoiber, Otti Fischer oder Gerhard Polt und vielen anderen zum Lachen zu bringen.

Der Patenverein AK 04 Nürnberg war mit einer großen Delegation angereist, die nicht nur den Elferrat verstärkte, sondern als Gastgeschenk auch seine Aktivengarde mitgebracht hatte. Die Bühne konnte die 18 Mädchen kaum fassen, die mit ihrem Marschtanz zum Gelingen des Abends beitrugen.

Bevor sich das Männerballett im Candyshop tummelte und die Zeidlergarde einen „Palast für Cäsar“ baute, vermittelte Alexander Göttlicher tiefe Einblicke in die fränkische Seele mit all ihren Höhen und Tiefen. Obwohl Franken das Paradies ist, träumt er davon, einmal ein Oberpfälzer zu sein. Besonders begeistert waren die Besucher von seinem Karotten-Orchester mit einer „menschlichen Karotten-Orgel“ aus Elferratsmitgliedern und dem Präsidenten. Dazu hatte er Karotten mit dem Akku-Bohrer ausgehöhlt, eingeschnitten und mit einem Mundstück versehen. Große Begeisterung im Saal, als „Alle meine Entchen“ und „Highway to hell“ erklang.

Alle Künstler und Aktiven versammelten sich dann zum großen Finale auf der Bühne und ließen sich noch einmal von den Besuchern feiern. Präsident Czerwek dankte allen Mitwirkenden für ihre Unterstützung, auch den „Unsichtbaren“, und bescheinigte dem Publikum, dass es alle Erwartungen übertroffen hat. Dafür versprach er für die Prunksitzung im nächsten Jahr neben Bernd Händel und Daphne de Luxe als besonderen Stargast Volker Heißmann von der Comödie Fürth.

Mit dem Schlusswort sprach Ehrenpräsident Mecki Binder das aus, was alle dachten: „Es war eine tolle Jubiläumssitzung und der Dank gebührt Präsident Pascal Czerwek, der sie charmant und souverän geleitet hat.“

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