Messstation in Feucht installiert

Den Pollen auf der Spur

Das Medieninteresse bei der Montage des neuen Pollenmonitors war groß.Christian Stutz zeigt das Innenleben des Apparats. | Foto: Spandler2019/04/Feucht-Pollenmonitor1.jpg

FEUCHT – Viele Allergiker leiden aktuell unter dem fiesen Blütenstaub. Damit die Anfälligen rechtzeitig gewarnt werden und sie sich entsprechend wappnen können, gibt es nun bald das weltweit erste elektronische Polleninformationsnetzwerk (ePIN).

Das System überspannt ganz Bayern, liefert rund um die Uhr Daten, identifiziert und misst die Konzentration der lästigen Teilchen in der Luft und stellt die Infos den Allergiegeplagten online zur Verfügung. Am Donnerstag wurde die vorletzte von acht Messstationen auf der Staatlichen Realschule in Feucht installiert. Am 22. Mai, geht ePIN an den Start.

Zwei Millionen Allergiker

Mit dem neuen Netzwerk wird ein altes analoges Info-System abgelöst, das die aktiven Pollen auf wesentlich umständlichere und langwierigere Weise bestimmte. Zwei Millionen Euro investiert das Ministerium, „sehr gut angelegtes Geld“, wie Gesundheitsministerin Melanie Huml findet. Denn allein in Bayern leben über zwei Millionen Menschen mit einer Allergie, von denen jeder zweite auf Pollen reagiert.

In fast 60 Meter Höhe baumelt die Messstation, bevor sie der Kran sicher auf dem Flachdach der Realschule absetzt. Foto: Spandler2019/04/Feucht-Pollenmonitor4.jpg

Zur Installation der Messstation auf der Realschule war ein Kran nötig, der die Station in 60 Meter Höhe auf das Flachdach des Gebäudes hievte. Zuvor hatte Christian Stutz von der Helmut Hund GmbH in Wetzlar erklärt, dass das Gerät mit Probenträgern funktioniert, die mit einem Gel bestrichen sind, das dafür sorgt, dass die feinen Staubteile auch haften.

Anschließend werden sie im Innern des Pollenmonitors, der wie ein kompakter Schaltkasten wirkt, mikroskopisch ausgewertet. Ein Vorteil des Systems ist die anschließende Archivierung der Ergebnisse, so dass auf die Daten zu jeder Zeit zugegriffen werden kann. Die Firma Hund hat dieses Modell entwickelt und wird es in Bayern betreuen.

Umfangreiche Studien

Die Auswahl der ePIN-Standorte basiert auf einer umfangreichen mehrjährigen Machbarkeitsstudie des Zentrums für Allergie und Umwelt (ZAUM) der Technischen Universität und des Helmholtz Zentrums in München. Mit ihren Untersuchungsergebnissen hat man unter Berücksichtigung verschiedener Klimaparameter und der Bevölkerungsdichte in Bayern die optimale Verteilung der acht Messstationen bestimmt, um den Pollenflug im Freistaat möglichst repräsentativ darzustellen.

Bisher stehen die Monitore in Garmisch-Partenkirchen, Viechtach, Marktheidenfeld, Altötting, Mindelheim, Hof und nun in Feucht. Die letzte Messstation wird in München aufgebaut.

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