Prunksitzung der Faschingsgesellschaft Feucht-fröhlich

Buzzerla, Garden und Tanzmariechen

Viel Beifall, Raketen und Schlachtrufe gab es für die Juniorengarde von Feucht-fröhlich. | Foto: Wilcke2017/02/Juniorengarde.jpg

FEUCHT – Ausgelassene Stimmung herrschte in der proppenvollen Reichswaldhalle bei der Prunksitzung der Faschingsgesellschaft Feucht-fröhlich.

Wesentlich dazu beigetragen hat die Moderation von Pascal Czerwek, der vom Unterstützungs-Beirat unvermittelt zum Sitzungspräsidenten „befördert“ wurde, weil Präsident Markus Frank krankheitsbedingt absagen musste. Mit viel Charme und jugendlicher Unbeschwertheit meisterte er diese Aufgabe und wurde dafür nicht nur von Ehrenpräsident Mecki Binder ausgiebig gelobt, sondern auch von den Besuchern stürmisch gefeiert. Lustig war der „running gag“, der sich durch den Abend zog, weil Pascal immer vergaß, den Mitwirkenden vor dem Abgang ein Geschenk übergeben zu lassen und der Bürgermeister als Gedächtnisstütze eingreifen musste.

Nach dem Einmarsch der Jugendgarde, dem Elferrat und der beiden Pagen Lisa und Verena zeigten die Gardemädchen erstmals, was sie so ausgiebig geübt haben. Das ausgezeichnete Programm war eingebettet in die hervorragenden tänzerischen und akrobatischen Vorträge der Aktiven von Feucht-fröhlich und die Besucher geizten nicht mit reichlich Beifall, Schlachtrufen und Raketen für Buzzerla, Jugend-, Junioren- und Zeidlergarde mit ihren Marsch- und Schautänzen und für die Sprünge und Drehungen der Tanzmariechen Mara Fee Schönweiß, Amélie Sommer, Vivien Renner und Sophie Renner.

Erfahrungsfeld der Franken

Zahlreiche Künstler hatten den Weg nach Feucht gefunden, unter ihnen Heinz Haffki, der vom „Erfahrungsfeld der Franken“ berichtete. Die größte Erfahrung machten die Nürnberger in diesem Jahr mit ihrem ersten Prinzenpaar, das das Wort Schnee bestimmt nicht mehr hören kann. Dann nahm er sich die angeblichen Macken der Frauen vor, die vielen neumodischen Ausdrücke und den ganz eigenen Charme der Franken an sich. Gut gelaunt stimmten ihm die Besucher im Saal zu.

Bei der verdienten Ehrung der Aktiven von Feucht-fröhlich dehnte Ehrenpräsident Mecki Binder seine Redezeit gewohnt in die Länge, was zu kräftigen Verschiebungen des Zeitablaufs führte.

Das schmälerte aber keineswegs die Verdienste der Ausgezeichneten, die er dabei ausführlich würdigte. Zusammen mit dem Ordensvizekanzler des Fastnachtverbands Franken (FVF), Peter Kerschbaum, und dem Betreuer Fördernder Mitglieder des FVF, Richard Willanzheimer, zeichnete er aus: mit dem Verbandsorden Carola Bauer und Marcel Schickert, mit der Ehrennadel in Silber Franziska Brandl und Pascal Czerwek, mit der Ehrennadel in Gold Daniela Grelka, Ute Ament und René Lange und mit dem Verdienstorden des FVF Martina Schickert und Andreas Grelka.

Die Welt der Ratgeber

Nach so viel Lob und Ehre machte sich die Kabarettistin Andrea Lipka auf eine Reise durch die Welt der Ratgeber. Ob Schönheit oder Gesundheit, für alles gibt es spezielle Bücher und mit ganz speziellen Rezepten. Sport als Allheilmittel hilft bei ihr auch nicht, weil sie lieber Extrem-Couching betreibt oder shoppen geht. „Simplify your life“ ist das Schlagwort, über dessen Auslegung von Andrea Lipka sich die Besucher köstlich amüsierten. Und so sang sie zum Abschied ganz einfach „Lou mir mei Ruah“.

Ganz andere Probleme hatte Katharina Weiser von Grün-Weiß Wendelstein, die von ihrer Hausparty in Abwesenheit der Eltern erzählte, die kräftig aus dem Ruder lief. Grill im Wohnzimmer und Erdbeerbowle aus Bier, Schnaps und Wein trugen dazu bei, dass ihre Freunde bald ausfielen und bei Löschversuchen schließlich das ganze Haus unter Wasser stand. Die geschockten Eltern mussten sich aber von der Oma anhören, dass der Vater damals auch so ein Desaster anrichtete.

Trump im Lucky Land

Als besonders gelungene Überraschung konnte Pascal Czerwek den Sitzungspräsidenten der Fernsehsendung „Fasching in Franken“, Bernd Händel, präsentieren, der sich als cowboylastiger Wahlkampfberater Lucky Land von Donald Trump erwies. Aus seiner Reise durch Deutschland soll er für Melania eine spezielle Shopping Mall finden, in der auch passende Musik gespielt wird, die er mit Gitarre und Gesang vorführte. Die ganz eigenen Ansichten Trumps durften dabei natürlich nicht fehlen und das Publikum riss es dabei von den Stühlen. Es forderte begeistert Zugabe, die Händel in der Art von Herbert Hisel gern gewährte.

Man wird ja nicht jünger“ fasste der Franke Sven Bach seine Erlebnisse zusammen, die ihn zum Check up beim Arzt führten. Dessen Rat, mediterran zu essen, konterte er mit dem Einwand, dass Schäufele ja schließlich ein Krustentier wäre und die diversen Sportarten machten ihm eher Angst, wenn er die Erfahrungen bei deren Ausübung so betrachten würde. Er endete mit dem Lied „Tief in meinem Herzen weiß ich, dass ich ein Extremsportler bin“ und wurde mit viel Applaus belohnt.

Der singende Präsident des Nürnberger Trichters, Norbert Knorr, brachte die Besucher schnell dazu, in seine Lieder einzustimmen und so stieg die Stimmung im Saal noch einmal kräftig an.

Und so konnte Bürgermeister Konrad Rupprecht bei der folgenden Ordensverleihung an die Ehrengäste auch launig vermelden, dass „wohl mehr Leute auf der Bühne stehen als im Saal sitzen“. Zusammen mit Landrat Armin Kroder und dem Leutschacher Bürgermeister Erich Plasch dankte er den Besuchern für ihr Kommen und lobte die FG Feucht-fröhlich für ihr außerordentliches Engagement, das sich auch besonders an diesem Abend wieder zeigte.

Als Ehrengäste begrüßen konnte Pascal Czerwek auch 2. Bürgermeisterin Katharina von Kleinsorgen, 3. Bürgermeister und Ordenskanzler der FG, Gerd Steuer, den Ehrenvorsitzenden des AK Feuchter Gewerbe, Alexander Hommel, CSU-Fraktionsvorsitzende Karin Reiwe, Kreisrätin Gabriele Drechsler, Kreisrat Manfred Dauphin, von der Rapid Reinigung Günter Matt, Bernd Jakob vom Hausmeisterservice Jakob, der den Orden mit gesponsert hat, den 1. Vorsitzenden der Lebenshilfe Nürnberger Land, Gerhard John, den Vorstandsvorsitzenden der Raiffeisenbank, Manfred Göhring, und den Geschäftsstellenleiter Florian Klein, die Geschäftsstellenleiterin der Sparkasse, Barbara Räbel und ihre Stellvertreterin Verena Krause, Verleger Ulrich Bollmann vom Boten, den Geschäftsführer der Gemeindewerke, Raimund Vollbrecht, die beiden Geistlichen Roland Thie und Edwin Grötzner, Altdorfs 1. Bürgermeister Erich Odörfer und Schwarzenbrucks 1. Bürgermeister Bernd Ernstberger sowie Ehrensenator Walter Kicherer und die beiden Senatoren Axel Lindig und Norbert Bogner, der wieder für den ausgezeichneten Service sorgte.

Auch viele befreundete Gesellschaften hatten sich eingefunden, die alle herzlich begrüßt wurden. Bis aus Karlsruhe und Meerbeck waren deren Vertreter angereist, eine besonders große Abordnung kam von den Alachern, die auch Orden und „flüssigen Nachschub“ für die Feuchter mitgebracht hatten.

Als Dank für die Teilnahme an der Jubiläums-Prunksitzung in Leutschach gastierten die Leutschacher mit ihrem Musikverein und der Einlage „Leutschach sucht das Supertalent“. Wer sich von den Teilnehmern letztlich als Sieger hervortat, wird erst in Leutschach beim Frühlingsfest bekannt gegeben, zu dem alle Feuchter eingeladen wurden.

Seil- und Kartentricks

Der magische Entertainer Claudio Gnann zog dann die Besucher mit seinen Fingerfertigkeiten in den Bann. Seiltrick und Kartenkunststücke verblüfften ebenso wie das Spiel mit den Bällen, unterstützt von Ursula Rupprecht. Da hatte er oft die Lacher auf seiner Seite und unterhielt damit bestens. Vom Schwander Karnevlasclub waren „Light & Pois“ angereist und begeisterten das Publikum mit einer eindrucksvollen Lichtschau.

Dass überflüssige Pfunde kein Hindernis für ein Tanzpaar sein müssen, bewiesen Samantha und Malik von der Bretonia. Allerdings schwanden diese Pfunde im Lauf der Vorführung und machten akrobatischen Übungen Platz. Erst seit diesem Jahr tanzen die beiden zusammen, was angesichts der Perfektion kaum zu glauben war. Entsprechend gab es viel Beifall.

Beeindruckend war auch wieder der Schautanz des Männerballetts, die sich und die Gäste in einen Alptraum entführten. Gruselige Monster huschten über die Bühne und überzeugten mit Sprüngen und  choreografischer Perfektion. Der 1. Platz beim „Grand Prix der tollkühnen Männer“ im letzten Jahr in Stein verpflichtet!

Hexen bauen Pyramiden

Nur auf ihren Orientierungssinn verlassen sich die Allersberger Flecklashexen, die hinter ihren Masken kaum etwas erkennen können. Umso beeindruckender sind ihre Pyramiden und ihr Tempo, mit dem sie über die Bühne wirbeln. Verständlich die Begeisterung im Saal.

Nachdem zum Abschluss die Zeidlergarde in ihrem Schautanz noch einen „Palast für Cäsar“ gebaut hatte, wies Pascal Czerwek auf den Faschingszug in Allersberg am 26. Februar hin, an dem sich die FG Feucht-fröhlich mit einem Wagen zum Thema „Asterix und Obelix“ beteiligt. Über zahlreiche Zuschauer an den Straßen würden sich alle Mitwirkenden sehr freuen.

Dann bedankte er sich bei seinem Team und bei allen, die zum Gelingen dieser tollen Prunksitzung beigetragen hatten. Auch zu später Stunde zeigten die Besucher noch ihre Begeisterung und belohnten die Künstler und die Aktiven mit reichlich Beifall und Bravorufen für ihren Einsatz.

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