Minus bei Steuereinnahmen

Fehlen Röthenbach bald 1,6 Millionen Euro?

Röthenbacher Rathaus | Foto: PZ-Archiv2020/03/rathaus-rothenbach-anfang-marz-scaled.jpg

RÖTHENBACH – Noch liegen die Steuereinnahmen der Stadt Röthenbach im Soll oder leicht darüber – aber die Kommune bereitet sich darauf vor, dass die Coronakrise im Stadtsäckel ankommt. Bis zu 1,6 Millionen Euro könnten in diesem Jahr fehlen – die Folge wäre ein noch strikterer Sparkurs als ohnehin schon notwendig.

Kämmerer Erwin Unfried hat die Ergebnisse der Steuerschätzung des Bundesfinanzministeriums auf Röthenbach heruntergerechnet. Seine Ergebnisse präsentierte er am Dienstagabend im Stadtrat. Die Powerpoint- Folien dazu hatten einen tiefroten Hintergrund – nicht ohne Anlass.

Mindereinnahmen

Allein bei der Gewerbesteuer, die die ortsansässigen Unternehmen abführen müssen, sind Unfried zufolge Mindereinnahmen von fast 1,3 Millionen Euro denkbar – ein Minus von 25 Prozent. Bei der Einkommenssteuer erwarten die Steuerschätzer acht Prozent weniger.

In Röthenbach wären dies laut dem Kämmerer 590000 Euro. Weitere 115 000 Euro fehlen voraussichtlich, weil die Sparkasse Nürnberg in diesem Jahr krisenbedingt keinen Gewinn ausschütten will. Da fällt der sechsstellige Betrag, den sich die Kommune unter anderem durch die Freibadschließung spart, kaum mehr ins Gewicht.

Nur eine Momentaufnahme

All das, betont Unfried, seien „Schätzergebnisse“, die „mit großen Unwägbarkeiten behaftet seien“. Erst Anfang September, nach einer weiteren Steuerschätzung, werde man klarer sehen.

Röthenbach hatte schon vor Beginn der Pandemie finanzielle Sorgen. Laut der Rechtsaufsicht am Landratsamt läuft die Kommune Gefahr, sich zu überschulden (die Pegnitz-Zeitung berichtete). Nur unter Auflagen wurden die letzten Haushalte genehmigt, es gab bereits mehrere Sparrunden.

Keine freiwilligen Zahlungen mehr

Nun hat die Stadt zusätzlich die Zahlung von freiwilligen Leistungen an Vereine gestoppt – vorerst. Über das weitere Vorgehen soll der Stadtrat beraten. Aufträge werden derzeit nur „in absolut begründeten Fällen vergeben“, selbst wenn Haushaltsmittel eingeplant sind. Teile der städtischen Belegschaft sind in Kurzarbeit.

Veranstaltungen wurden abgesagt. Ein Silberstreifen am Horizont ist die vergangene Woche vom Bundeskabinett beschlossene Kompensation von Gewerbesteuerausfällen. Die Kommunen sollen Milliarden bekommen. Aber: „Da sind viele Details offen“, meint der Stadtkämmerer, der auch in den nächsten Jahren Lücken befürchtet.

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