Zwei Röthenbacher Freibadbesucher griffen couragiert ein

Ersthelfer retten Dreijährigen im Freibad

Im Nichtschwimmerbecken des Röthenbacher Freibads geschah am Dienstagnachmittag das Unglück. | Foto: Clemens Fischer2019/06/freibad-rothenbach-nichtschwimmer.jpeg

RÖTHENBACH — Ein schnell reagierender 17-jähriger Asylbewerber aus Syrien und eine professionell agierende Frau haben als Ersthelfer einem dreijährigen Jungen im Röthenbacher Freibad das Leben gerettet. Das Kind wird derzeit im Südklinkum Nürnberg versorgt.

Der Junge, der im August vier Jahre alt wird, lag am Dienstagnachmittag kurz vor 16 Uhr leblos im Nichtschwimmerbecken, als ihn der 17-jährige Syrer bemerkte, so die ersten Erkenntnisse der Polizei. Wie der Junge ins Wasser kam ist allerdings noch nicht geklärt. Der 17-Jährige zog das Kind aus dem Wasser, hielt es an den Füßen hoch und klopfte ihm auf den Rücken, schilderten Augenzeugen das Geschehen.

Dann schritt die Frau ein, die am Beckenrand den Vorgang beobachtet hatte. Sie begann den leblosen Jungen sofort zu reanimieren. Mit Erfolg. Als das Kind wieder atmete, trug es der Schwimmmeister, der bereits den Rettungsdienst verständigt hatte, zum Aufseherhäuschen, wo der Bub bis zum Eintreffen des Rettungswagens weiter versorgt wurde. Mit dem Rettungshubschrauber kam dann der Notarzt am Freibad an. Der Hubschrauber selbst flog weiter zu einem schweren Motorradunfall bei Hormersdorf.

Kind zur Beobachtung im Südklinikum

In Begleitung des Notarztes und der Mutter wurde das Kind ins Südklinikum nach Nürnberg gebracht. Nach letzten Informationen geht es dem Dreijährigen den Umständen entsprechend wieder gut. Er ist ansprechbar, bleibt zur Beobachtung aber noch im Krankenhaus.

Um die Umstände des Badeunfalls zu klären, sucht die Laufer Polizei nun dringend Zeugen. Vor Ort, so stellten die ermittelnden Beamten nach dem Unglück fest, machten vor allem Kinder sehr viele, auch wiedersprüchliche, Aussagen. Erwachsene im Nichtschwimmerbecken oder am Rand, so die Polizei, hätten sich bisher leider nur wenige gemeldet.

Soviel scheint klar zu sein: Die meisten Badegäste, selbst die im Nichtschwimmerbecken, haben von dem Unfall selbst nicht viel mitbekommen. Vor allem der Rettungswagen vor Ort, die ermittelnden Polizeibeamten und der kreisende Rettungshubschrauber waren den Badegästen am Spätnachmittag aufgefallen.

Polizei sucht Zeugen

Nach übereinstimmenden Aussagen von Badegäste lief die Rettungsaktion professionell, ohne Hektik und auch ohne großes Aufsehen oder zu viele Schaulustige ab. Zwei Stunden nach dem am Ende gut ausgegangenen Unglück war die Stimmung unter den Badegästen, von denen viele erst am Spätnachmittag kamen, schon wieder entspannt.

Nicht so in den sozialen Medien. Hier überschlugen sich die Nachrichten, hier wurde kurz nach dem Unglück viel spekuliert und vom Hörensagen Gehörtes weitergetragen. Wer zur Aufklärung des Badeunfalls beitragen kann, soll sich mit der Polizei in Lauf unter Telefon 09123/94070 in Verbindung setzen. Auch nebensächliche Beobachtungen können dabei von Nutzen sein, so ein Sprecher der Polizei.

N-Land Clemens Fischer
Clemens Fischer